EUROPA/ Magermilchpulver/Intervention

Bestand an Magermilchpulver drastisch reduziert

Die von der EU subventionierten und von den Mitgliedstaaten kofinanzierten Magermilchpulverbestände aus Interventionen zur Stabilisierung des Milchpreises in der EU wurden innerhalb eines Jahres um zwei Drittel von 380.000 t Anfang 2017 auf nun mehr 100.000 t abgebaut. Dies meldete die EU-Kommission in Brüssel nach einem Rekordverkauf von 60.000 t

Die von der EU-Milchmarkt-Beobachtungsstelle in dieser Woche veröffentlichten Marktindizes weisen eine gestiegene Nachfrage von Milchprodukten aus und zeigen einen Aufwärtstrend beim Milchpreis auf 36 Cent pro Kilogramm ab Hof. Dies meldete die EU-Kommission am Freitag in Brüssel. Der vorsichtige Abbau der Magermilchpulver-Bestände habe entscheidend zur Martktkonsolidierung beigetragen.

Vor allem Belgien, Deutschland und Frankreich hielten mit rund 200.000 Tonnen Milchpulver unter dem EU-Interventionsmechanismus mehr als zwei Drittel der gesamten öffentlichen Lagerbestände von Magermilchpulver (MMP) in der EU.

Die EU hat die Interventionsbestände von Magermilchpulver innerhalb eines Jahres um zwei Drittel reduziert. Dies geht aus den am Freitag von der EU-Kommission veröffentlichten Daten der Europäischen Milchmarkt-Beobachtungsstelle hervor.

Demnach wurde am 13. Dezember bei einer öffentlichen Verkaufsaktion ein Rekordergebnis von 60.000 Tonnen Magermilchpulver erzielt. Dies ist die größte Transaktion auf einen Schlag seit 2016.

So sei es gelungen, führt die EU-Kommission an, die öffentlichen Interventionsbestände der EU von 380.000 t zu Beginn des Jahres 2017 um 280.000 t durch öffentliche Verkäufe auf dem Weltmarkt auf einen Restbestand von derzeit rund 100.000 t zu reduzieren.

Der Abbau der Bestände erfolgte vor allem in den Mitgliedsländern Polen, Belgien, Deutschland, die Niederlande und der Tschechischen Republik.

“Es ist den von der EU-Kommission organisierten öffentlichen Interventionen zu verdanken, dass der Milchmarkt in der EU sich zwischen 2015 und 2017 stabiliert hat und Überschüsse in einer unausgewogenen Marktsituation bereinigt werden konnten”, erklärte EU-Agrarkommissar Phil Hogan in Brüssel.


Diskussionen zum Artikel

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von Rainer Hoffmann

Private Lagerhaltung ?

Welche Mengen dieses Jahr privat eingelagert wurden um bei besseren Preisen nen Reibach zu machen wird wohl nicht erfasst bzw will keiner wissen ,Hauptsache die Intervention wurde mit Verlust auf den Markt geschmissen u hat den Erzeuger Milchpreis unten gehalten trotz Dürre Mehraufwand u allgemeiner Kostensteigerung.

von Matthias Zahn

Bloß gut....

...dass wir uns noch ein bisschen Übermenge aufgehoben haben. Nicht auszudenken was passiert wäre, wenn die Auswirkungen der Dürre im Markt wirksam geworden und die Milchpreise gestiegen wären. Zum Glück sind noch 100000 to eingelagert. Das müsste bis ins Frühjahr reichen. Dann hoffen wir alle auf genügend Wasser und eine Stabilisierung der Milchanlieferung. Und die Milchbauern bleiben auf den "Dürrekosten" sitzen. Das ist nun der Preis für ein wenig Entlastung in 2016. Es sollte sich jeder Milchbauer fragen, ob wir nicht doch ein moderneres Krisenmanagement im Milchsektor brauchen.

von Christian Kraus

Der Milchmarkt hat sich zwichen 2015 und 2017 durch die Intervention stabilisiert?????

Ach, und 2016 war dann wohl eine "stabile Krise"??? Die Intervention war in der Krise wirkungslos und hat die Magermilchpulverpreise trotzdem Jahrelang unter Druck gesetzt!!!!

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