Agrarpolitik

BMEL bestätigt Umschichtung der Direktzahlungen Premium

Im kommendem Jahr sollen die Direktzahlungen zu Gunsten der Agrarumweltprogramme weiter gekürzt werden. Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) lenkt bei der Umschichtung ein.

Das BMEL bestätigt, dass es eine höhere Umschichtung von den Direktzahlungen hin zu den Agrarumweltprogrammen in der 2. Säule plant. „Über den Umschichtungssatz für 2020 findet zurzeit eine Ressortabstimmung statt. Er wird ein höherer sein“, teilt das BMEL in dieser Woche auf Anfrage von top agrar mit. Einen konkreten Prozentsatz will das BMEL noch nicht nennen. Noch gebe es auch keinen Termin für die Abstimmung darüber im Bundeskabinett, heißt es beim BMEL weiter. Die Zustimmung zur Umschichtung kann eine Bestätigung dafür sein, dass die „Kuhhandel“ Gerüchte zwischen CDU und SPD zu den Themen Tierwohllabel und Umschichtung stimmen. Die Regelung muss laut dem BMEL spätestens bis Ende September stehen, damit sie Anfang des Jahres in Kraft treten kann. Unternimmt die Bundesregierung nichts, würde kein Geld von den Direktzahlungen in die 2. Säule umgeschichtet. Zuvor muss allerdings noch der Bundestag darüber abstimmen.

Länder sollen nicht mehr gefragt werden

Eine erneute Befragung der Länder etwa bei der Ende September stattfindenden Agrarministerkonferenz...

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Diskussionen zum Artikel

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von Heinrich Esser

@Saltenberger

Ich stimme Ihnen bedingt zu. Es gibt zwar einige, die meinen, sie müssten uns bevormunden, allerdings sind das nicht die Meisten, sondern die Lautesten. Wenn man öfter mal das Gespräch mit den Verbrauchern sucht, wird man nämlich feststellen, dass diese unverhältnismäßig kritischen Stimmen in der Unterzahl sind. Und diese Umschichtung wird den Landwirten helfen, obwohl der DBV etwas anderes skandiert (vielleicht auch gerade deswegen sollte man die Direktzahlungen skeptisch sehen). Es ist nämlich, wie bereits beschrieben, nicht so, dass man uns Geld weg nimmt, sondern so ist das Geld überhaupt erst da. Daher kann man uns in diesem Zusammenhang nicht als Sündenbock oder Spielball sehen.

von Rudolf Rößle

wir tun

Euch einen Gefallen und säen 2020/2021 auf den Flächen, die nicht zur eigenen Futterversorgung dient komplett mit Blumenwiesen ein. Das in ganz Europa. Wie Europa dann 2021/2022 denkt wäre super spannend.

von Harald Finzel

Das Problem mit der Umschichtung ist doch...

... dass zu erwarten ist, dass das Geld, das den Bauern aus der "ersten Tasche" genommen wird, nicht in der "zweiten Tasche" der Bauern ankommt, sondern vermehrt für nichtlandwirtschaftliche Zwecke (z.B. Unterhalt von NABU-Flächen, Radwegebau, ...) verwendet wird. Außerdem ist unklar, was die Umschichtung der EU-Mittel für die von Bund und Ländern in die zweite Säule gezahlten Gelder bedeutet. Hier wäre der Bauernverband gefragt, drauf zu drängen, dass die Länder bemächtigt (und verpflichtet!) werden, mit Eigenmitteln ALLE Anträge auf Umweltmaßnahmen zu bewilligen. Es kann nicht sein, dass die Bauern sich für 5 Jahre verpflichten, das Land aber nach einem Jahr eigenmächtig die Zahlungen kürzt, weil nicht genügend Geld da ist. Oder - wie jüngst in Sachsen-Anhalt - von 12.000 ha Öko-Anträgen nur 5.000 ha finanzierbar sind. Außerdem muss die Antragsstellung zeitlich flexibler möglich sein (nicht nur nach vollendeter Herbstaussaat!). Und vor allem muss der Bauer endlich mit Umweltschutz Geld verdienen können, statt wie bisher mit einem Kompensationsbetrag für Mehraufwände abgespeist zu werden. Es gäbe also viel zu tun für den DBV - und jetzt wäre der richtige Zeitpunkt, diese Debatte in der Öffentlichkeit aktiv mit zu gestalten. Alleine beim Zustand dieses lahmen Haufens ist zu erwarten, dass Rukwied & Co erst dann in die Gänge kommen, wenn das Kind schon im Brunnen liegt. Wenn überhaupt...

von Wilfried Saltenberger

Antwort

Hallo Herr Esser , ich glaube es geht hier nicht mehr um 1. oder 2. Säule verm. haben sie sogar recht mit ihren Vermutungen . Es geht vielmehr darum das wir nicht mehr weiter Spielball und Sündenbock für alles und jeden zu machen der meint eine Ahnung von unserem Geschäft zu haben . Letztlich haben wir und unsere Eltern mit unzähligen Arbeitsstunden meist unentgeltlich dafür gesorgt das die Gesellschaft sich alles das leisten kann was sie sich heute leistet. Der Dank dafür ist viele Freizeitsuchende mit viel Zeit die uns jederzeit zu allem und jedem bevormunden. Letztlich sind wir vermutlich selber Schuld an unserer Situation weil wir alles mögliche und unmögliche für unsere Betriebe tun nur um der Tradition gerecht zu werden .Wir Landwirte sind leider zu gesellschaftlichem Schlachtvieh geworden das zur politischen Schlachtbank geführt wird . Wir sollten jetzt endlich wach werden und uns nichts mehr gefallen lassen . Mit Kuschelkurs ist das leider nicht mehr zu erreichen .

