Landwirtschaftszählung 2020

Bayern: Weniger landwirtschaftliche Betriebe

Rund 13 300 Betriebe aus Bayern haben innerhalb der letzten zehn Jahre die Landwirtschaft aufgegeben, wie die ersten Ergebnisse der Landwirtschaftszählung 2020 zeigen.

Erste vorläufige Stichprobenergebnisse der Landwirtschaftszählung 2020 liegen vor. Im Jahr 2020 bewirtschafteten rund 84 600 Betriebe knapp 3 069 100 ha landwirtschaftlich genutzte Fläche in Bayern.

Weiterhin zahlreiche Familienbetriebe

Im Vergleich zur Agrarstrukturerhebung 2016 ist die Anzahl der Betriebe in Bayern um 6,2 % zurückgegangen, von rund 84 600 landwirtschaftliche Betriebe auf 79 000. Die gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche dieser Betriebe belief sich auf 3 069 100 ha und lag damit leicht unter den Werten von 2016 (-1,8 Prozent) und 2010 (-2,2 Prozent). Die durchschnittliche Betriebsgröße stieg in den letzten zehn Jahren von 32 auf 36 ha an. Den Großteil der Agrarbetriebe bildeten im Jahr 2020 mit 92,3 % weiterhin die zumeist familiengeführten Einzelunternehmen (rund 78 000 Betriebe).

Deutlich mehr Ökobetriebe

Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik hat sich die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe seit dem Jahr 2010 um 13,6 % ( -13 300 Betriebe) verringert. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche ist um 2,2 % ( -67 700 ha) gesunken. In der Viehhaltung zeigt sich ein ähnliches Bild. Bei leicht sinkenden Viehzahlen hat die Zahl der viehhaltenden Betriebe relativ deutlich abgenommen (-13,1 % gegenüber 2016).

Die Zahl der Ökobetriebe ist hingegen gestiegen: Mit rund 9 900 Betrieben gab es im Jahr 2020 etwa ein Fünftel mehr Ökobetriebe in Bayern als noch im Jahr 2016. Die ökologisch bewirtschaftete landwirtschaftliche Nutzfläche nahm seit 2016 um 44 % auf 372 700 ha zu. In der ökologischen Viehhaltung ist bei allen Tierarten seit dem Jahr 2016 ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Beim Geflügel ist der Zuwachs an ökologisch gehaltenen Tieren mit einem Plus von 74,6 % auf 1 499 800 Tiere besonders hoch.

Starker Rückgang der Anbindehaltung

Die Viehhaltung spielt in Bayern weiterhin eine wichtige Rolle. Allerdings ging die Zahl der viehhaltenden Betriebe seit 2010 um 27,2 % zurück. Die Zahl der Schweinehalter ist in zehn Jahren sogar um mehr als die Hälfte gesunken, rund -9 500 Betriebe. Bei den Rinderhaltern sank die Anzahl der Betriebe um 28,7 % (rund -15 700 Tiere).Die insgesamt 55 300 bayerischen Viehhalter hielten 2020 rund 2 971 100 Rinder, 2 976 200 Schweine, 323 800 Schafe, 42 000 Ziegen, 78 000 Einhufer und 16 340 200 Stück Geflügel.

Der Trend hin zur ökologischen Bewirtschaftung ist ungebrochen. Nach dem Kontrollverfahren zum ökologischen Landbau werden nun rund 9 900 Betriebe und damit 27,5 % mehr als noch 2016 und sogar 72,4 % mehr als im Jahr 2010 ökologisch geführt. Auch die Haltungsverfahren der Tiere haben sich in den letzten zehn Jahren deutlich verändert. Im Jahr 2020 wurden in der Rinderhaltung 635 700 Haltungsplätze im Anbindestall gezählt, das waren 57,1 % weniger als noch im Jahr 2010.

In der Schweinehaltung ist weiterhin der Vollspaltenboden vorherrschend (2 404 400 Haltungsplätze). Legehennen werden am häufigsten in der Bodenhaltung gehalten, während die Käfighaltung mit einem Minus von 98,7 % fast verschwunden ist und die Freilandhaltung mit einem Anstieg von 246,7 % auf 2 550 900 Haltungsplätze enorm zugelegt hat.

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