BVVG stoppt Privatisierung von Seen

Die Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) wird in nächster Zeit keine Seen ausschreiben. Das haben die Geschäftsführer Dr. Wolfgang Horstmann und Dr. Wilhelm Müller vor dem Hintergrund von Presseberichten betont, in denen vom angestrebten Verkauf des auch als Badesees beliebten Fahrlander Sees bei Potsdam die Rede war.

Die Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) wird in nächster Zeit keine Seen ausschreiben. Das haben die Geschäftsführer Dr. Wolfgang Horstmann und Dr. Wilhelm Müller vor dem Hintergrund von Presseberichten betont, in denen vom angestrebten Verkauf des auch als Badesees beliebten Fahrlander Sees bei Potsdam die Rede war. Kritisiert wird vor allem, dass die neuen Eigentümer der Öffentlichkeit den Zugang zu den Gewässern untersagen könnten. Andere befürchten den Ausverkauf ihrer Heimat. Die BVVG stoppte daraufhin die Veräußerung der Seen, begründete dies aber mit der starken Auslastung beim Verkauf landwirtschaftlicher Flächen: "Bei der BVVG hat derzeit der Verkauf landwirtschaftlicher Flächen an Pächter nach dem Entschädigungs- und Ausgleichsleistungsgesetz (EALG) absolute Priorität, die bis zum Ende des Jahres abgeschlossen sein muss", betonte Horstmann. Diese Zeit sollte genutzt werden, um die Diskussion über den Seenverkauf zu versachlichen und zu einer vernünftigen Absicherung der berechtigten Interessen der Allgemeinheit zu kommen.

Die BVVG hat laut eigenen Angaben bisher in den fünf neuen Bundesländern rund 14 000 ha Gewässerflächen privatisiert, davon rund 4 800 ha zu Naturschutzzwecken übertragen oder verkauft, 2 200 ha an Fischereibetriebe sowie 5 000 ha an Landwirtschaftsbetriebe veräußert. Zu den Gewässerflächen gehörten vor allem kleinere Teiche, Tümpel und Gräben. Von den rund 15 000 ha noch im Bestand der BVVG befindlichen Gewässerflächen seien 7 700 ha fischereiwirtschaftlich verpachtet und 3 000 ha für die Übertragung ins Nationale Naturerbe vorgesehen. So werde in Kürze der Gülper See einschließlich umliegender Flächen mit einer Größe von 660 ha der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe unentgeltlich übertragen; 2 600 ha seien mit Ansprüchen Dritter belegt, erläuterte die BVVG, die in den neuen Bundesländern derzeit noch rund 450 000 ha landwirtschaftliche sowie etwa 85 000 ha forstwirtschaftliche Flächen aus dem Erbe der DDR zu privatisieren hat.

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