Biobauern fordern mehr Forschungsmittel

Bioland-Präsident Jan Plagge bringt erneut die Forderung der Ökobranche nach mehr Forschungsförderung nach vorne. Sie soll analog zum Flächenziel bis zum Jahr 2030 auf einen Anteil von 20 Prozent steigen. Von den Ergebnissen hätten ökologisch und konventionell wirtschaftende Landwirte etwas.

Bioland-Präsident Jan Plagge bringt erneut die Forderung der Ökobranche nach mehr Forschungsförderung nach vorne. Sie soll analog zum Flächenziel bis zum Jahr 2030 auf einen Anteil von 20 Prozent steigen. Von den Ergebnissen hätten ökologisch und konventionell wirtschaftende Landwirte etwas.

Bioland-Präsident Jan Plagge fordert die neue Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner auf, die Benachteiligung des Ökolandbaus bei Forschungsförderung zu beenden. Klöckner wird am morgigen Freitag ihre Regierungserklärung für den Bereich Landwirtschaft und Ernährung im Bundestag halten. Die Ökobranche blickt gespannt darauf, welche Rolle sie darin spielen wird. „Frau Klöckner muss sich den immer größer werdenden Herausforderungen in der Landwirtschaft und Ernährung stellen“, sagte Plagge im Vorfeld.
 
Hoffnung macht ihm das im Koalitionsvertrag festgeschriebene Ziel von 20 Prozent Bio-Fläche bis spätestens 2030. Das sei ein konkreter Lösungsansatz und biete nicht nur eine Zukunftsperspektive für die deutsche Landwirtschaft, sondern sorge gleichzeitig für sauberes Wasser, eine hohe Artenvielfalt und mehr Tierschutz, so Plagge weiter. „Dieses Signal ist bei sehr vielen konventionellen Landwirten längst angekommen, das Umstellungsinteresse ist sehr groß. Die Politik muss nun mutig handeln, um diese Veränderungsbereitschaft in der Landwirtschaft auch zu nutzen“, sagte er.
 
Um die ebenfalls im Koalitionsvertrag vereinbarte Zukunftsstrategie ökologischer Landbau umzusetzen müsste eine Benachteiligung in der Verteilung von öffentlichen Forschungsmitteln beendet werden, forderte Plagge. „Wer 20 Prozent Ökolandbau zum Ziel hat, braucht auch mindestens 20 Prozent der Agrar-Forschungstöpfe für diese wichtige Aufgabe, die Nutzen und Ergebnisse für die gesamte Landwirtschaft liefern wird“, sagte er. Für die Umsetzung der Zukunftsstrategie müsse daher deutlich mehr Geld im Bundeshaushalt eingestellt werden, als von der Vorgängerregierung bisher eingeplant wurde, so der Bioland-Präsident.
 
Der Koalitionsvertrag sieht einen Ausbau des Bio-Landbaus auf 20 Prozent der Agrarfläche bis zum Jahr 2030 vor. Das bedeutet ein Potential von zusätzlich 2 Millionen Hektar Bio-Fläche. Aktuell werden rund 8 Prozent der Agrarfläche ökologisch bewirtschaftet. Damit verbunden ist allerdings auch ein Anstieg der Förderprämien für den ökologischen Landbau. Allein für die Flächenprämien steigt der zusätzliche jährliche Finanzbedarf bei 20 Prozent Bio-Flächen schrittweise auf 650 Millionen Euro, rechnet Bioland vor. Bei der Agrarforschung fließen aktuell laut Bioland lediglich 1,6 Prozent der Agrarforschungsmittel in den Bio-Landbau. Aus Sicht der Ökolandwirte wären 20 Prozent nötig.
 
Unter Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hatte das BMEL geplant, die „Zukunftsstrategie ökologischer Landbau“ mit 30 Millionen Euro jährlich zu finanzieren. Der Dachverband der Biobranche, BÖLW, sowie der Deutsche Bauernverband (DBV) fordern hingegen einheitlich, die Zukunftsstrategie mit mindestens 60 Millionen Euro jährlich auszustatten.

Die Redaktion empfiehlt

Management & Politik / News

Berlin gibt der Biobranche Rückenwind

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) geht von einem fortschreitenden Wachstum der Ökolandwirtschaft aus. Die Biobranche soll als Zugpferd auch die konventionellen Betriebe hin zu einer ...

Mehr als 15 Prozent der Landwirte ziehen eine Umstellung ihres Betriebes auf Ökolandbau in Erwägung. Das zeigen Daten des Konjunkturbarometers des Deutschen Bauernverbandes (DBV). Zur Eröffnung ...

Die Ökoverbände halten es für realistisch, bis zum Jahr 2027 das altbekannte Ziel von 20 Prozent Ökolandbau in Deutschland zu erreichen. Sie könnten sich vor Anfragen von umstellungswilligen ...

Als Grüner Cheflobbyist beim Bayer-Konzern

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

Schreiben Sie Stefanie Awater-Esper eine Nachricht


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen