Zukunft Landwirtschaft

CDU will Agrar- und Umweltpolitik zusammendenken

Aus Sicht der CDU ist es illusorisch zu meinen, man könne alles beim Alten belassen. Davor dürfe auch der Deutsche Bauernverband nicht die Augen verschließen.

Die CDU richtet ihre Agrarpolitik stärker an den gesellschafts- und umweltpolitischen Erfordernissen aus. Das machen die beiden Vorsitzenden des Bundesfachausschusses Umwelt und Landwirtschaft der Partei, Ursula Heinen-Esser und Albert Stegemann, im Interview mit Agra Europe deutlich.

Angesichts von großen Umweltproblemen, des Klimawandels und eines tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandels sei es illusorisch zu meinen, man könne alles beim Alten belassen, warnt die nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin. Das müsse man frühzeitig aufgreifen, „anstatt zu versuchen, etwas aufzuhalten, was nicht aufzuhalten ist“.

Die notwendigen Veränderungen seien so zu gestalten, „dass die Betroffenen den Weg mitgehen können und nicht überfordert werden“. Dies erfordere einen offenen und konstruktiven Diskurs und Dialog mit allen Beteiligten „und auch Kompromissbereitschaft“. Davor dürfe auch der Deutsche Bauernverband (DBV) nicht die Augen verschließen, „weil das die Landwirte keinen Millimeter nach vorne bringt“.

Es gehe darum, „Umwelt und Landwirtschaft zusammenzudenken“. Stegemann sieht seine Partei vor der Herausforderung, mehr Biodiversität, mehr Tierwohl und mehr Klimaschutz so zu organisieren, „dass die Wettbewerbsfähigkeit nicht oder möglichst wenig darunter leidet“. Beide Politiker räumen schwerwiegende Fehler in der Düngepolitik ein. „Politik und Interessenvertretung haben sich ein Stück weit verzockt“, sagt Stegemann.

Eingriffe ins Eigentum nur Ultima Ratio

Verständnis äußert Stegemann für den gegenwärtigen Unmut vieler Landwirte, weil eine ganze Reihe von Themen auf der politischen Agenda stehe, „die unsere Landwirtschaft vor neue Herausforderungen stellen“. Dies reiche von der Düngeverordnung über die Tierhaltung bis zum Insektenschutz. Bei der Umsetzung des Aktionsprogramms Insektenschutz werde man sich dafür einsetzen, „dass Landwirte weiterhin einen wirtschaftlichen Anreiz haben, ihre Flächen zu bewirtschaften“. Eingriffe in das Eigentum könnten nur die Ultima Ratio sein „und dürfen, wenn überhaupt, nicht ohne einen Ausgleich erfolgen“, versichert der CDU/CSU-Agrarsprecher. Stegemann wirbt zugleich um Verständnis, dass die Politik zum Handeln gezwungen sei: „Wegschauen und verdrängen bringt uns nicht weiter.“ Man müsse sich den Problemen stellen. Heinen-Esser betont die Notwendigkeit, bestehende Zielkonflikte zwischen den unterschiedlichen Anforderungen an die Landwirtschaft zu lösen „und dabei nicht über das Ziel hinauszuschießen“.

ASP in Westpolen: 80 Kilometer von Grenze zu Brandenburg

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

Schreiben Sie Agra Europe (AgE) eine Nachricht


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Matthias Zahn

Die CDU...

....macht gerade den Weg frei für das "Bundesministerium für Umwelt und Landwirtschaft"

von Bernhard ter Veen

zusammendenken...

Denken ??? Können die sowas auch ??? DIE CDU verkommt zu einem Gesangsverein. Selbst denken is wohl nicht mehr...nur noch zusammen Singen... und klatschen... Armes Deutschland Wie tief sind wir gesunken ...? !

von Hubertus Berges

Unsinn

Selten hat man hier so einen unsinnigen und absolut nichtssagenden Artikel gelesen. Völlig inhaltslos...und Politikerblabla. Frau Klöckner schickt ihre letzten Hörigen nach vorne. Schade für die CDU, dass wird sie massiv Stimmen im ländlichen Raum kosten.

von Heinrich Albo

Kaum zu glauben..

