Blauzungenkrankheit: SH empfiehlt freiwillige Impfung von Schafen, Ziegen und Rindern

Angesichts des Ausbruchs der Blauzungenkrankheit in Frankreich empfiehlt das Landwirtschaftsministerium von Schleswig-Holstein, Rinder, Schafe und Ziege gegen die Tierseuche zu impfen und so die Bestände zu schützen. "Die Impfung schützt sicher vor einer Infektion."

Angesichts des Ausbruchs der Blauzungenkrankheit in Frankreich empfiehlt das Landwirtschaftsministerium von Schleswig-Holstein, Rinder, Schafe und Ziege gegen die Tierseuche zu impfen und so die Bestände zu schützen. "Die Impfung schützt sicher vor einer Infektion. Damit können Tierhalterinnen und Tierhalter auch verhindern, dass ihre Tiere leiden", sagte Staatssekretärin Anke Erdmann am Dienstag.

Derzeit werden in Frankreich nahe der deutschen Grenze weiterhin Fälle von Blauzungenkrankheit gemeldet. Die betroffenen Betriebe liegen nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Auch in weiteren Nachbarstaaten wird das Virus derzeit nachgewiesen. Das Risiko für eine Einschleppung nach Deutschland ist daher hoch.

Bei der Blauzungenkrankheit handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche, die über Stechmücken auf Rinder, Schafe und Ziegen übertragen wird. Für den Menschen ist diese Viruserkrankung ungefährlich.

Das Virus führt bei infizierten Tieren zu Fieber, Entzündung der Schleimhäute an Lippen, Nase, Zitzen und Euter, Ödemen im Kopfbereich und an den Gliedmaßen sowie zu Atemwegserkrankungen. Vor allem bei Schafen kann diese Tierseuche zu schwerwiegenden Symptomen führen. Stellen Tierhalterinnen und Tierhalter verdächtige Symptome fest, so sollte umgehend der Tierarzt kontaktiert werden.

Geeignete Impfstoffe sind auf dem Markt verfügbar. Vor der Impfung ist bei der zuständigen Veterinärbehörde eine Impfgenehmigung zu beantragen.

Ein weiterer Vorteil dieser Impfung ergibt sich für den Tierverkehr. Im Falle eines Ausbruchs der Blauzungenkrankheit in Deutschland können geimpfte Tiere aus den dann eingerichteten Restriktionszonen von 150 Kilometern transportiert werden. Geimpfte Tiere sind somit nicht von den erheblichen Handelseinschränkungen betroffen. Die Impfung muss allerdings mindestens 60 Tage zurückliegen. Eine rechtzeitige Impfung schützt somit die Tiere vor Symptomen, aber auch die Landwirte vor wirtschaftlichen Verlusten.

Hintergrund:

Die Blauzungenkrankheit ist eine durch das Blauzungenvirus verursachte Infektion der Rinder, Schafe und Ziegen, die ausschließlich durch Stechmücken übertragen wird. Menschen können sich nicht infizieren. Die Krankheit tritt in Nordeuropa vor allem in der Insektenflugzeit in den wärmeren Monaten auf.

Deutschland wurde das Virus letztmalig Ende 2009 nachgewiesen. Seit dem Jahr 2011 ist Deutschland offiziell frei von dieser anzeigepflichtigen Tierseuche. Jedes Jahr wird eine Stichprobe von Tieren aus ganz Deutschland auf das Virus untersucht, es gab bisher aber keinen Hinweis auf infizierte Tiere in Deutschland.

Die Blauzungenkrankheit ist in allen EU-Mitgliedstaaten anzeigepflichtig.

64 Tierschutzaktivisten angeklagt

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

Schreiben Sie Alfons Deter eine Nachricht


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen