BÖLW: Die Gentechnik-Industrie hat ihre Versprechen nicht gehalten

Nach Auffassung des Vorsitzenden vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, gibt es nach 20 Jahren des Anbaus gentechnisch veränderter (GV) Pflanzen keinen Grund zu feiern, da die Versprechen der Gentechnik-Industrie nicht gehalten wurden.

Nach Auffassung des Vorsitzenden vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, gibt es nach 20 Jahren des Anbaus gentechnisch veränderter (GV) Pflanzen keinen Grund zu feiern, da die Versprechen der Gentechnik-Industrie nicht gehalten wurden.

„Bis heute gibt es keine kommerziell nutzbaren Pflanzen, die durch Gentechnik höhere Erträge, Salz- und Trockentoleranzen oder sonstige Eigenschaften zeigen würden, die für die globale Ernährungssicherung von Bedeutung wären. Fakt ist, dass ausschließlich ‚Convenience-Technologien’ auf den Acker kommen“, erklärte Prinz Löwenstein vor Journalisten in Berlin.

Seinen Worten zufolge ermöglichen und befördern diese Pflanzen eine großflächige Monokulturlandwirtschaft, die mit wenigen Arbeitskräften und ohne Rücksicht auf Fruchtfolgen auskommt und dabei den Einsatz von Pestiziden noch vergrößert. Täglich zeige die herkömmliche Züchtung, dass in der konventionellen und in der Biosaatgutforschung bereits Lösungen entwickelt worden seien, um lokal erfolgreich und ökologisch zu wirtschaften.

Die indische Genetikerin Suman Sahai betonte im Hinblick auf ihre Forschungsarbeit, dass Gentechnik der falsche Ansatz sei, um in den Ländern des Südens den Hunger zu besiegen.

Der Sprecher für Agrogentechnik der Grünen, Harald Ebner, ergänzte, die von Sahai geschilderte Situation in Indien, aber auch die Entwicklungen in Südamerika belegten, dass die Agrogentechnik keinen Beitrag zur Sicherung der Welternährung leisten könne.

Dagegen unterstrich die agrar- und ernährungspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan, dass eine verantwortungsvolle Nutzung der Züchtungsmethode Gentechnik Arbeitsplätze und Wohlstand schaffe. Das Denken von „entweder - oder“ sollte überholt sein. Im Sinne einer Linderung des Welthungers und der Stärkung der Nachhaltigkeit der Landbewirtschaftung sei eine innovative, nachhaltige Landwirtschaft gefordert, die technische Möglichkeiten nutze, zu denen auch der Anbau von GV-Pflanzen gehören sollte. (AgE)

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