Bodenmarkt

BVVG spürt Dürrejahr

Die BVVG hat 2018 weniger Flächen verkauft als geplant. Die anhaltende Dürre und die schwierige Liquiditätslage vieler Betriebe drückte auf die Kaufnachfrage. 2019 legt die BVVG den Schwerpunkt auf den Verkauf landwirtschaftlicher Flächen über Ausschreibungen.

Die BVVG Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH hat 2018 nur rund 7.700 Hektar landwirtschaftliche Flächen veräußert. Das teilte die BVVG am Freitag in ihrer Jahresbilanz mit. Außerdem gingen 1.300 Hektar Wald und rund 750 Hektar Umwidmungsflächen an neue Eigentümer. Der Flächenumfang liegt niedriger als zu Beginn des Jahres geplant. Grund ist zum einen, dass die BVVG im Anfang des Jahres abgeschlossenen Koalitionsvertrag neue Aufgaben übertragen bekommen hat. Sie soll 20.000 Hektar BVVG-Flächen für das Nationale Naturerbe übergeben. Aber auch die Dürre und die schwierige Lage der Landwirte hat zu einer geringeren Verkaufsmenge gesorgt. „Dies drückte, wenn auch regional unterschiedlich, auf die Kaufnachfrage“, hieß es bei der BVVG am Freitag.

Verkaufspreise stabil

Die Verkaufspreise blieben bei der BVVG weitgehend stabil. Der Verkaufspreis für landwirtschaftliche genutzte Flächen (LF) lag 2018 bei durchschnittlich 20.195 €/ha. Im Jahr zuvor waren es 19.507 €/ha gewesen. Als durchschnittlichen Pachtpreis gibt die BVVG für 2018 rund 430 €/ha an. Im Vorjahr hatte der Pachtpreis noch bei 424 €/ha gelegen. Mit all ihren Aktivitäten hat die BVVG im Jahr 2018 einen Überschuss von 205 Mio. € erwirtschaftet, den sie an die Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS) abgeführt hat. Im Jahr 2017 hatte die BVVG rund 254 Mio. € Überschuss erzielt.

Nachfrage nach Boden bleibt hoch

Zur künftigen Kaufpreisentwicklung gibt sich die BVVG bedeckt. Aufgrund der deutlich reduzierten jährlichen Verkaufsfläche der BVVG seien repräsentative Aussagen zur Kaufpreisentwicklung nur noch sehr eingeschränkt möglich. „Grundsätzlich ist die Nachfrage nach Grund und Boden weiterhin hoch“, heißt es bei der BVVG. Auch künftig könnte Ereignisse wie eine wiederholte Dürre die Kaufnachfrage überlagern. „Der Einfluss der jährlich unterschiedlichen Zusammensetzung der Bodenqualitäten sowie der Anteile des verkauften Acker- und Grünlandes ist aufgrund der geringeren Verkaufsfläche deutlich ausgeprägter als in früheren Jahren“, lautet eine weitere Einschätzung der BVVG.

Schwepunkt liegt auf Ausschreibungen

Im Jahr 2019 liegen die Schwerpunkte der BVVG auf dem Verkauf landwirtschaftlicher Flächen über Ausschreibungen sowie auf der weiteren Bearbeitung der Erwerbsanträge von Alteigentümern. Insgesamt plant die BVVG im Jahr 2019 eine Privatisierung von rund 7.700 Hektar landwirtschaftlicher Fläche, darunter rund 7.300 Hektar zum Verkehrswert. Circa 18.000 Hektar sollen erneut verpachtet werden. Im Jahr 2016 hatten sich die ostdeutschen Länder darauf geeinigt, dass die BVVG pro Jahr nicht mehr als 10.000 Hektar landwirtschaftliche Fläche verkauft. Außerdem wurde die Losgröße bei Ausschreibungen landwirtschaftlicher Flächen auf möglichst maximal 15 Hektar reduziert und der Privatisierungszeitraum bis 2030 gestreckt. Deshalb erwartet die BVVG auf für 2019 einen ähnlichen Überschuss wie im abgelaufenen Jahr.

Noch 117.000 Hektar bis 2030 zu privatisieren

Insgesamt hat die BVVG damit seit Bestehen der Privatisierungsgrundsätze im Jahr 2007 rund 152.800 Hektar landwirtschaftliche Fläche direkt – also ohne Ausschreibung – an berechtigte Pächter veräußert, davon 59.600 Hektar in Mecklenburg-Vorpommern, 47.500 Hektar in Brandenburg, 18.700 Hektar in Sachsen-Anhalt, 27.000 Hektar in Thüringen. „Die BVVG hat mit diesen Direktverkäufen an Pächter einen Beitrag für die Stabilisierung und Entwicklung der ostdeutschen Landwirtschaftsbetriebe geleistet“, sagte der Geschäftsführer der BVVG Stefan Schulz. Über die Wahrnehmung der noch verbliebenen offenen Direkterwerbsberechtigungen im Umfang von noch rund 1.300 Hektar können die berechtigten Pächter spätestens bis zum Ablauf der zugrundeliegenden Pachtverträge im Jahr 2022 entscheiden. Bis zum Jahr 2030 muss die BVVG noch rund 117.000 Hektar landwirtschaftliche Flächen sukzessive über Ausschreibungen privatisieren. Jährlich werden darüber hinaus bis zu 20.000 Hektar landwirtschaftliche Flächen nach Ablauf der laufenden Pachtverträge neu verpachtet.

Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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