Landnutzung

Bundesregierung räumt zu hohen Flächenverbrauch ein

Deutschland kommt bei der Reduzierung des Flächenverbrauches nicht richtig weiter. Vom Ziel, den täglichen Flächenverbrauch bis 2030 auf unter 30 ha zu senken, ist es weit entfernt.

Der Flächenverbrauch in Deutschland ist mit für 2017 ausgewiesenen 58 ha täglich weiterhin zu hoch. Das räumt die Bundesregierung im Umweltbericht 2019 ein, den sie aktuell vorgelegt hat. Eine Fortsetzung der Entwicklung der letzten Jahre werde nicht genügen, um die vorgegebenen Reduktionsziele zu erreichen, heißt es in dem Bericht. Eine bessere Nutzung bestehender Siedlungsflächen sei eine der zentralen Herausforderungen, wobei derzeit - mit Blick auf die Zuwanderung von außen - erhebliche Unsicherheiten über die künftige Bevölkerungsentwicklung in Deutschland bestünden. Es bedürfe in weit stärkerem Umfang einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung, die dem Prinzip „Innen- vor Außenentwicklung“ folge und den Neubau auf der „grünen Wiese“ weitestgehend vermeide.

In der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie sei deshalb ein die Beschreibung des Flächenverbrauchs ergänzender Indikator eingeführt worden, der die „Siedlungsdichte“ beobachte, führt die Bundesregierung aus. Ziel sei es, die Siedlungsdichte zumindest konstant zu halten. Verwiesen wird auf das in der Nachhaltigkeitsstrategie festgelegte Ziel, den täglichen Flächenverbrauch im Mittel bis 2030 auf unter 30 ha zu senken.

Das Bundesumweltministerium habe sich im Integrierten Umweltprogramm für eine Reduzierung auf höchstens 20 ha pro Tag ausgesprochen, um der Linie zu folgen, die im Klimaschutzplan 2050 vorgezeichnet sei, heißt es weiter. In dem Plan werde nämlich für 2030 das Flächenverbrauchsziel Netto-Null angestrebt.

Baugesetzbuch-Novellen in den Jahren 2014 und 2015 haben der Bundesregierung zufolge allerdings planungsrechtlich die erleichterte Unterbringung von Flüchtlingen ermöglicht sowie 2017 den Wohnungsbau unter Einbeziehung von Außenbereichsflächen in das beschleunigte Verfahren erleichtert. Diese Neuregelungen hätten die Auswirkungen auf den Flächenverbrauch nicht in den Blick genommen, seien jedoch in ihrer Anwendung bis Ende 2019 befristet. Derzeit stünden allerdings Forderungen im politischen Raum, diese Frist zu verlängern oder ganz aufzuheben. Die Novelle des Raumordnungsgesetzes 2017 hingegen habe in ihren Grundsätzen neu verankert, dass dem Flächenverbrauch in der Raumplanung unter anderem durch quantifizierte Vorgaben entgegengewirkt werden solle.


Diskussionen zum Artikel

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von Renke Renken

Bauen auf Teufel komm heraus,

Gewerbegebiete, Straßen, Wohnbebauung, Industrieanlagen - es muß investiert werden, damit sich die Maschinerie weiterdreht - das braucht Fläche und Natur - sonst kollabiert der Sozialstaat und das überbordende Verwaltungswesen. Flächenverbrauch netto null, was heißt das?, bedeutet doch nichts anderes, als das endlich jemand anfängt leerstehende Industrieanlagen , abbruchreife Immobilien und dergleichen zu beseitigen - und wer soll das bezahlen, wer will wen dazu zwingen? Man kann nur konsterniert feststellen, daß wir mit unserem Anspruchsdenken allerwegens an Grenzen stoßen - Luft, Klima, Landschaft und Natur leidet unter unseren Ansprüchen. Aber wie den Weg zur Umkehr finden, immer wenn wir mit irgendetwas angefangen haben, haben wir plötzlich festgestellt, daß es zu teuer wird, und haben die Bremse gezogen, siehe Windstrom, Solarstrom - wir können ja nicht mal Energiewende und wollen dennoch die Welt retten...........

von Hermann Kamm

Da sieht man das man von dieser

Regierung nur belogen und betrogen wird! Deshalb muss die Landwirtschaft irgendwann weichen.

von Gregor Grosse-Kock

Zum Flächenverbrauch

Das Geschwätz der Politik ist kaum zu ertragen. Genau so drollig wie Fr Merkel fordert die Gewerkschaft solle doch ihren Job machen und doch ihr die Arbeit weg zunehmen und den Azubi Lohn anzuheben. Für wie Dumm werden wir mittlerweile gehalten.

von Egge Mansholt

Beste Fruchtfolge

Grünland, Ackerland, Bauland. Verkaufen kann man allerdings nur einmal und Geld kann man nicht essen.

von Erwin Schmidbauer

Es wird immer mehr gewollt

Der Flächenbedarf wird weiter steigen, dafür sorgt schon die weitere Expansion der Wirtschaft und der erhöhte Wohn- und Behördenflächenbedarf der Menschen. So lange dieser Luxuskonsum nicht eingedämmt wird, gibt es keine Lösungen.

von Wilhelm Grimm

Es wird gebaut wie entfesselt,

daher ist ein Zurück im Flächenverbrauch unrealistisch, Weit verhängnisvoller für den Naturhaushalt weltweit wird sich die ideologisch betriebene, jeder fachlichen Erfahrung und Erkenntnis zuwider laufende, Zerstörung unserer Kulturlandschaft durch Auflagen und Verbote auswirken.

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