von Heinrich Esser

Frage an die Kommentatoren

Kann mir jemand sagen, warum es anscheinend so schlecht ist, Gelder in die zweite Säule zu schieben? Immerhin wird dadurch die vielfältige Fruchtfolge gefördert und damit die Leguminosen halbwegs konkurrenzfähig. Blühstreifen und Vertragsnaturschutz sorgen nicht nur für gute PR, sondern sind auch noch nützlich für die Artenvielfalt (mal abgesehen davon glaube ich nicht, dass wir dadurch deutlich mehr importieren müssen). Junglandwirteprämie und eine Prämien für die betriebliche Entwicklung sind weitere wichtige Punkte für eine Umschichtung. Währenddessen - und das wurde hier schon oft gesagt - sorgt die Flächenprämie nur für hohe Pachten und für eine schnellere Betriebsaufgabe kleinerer Betriebe. Die Gewinner dieses Systems sind Großbetriebe und diejenigen mit viel Eigenland.

von Wilfried Saltenberger

Leere Regale

Ich hoffe dies alles führt baldmöglichst dazu , das in den Supermärkten die Regale einmal leer bleiben . Das ist die letzte Hoffnung die uns Landwirten noch bleibt . Wir produzieren auf höchstem Niveau Lebensmittel zum halben Preis wie vor 50 Jahren und ich weiß ehrlich gesagt nicht wie lange wir dieses Level noch durchhalten. Der Bevölkerung wird dies erst bewusst wenn der letzte Bauer das Tor schließt und wir uns richtig abhängig von Importware gemacht haben . Aber das macht nichts die deutsche Industrie , zu deren Vorteil wir geopfert werden siehe die letzten Trumpverhandlungen in Bezug auf Rindfleisch,wird uns dann alle ernähren .

von Hermann Kamm

Verkauft,verraten,

belogen, so siehts mit der Landwirtschaft in der BRD aus. Wann steht der Berufstand auf?

von Sonja Rimböck

Es wird Zeit das der Berliner Flughafen fertig wird ,damit der Amerikaner die Rosinenbomber Schicken kann !Den die Landwirtschaft wird Ja in Deutschland nur noch von ....... in den Boden getretten.Liebe Politiker nehmt uns doch alles (Auch die Arbeit)damit eure Gier befriedigt ist,Den bei einer Inteligenzsteuer müßtet Ihr Verhungern !! Rimböck Alfons

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Die Mehrheit der Bürger hält uns, nicht den einzelnen, sondern uns als Berufsstand für unglaubwürdig. Wir haben in der Vergangenheit wenig Rücksicht auf Umwelt und Natur gelegt und tun das noch heute. Wir versuchen der Natur soviel abzuringen, wie möglich. Das ist unsere berufliche DNA. Jeder volkswirtschaftlich gebildete Mensch müsste wissen, dass der größte Profiteur dieser Handlungsweise der Nahrungsmittelkäufer ist. Diese einfachen Wahrheiten haben die Berufsverbände nie kommuniziert. Profitgier des Produzenten und Konsumgier des Verbrauchers sind die zwei Seiten einer Münze. Aber es wird nur das Bild des profitgierigen Agrariers gesehen. Es helfen keine vorsichtigen Aufklärungskampagnen, die Meinungsmacher werden nicht erreicht. Es hilft nur Protest auf allen Feldern, die uns bleiben! Boykott des Ehrenamtes, Parteiaustritt bei CDU und Co., Aufruf zur Wahl der AfD und Wahl der AfD. Ich glaube nicht, das die eine bessere Politik machten, aber am Ende zählt jede Stimme. Dazu waren wir doch immer gut genug.

von Guido Müller

Der Bürger ist satt

Der heutigen Bevölkerung ist nicht mehr bewusst, woher unsere Lebensmittel kommen. Alles hat seinen Weg über Konzerne - bis auf wenige Hofläden. Vor 70 Jahren war man erleichtert, dass es wieder genug zu Essen gab. Heute sind alle "satt" da es zu jeder Zeit - 24- Std. - Nahrung ohne Ende gibt. BMEL, Zeitreise Ernährung: "Nach den Jahren des Hungers wird Westdeutschland in den 1950er-Jahren von einer regelrechten „Fresswelle“ erfasst. Je mehr und je reichhaltiger, umso besser! Der Konsum von Schweinefleisch pro Jahr erhöht sich pro Kopf und Jahr von 1950 bis 1960 von 19 auf 30 Kilogramm. Der Verbrauch von Geflügel verdreifacht sich sogar. Essen ist überall Thema, auch im Fernsehen..." Damals hat keiner nach Ferkelkastration, Stickstoff, CO2, Spritzmittel ... gefragt. Heute gibt man den Haus-Tieren "Essen" - kein "Fressen"! - und das mit Bio-Rindfleisch, -Hühnchen...! Die alte Generation sgte: Wer jeden Tag Kuchen isst, weiß nicht wann Sonntag ist. Die Leute meinen heute, es gäbe nur noch Sonntage und suchen sich - weil Langeweile -immer neue Probleme.

von Stefan Brockhausen

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von Klaus Volker Reuhl

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