Gesellschaftsvertrag

Bentkämper: „Wir können die Fäden zusammenführen“ Plus

Die Landfrauen bieten sich in der Debatte zur Zukunft der Landwirtschaft als Vermittler an. Präsidentin Bentkämper fordert dafür auch, mehr Frauen in landwirtschaftliche Gremien zu schicken.

top agrar: Frau Bentkämper, welchen Stellenwert hat Agrarpolitik in Ihrem Amt als Landfrauenpräsidentin?

Bentkämper: Wir Landfrauen sind zu vielen Themen aufgestellt. Ich bin seit Juli 2019 Präsidentin und der Fokus auf die Landwirtschaft ist unglaublich groß.

Melden Sie jetzt einen größeren agrarpolitischen Gestaltungswillen an?

Bentkämper: Wir haben seit Herbst ein Positionspapier, in dem wir einen Gesellschaftsvertrag für die Landwirtschaft fordern. Unser Ansatz ist auf großes Interesse in Politik und Wissenschaft gestoßen. Wir machen ganz deutlich: Denkt auch in der Agrarpolitik an die Frauen! Sie sind Unternehmerinnen in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum. Wir haben die Erzeugerin und die Verbraucherin im Verband und sind schon immer im Erzeuger-Verbraucher-Dialog. Wir können die Fäden zusammenführen.

Was soll in den Gesellschaftsvertrag rein?

Bentkämper: Gesellschaftsvertrag bedeutet, dass wir miteinander ins Gespräch kommen und zwar alle. Da steht nicht nur die Landwirtschaft im Fokus, sondern auch die Wirtschaft, der Lebensmittelhandel, die Verbraucher. Wir müssen gemeinsam konkrete Zielbilder fixieren und dafür Lösungen finden. Damit wir es schaffen, dass die Landwirte wieder langfristiger planen können und ein Auskommen haben.

Wie schnell kann das gehen?

Bentkämper: Dass so etwas gelingen kann, hat die Borchert Kommission mit ihren Empfehlungen zur Nutztierhaltung gezeigt. Da sind in weniger als einem Jahr unglaublich gute Ergebnisse herausgekommen. Wir brauchen für die vielen agrarpolitischen Themen noch eine Menge anderer ‚Borcherts‘. Es wäre gut, wenn der Prozess im Laufe dieses Jahres startet.

Erwarten Sie, dass die Zukunftskommission Landwirtschaft den Weg zum Gesellschaftsvertrag ebnet?

Bentkämper: Das erwarten wir auf jeden Fall.

Wie bewerten Sie die Stimmung seit den Bauernprotesten?

Bentkämper: Land schafft Verbindung ist es gelungen, aufzurütteln und Gesellschaft und Politik aufmerksam zu machen auf die Nöte auf den Höfen. Aber jetzt muss gearbeitet werden. Wir müssen Ziele definieren, wo wir hinwollen und Lösungen finden. Dabei müssen wir alle, die viel Kraft in die Proteste investiert haben, mitnehmen. Die Bauernverbände sind jetzt mit ihren Netzwerken gefragt.

Die EU...

Jetzt anmelden und sofort weiterlesen. Plus

Melden Sie sich an oder erstellen Sie ein kostenloses Konto und erhalten Sie Zugriff auf diesen und alle weiteren relevanten Beiträge sowie auf unsere exklusiven Newsletter. Testen Sie jetzt, ganz unverbindlich.

Die Redaktion empfiehlt

Zukunft der Landwirtschaft

Hohe Erwartungen an die Zukunftskommission

vor von Stefanie Awater-Esper

Die Zukunftskommission Landwirtschaft soll eine Übereinkunft für die deutsche Landwirtschaft über Wahlperioden hinweg schaffen. Vor dem Start sind die Erwartungen groß.

Die Umweltorganisationen haben sich enttäuscht vom ersten Aufschlag der Bundesregierung zur Zukunftskommission Landwirtschaft geäußert. Sie fühlen sich schon zu Beginn übergangen.

Trotz der Coronakrise gehen die Vorbereitungen zur Einberufung der Zukunftskommission Landwirtschaft voran. Das BMEL zieht die Organisation an sich.

dlv-Präsidentin Petra Bentkämper ist klar für eine Frauenquote in landwirtschaftlichen Gremien. Die Erfahrung habe gelehrt, dass es keine Gleichberechtigung gibt und Männer das Problem ausblenden


Diskussionen zum Artikel

von Thomas Lüneburg

Glashaus (Wilhelm Grimm)

.. das würde ich stets im Einzelfall abwägen und ein Fenster öffnen. Gesund und munter bleiben

von Klaus Jensen

Für mich ist das komplette Interview Mainstream-Gelaber....

MfG Jens Martin Jensen

von Thomas Lüneburg

Vielen Dank

für Ihre guten, intererssanten und mutmachenden Ausführungen. So kann eine gehbare Basis im Dialog Landwirtschaft - Verbraucher - Verbände - Politik geschaffen werden. Es ist dazu an der Zeit. Die Diffamierungen untereinander und verbalen Entgleisungen werden auch in den top agrar - ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Wer im Glashaus sitzt,

darf nicht mit Steinen werfen.

von Johann Schneider

Voschlag

Der Vorsitz des DBV wird auf 4 Jahre beschränkt und im Wechsel Mann-Frau gewählt

von Wilhelm Grimm

Ich gönne Jedem seine Kleopatra,

aber hier werden keine Fäden zusammen geführt, sondern ganz dicke Stahlseile.Diese sind zusätzlich von Lügen bis zur Unkenntlichkeit verformt. Mit Redlichkeit und gutem Willen kommen wir nicht weiter.

von Rudolf Rößle

Landfrauen

gehören in die Zukunftskommission Landwirtschaft.

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Auf Kommentar antworten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen