Baden-Württemberg

Biologische Vielfalt: Sonderprogramm geht weiter

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat angekündigt, dass die Landesregierung das Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt fortführen will.

Laut Kretschmann werden die verantwortlichen Ministerien für Umwelt, Landwirtschaft und Verkehr die entsprechenden Vorschläge zum Sonderprogramm unterbreiten. Der Erhalt der Artenvielfalt sei eine der großen Herausforderungen unserer Zeit und damit eine bedeutende Zukunftsfrage. Stabile, vitale und vielfältige Naturräume seien wichtig für die Gesellschaft.

Ministerien setzen Vorhaben um

Im Zuständigkeitsbereich des Landwirtschaftsministeriums konnten nach Angaben von Ressortchef Peter Hauk bislang vielversprechende Projekte angegangen und umgesetzt werden. Die Landesregierung strebe eine flächendeckende, gesellschaftlich getragene, bäuerliche Landwirtschaft mit Familienbetrieben und die Sicherung der biologischen Vielfalt an. Das sehe der im Koalitionsvertrag vereinbarte Gesellschaftsvertrag vor.

Für Umweltministerin Thekla Walker ist wichtig, dass das Sonderprogramm zu einer Daueraufgabe weiterentwickelt wird. Derzeit setze ihr Ressort 31 Vorhaben über das Programm um. Im Fokus stünden dabei qualitative Verbesserungs- und Entwicklungsmaßnahmen auf der Fläche, wie die Extensivierung von Kulturlandschaften oder der Ausbau des Biotopverbundes.

NABU fordert weitere Schritte

Der Landesverband von Naturschutzbund Deutschland (NABU) begrüßte die Ankündigung der Landesregierung und forderte die „Zündung einer zweiten Stufe“. Laut dem Landesvorsitzenden Johannes Enssle habe die erste Bilanz die Bedeutung des Sonderprogramms bestätigt. Die in den Naturschutz investierten Mittel wirkten, wenn konsequent und entschieden gehandelt werde. Aus den vielen einzelnen Pilotprojekten des Sonderprogramms müsse nun ein landesweites Biodiversitätsprogramm werden, das den Rückgang der Artenvielfalt wirklich stoppe und eine Trendumkehr einleite. Zu diesem Zweck ist es laut Enssle erforderlich, den im Koalitionsvertrag vereinbarten Mittelaufwuchs im Naturschutzhaushalt auf etwa 150 Mio. € pro Jahr umzusetzen sowie das Personal im Naturschutz strukturell und dauerhaft zu stärken. Vor allem den Landschaftserhaltungsverbänden komme als Bindeglied zwischen Landnutzung und Naturschutz bei der Umsetzung eine besondere Rolle zu.

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