Flutschäden

Bundestag bringt Fluthilfen auch für die Landwirtschaft auf den Weg

Der Bundestag hat erstmalig über den Hilfsfonds für die Flutgebiete beraten. Auch betroffene landwirtschaftliche Betriebe sollen von den 30 Mrd. € profitieren.

Der Bundestag hat am Mittwoch in erster Lesung über die Hilfen für die von der Hochwasser-Katastrophe betroffenen Regionen in Höhe von 30 Mrd. € beraten. Die Wiederaufbauhilfe soll voraussichtlich am 7. September vom Bundestag und am 10. September vom Bundesrat beschlossen werden.

Bei den Hilfszahlungen berücksichtigt werden auch die Land- und Forstwirtschaft sowie der Weinbau. CDU und SPD warben in der Aussprache für das dafür notwendige Gesetz. „Landwirte und Winzer verloren ihre Ernten. Ihre Gebäude und Maschinen wurden zerstört. Tiere ertranken. Die Existenz von Betrieben ist bedroht. Sie haben unsere Solidarität verdient", sagte die Stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Gitta Connemann.

Aufbauhilfegesetz berücksichtigt Land- und Forstwirtschaft

Mit dem Aufbauhilfegesetz 2021 soll all das, was zerstört wurde, wieder aufgebaut und angeschafft werden - vom Stall bis zum Traktor, erläuterte Connemann. „Unsere Land- und Forstwirte können auf uns vertrauen“, so Connemann weiter.

Auch der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Bernhard Krüsken, begrüßte die Entscheidung des Bundestages in seiner ersten Beratung über die Fluthilfe, auch die Land- und Forstwirtschaft und die Winzer bei den sogenannten Fluthilfen zu berücksichtigen. „Viele Landwirte und Winzer haben nicht nur massive Ernteausfälle durch die Unwetter-Katastrophe erlitten, sondern auch Haus und Hof verloren. Hier müssen Existenzen wieder aufgebaut werden. Daher ist es wichtig und richtig, dass auch sie bei den Hilfen zum Wiederaufbau berücksichtigt werden“, sagte er.

Flutschäden von 52 Mio. € auf Höfen in NRW

Durch die Hochwasserkatastrophe ist in Nordrhein-Westfalen nach einer ersten Schätzung ein Schaden von rund 52 Mio. € an Hofstellen in der Landwirtschaft sowie an Äckern und Grünland entstanden, teilte NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) in einem Bericht über das Hochwasser Mitte Juli an den Landwirtschaftsausschuss des NRW-Landtags mit. Auf etwa 15.000 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche sei ein Totalausfall der Ernte zu verzeichnen. Zudem entstünden Kosten für die Beseitigung von Ablagerungen - wie Geröll und Treibgut - sowie die Herstellung geschädigter Kulturflächen, heißt es in dem Bericht.

„Durch die Überschwemmung wird in NRW von 250 betroffenen Hofstellen ausgegangen“, teilte die Ministerin dem Ausschuss mit. Wirtschaftsgebäude, Maschinen und Geräte, Tierbestände, Futtervorräte sowie landwirtschaftliche Kulturen seien auf den überschwemmten Flächen zerstört, beschädigt oder in Mitleidenschaft gezogen worden.

Insgesamt sei die Nutztierhaltung in den Flutgebieten stark von der Katastrophe betroffen worden. Es seien vielerorts Schäden an Gebäuden wie Ställen oder Lagerhallen entstanden. Außerdem seien Futtermittelvorräte vernichtet worden. Im Kreis Euskirchen sei es zur Überschwemmung eines Putenstalles gekommen, in dessen Folge etwa 3.000 Puten verendet seien, hieß es.

220 Mio. € Schäden in der Landwirtschaft in Rheinland-Pfalz

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hatte am Mittwoch bei der Vorstellung ihres Ernteberichts 2021 von Schäden und Totalausfällen bei der Ernte in NRW und Rheinland-Pfalz berichtet. In Rheinland-Pfalz lägen die Schäden in der Landwirtschaft und bei den Winzern bei 220 Mio. €, berichtete Klöckner.


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