Die Politik hat wirklich absolut nichts verstanden! Sie sollte sich ausschließlich nach dem Fachwissen richten und nicht nach dem Mainstream und den NGOS ...Wir brauchen eine Politik die sich auch mal richtig mit den NGO s den Ideologen und den Medien anlegt! Ein weiter so kann es natürlich nicht geben ...Der Bogen ist schon überspannt...Wir müssen Auflagen und Bürokratie wieder abbauen ! Der Verbraucher bekommt bereits alles Angeboten ob Bio oder konventionell oder mehr Tierwohl. Er ist mit dem was er bekommt absolut zufrieden denn mehr Geld will er nicht ausgeben...Warum auch...Wir haben heute die besten Lebensmittel die es je gab. Die Demo war übrigens viel zu schwach.....Wo waren denn die 1000 km Stau ???? Wo wurde darüber berichtet?

von Heinrich Esser

Wenn das bedeutet,

dass sich die CDU endlich von den Direktzahlungen verabschiedet und sich für eine zielgerichtete Förderung einsetzt, finde ich diesen Weg richtig.

von Jörg Meyer

lächerlich

Wir Bauern werden dem Populismus zum Fraß vorgeworfen! Und die CDU macht mit, was kümmern mich Faktensagt sich manch Politker, Hauptsache ich werde wieder gewählt! Soo wird das nichts!

von Hubert Dabbelt

Es ist nicht gut wenn die Cristdemokraten die ländlichen Räume aufgeben!

Die CDU leistet unsere Gesellschaft einen Bärendienst wenn sie nur noch Politik für die Urbanen Eliten macht. Wir werden sonst in weitenteilen Europas Zustände wie in den USA bekommen. Bitte liebe Christdemokraten passt auf auch für unsere Kinder und Enkel!

von Rudolf Rößle

Unsinn

Geld von der ersten Säule in die zweite schaufeln und dann sagen Umweltleistungen werden gerecht bezahlt. Jetzt lasst uns den Spieß umdrehen und wir schicken eine Rechnung mit dem entgangenen DB für Umweltleistungen an das Ministerium. Wenn es zusätzlich kostet, müssen sie den Bürgern die Mehrbelastungen plausibel erklären. Viel Spaß

von Wilhelm Grimm

Die Eine redet vom Dialog, das sind realitätsferne Hirngespinste !

Die Andere will Agrar- und Umweltpolitik zusammendenken, was Bauern aus Eigennutz bereis über Generationen getan haben. Stets haben sie sich auch dem wandelden Umfeld anpassen müssen. Mit den derzeitigen Forderungen, die fachlich nicht mehr zu vertreten sind, ist ein Dialog und ein "zusammen denken" Irrsinn.

von Lars Henken

CDU für die Landwirte nicht mehr tragbar!!!

Aus meiner Sicht ist die CDU für uns Landwirte keine wählbare Partei mehr. Ich selbst bin noch CDU-Mitglied, aber ich denke das wird sich bald ändern. Was es bedeutet, wen Landwirtschaft- und Umweltpolitik zusammen gedacht wird, durften wir in letzter Zeit doch sehr direkt erleben. Beim "Kuscheln" hat Frau Schulze Frau Klöckner doch mehr als unter gebuttert. Wir deutschen Landwirte, die laut WHO die nachhaltigste Landwirtschaft auf diesem Planeten betreiben, werden mit neuen Vorschriften überzogen und im Gegenzug werden billige Lebensmittel aus dem Ausland bezogen. Dazu stellt sich die Politik hin und behauptet, man wolle die bäuerliche Landwirtschaft retten. Außerdem möchte man im Sinn der Bevölkerung handeln. Glyphosat ist das beste Beispiel, was dabei heraus kommt. NGO prügeln auf ein PSM ein, verbreiten Un- und Halbwahrheiten, die Bevölkerung unterschreibt Petitionen und ohne jeden wissenschaftlichen Beleg wir eines der am besten Untersuchten PSM verboten, weil das Volk es so will. Wie sagte es Frau Klöckner noch so schön: "Glyphosat ist ein totes Pferd." Machen wir so in Zukunft Politik? Wer am lautesten schreit wird gehört und die Politik folgt ohne Kritik? Nur Herr Kretschmer hat das Kreuz sich gegen irrsinnige Bürgerbegehren zu stellen, die von einem Bruchteil der Bevölkerung betrieben werden und die restliche Politik hat Angst um Wählerstimmen und Posten und verkriecht sich im politischen Schützengraben oder schlägt sogar selbst mit drauf. Und am Ende wird man sich Fragen, warum es in Deutschland keine Landwirtschaft mehr gibt. Und Wenn Putin oder Südamerika dann keine Lebensmittel mehr liefern wollen, dann kann die Bevölkerung im "Naturschutzgebiet Deutschland" Beeren sammeln gehen.

von Wilhelm Grimm

Auch die CDU ist der grünen Gehirnwäsche erlegen

und beteiligt sich an der bauernfeindlichen Propaganda oder sie hat einfach nur Angst vor der SPD und den Grünen und will ihre Pöstchen retten.

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen