Düngeverordnung

Bisher keine Abkehr vom 20%igen Düngungsabschlag Premium

Wenige Tage vor Ende der Meldefrist hat das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) einige Maßnahmen in der Düngeverordnung nachgebessert. Eine Abkehr von dem pauschalen Abschlag von 20 Prozent bei der Stickstoffdüngung in nitratbelasteten Gebieten ist bisher nicht in Sicht. Erleichterungen soll es beim geforderten Zwischenfruchtanbau geben.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) versucht die Länder und Parlamentarier bei den schwierigen Verhandlungen um die Düngeverordnung mitzunehmen. In einem Brief an Bundestagsabgeordnete des Agrarausschusses, der top agrar vorliegt, skizziert der BMEL-Staatssekretär Hermann Onko Aeikens in dieser Woche die nächsten Verhandlungsergebnisse. Das Landwirtschafts- und das Umweltministerium haben sich danach auf zwei Erleichterungen und zwei Verschärfungen in der Düngeverordnung geeinigt. Danach soll:

  1. der Zwischenfruchtanbau nach Kulturen mit einem Erntezeitpunkt nach dem 1. Oktober in den mit Nitrat belasteten Gebieten doch nicht erforderlich sein. Dies würde z.B. Kohlarten im Gemüseanbau sowie Zuckerrüben und Körnermais betreffen.
  2. Auf Trockenstandorten, in denen der jährliche Niederschlag im langjährigen Mittel weniger als 650 mm beträgt, soll künftig ebenfalls ein Zwischenfruchtanbau nicht zwingend vorgeschrieben werden.
  3. Die Einarbeitung von Gülle innerhalb von einer Stunde soll ab dem 1. Februar 2025 ...

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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Diskussionen zum Artikel

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von Siegfried Schmees

N-Saldo halbieren anstatt Tierzahlen runter

Warum wird nicht schlicht die erlaubte 60kg N-Überdüngung im Saldo halbiert? Das hätte den Effekt, daß alles getan wird, um die Ausnutzung des organischen Stickstoffs zu erhöhen.

von Andreas Gerner

Paradoxon:

Wer ein Tier nicht bedarfsgerecht ernährt, sondern hungern lässt, ist ein Tierquäler. Ein Verbrecher. Warum verhält es sich bei Pflanzen anders herum? Wer bedarfsgerecht ernährt(=düngt), verstößt gegen das Gesetz und wer seine Pflanzen hungern lässt (nebenbei unethischerweise die Erntemenge schmälert, die Qualität des Produkts mindert, Raubbau am Boden und Humusgehalt betreibt...), handelt Gesetzeskonform??? Logik verzweifelt gesucht!!!

von Thomas Blöthner

Es wäre höchste Zeit

das die Entscheidungsträger mal auf die völlig maroden Abwassersysteme der Kommunen schauen, möchte nicht wissen was da so alles versickert. Aber dieses Fass macht keiner auf denn das würde teuer werden. Das ist mit der Landwirtschaft billiger zu machen ...... lg

von Hermann Kamm

Wiederspruch ohnes gleichen,

bei Ammoniakemissionen müssen wir Landwirte darauf achten möglichst viel N in den Boden einzuarbeiten, was auch zu mehr Nitrat führt. Bei den Diesel Fahrzeugen, Auto, Lkw, die mit AD Blue Betrieben werden spricht keiner über Ammonium Emissionen !!!!!!!! Vielleicht sollten unsere Politiker die fachliche Praxis nicht ganz außer acht lassen. Die Technik zur Einarbeitung von flüssigen organischen Dünger ist ja auf Ackerflächen OK, aber z.b. auf Grünland ist es bestimmt kein Vorteil, denn wo die Gülle streifenförmig ausgebracht wird, wächst vermehrt Wiesenunkraut.

von Theo Strake

Politik hat versagt

Warum durften gewerbliche Tierhaltung und Biogasanlagen ohne Bilanzierung zusätzlich zur Tierhaltung düngen ? Die Vorgaben von den Tierhaltern hätten dort genauso gelten müssen. Die Landwirte haben damals gemacht was die Politik wollte. Das zuviel Dünger das Wasser belastet haben wir vor 30 Jahren in der Höla gelernt. Politiker und sonstige Entscheidungsträger wissen gar nicht was sie anrichten. Wir Lanndwirte sollen es gewesen sein obwohl andere die Fehler gemacht haben. Davon redet aber keiner-

von Markus Groenen

In der Praxis...

.... Ich frage mich, weshalb man so ein geeier um die einfachsten Maßnahmen macht? Weshalb ist die Einarbeitungfrist erst ab 2025 relevant? Das ist eine Maßnahme, welche sofort umgesetzt werden kann und muss. Die technischen Voraussetzungen sind hier schon seit Jahren am Markt und funktionieren in allen Gebieten. Ich organisiere seit über 20 Jahren eine Güllegemeinschaft und heute diskutieren wir noch immer über die Themen aus dem 90iger Jahren. Vielleicht sollte wir mal darüber nachdenken, wie glaubwürdig wir in manchen Situationen sind?

von Heinrich Roettger

Jetzt bleibt uns nur der Klageweg!

Der pauschale 20%ige Abzug von einer bedarfsgerechten Düngung ruft quasi nach einer Musterklage der betroffenen Landwirte in Deutschland. Sie wird sicher kommen und hat aus unserer Sicht höchste Erfolgschancen vor Gericht.Dem Klimawandel können wir schliesslich nicht mit einem politisch willkürlich verordnetem Humusverzehr begegnen. Wacht auf und kämpft liebe Berufskollegen.

von Wilhelm Grimm

Was kann man gegen Dumme machen ?

Abwählen !

von Karl-Heinz Mohrmann

Wenn das so bleibt kann sich Frau Klöckner und die CDU warm anziehen. Es zieht echter Unfrieden auf in meiner Region

von Willy Toft

Einmal nach Dänemark schauen, die nehmen gerade alle Restriktionen in dem Bereich zurück!

Die Dänen haben erkannt, dass sie mit ihrer vergangenen Politik keinen Qualitätsweizen mehr erzeugen konnten, und viele Tonnen Soja und andere Eiweißfuttermittel importieren mussten, was wiederum zur Urwaldrodung beigetragen hat! Wir können die Pflanzen nicht verhungern lassen, am Ende wird es uns von den Höfen drängen, denn Wirtschaftlichkeit muss gegeben sein!

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