Europäischer Bauernverband

Copa-Cogeca: EU muss Agrarmärkte stabilisieren

Die EU-Bauernpräsidentin Lambert fordert wegen Corona-Pandemie, Afrikanischer Schweinepest und Brexit Unterstützung für EU-Landwirte. Die Private Lagerhaltung für Schweinefleisch ist im Gespräch.

Die Präsidentin des Dachverbandes der europäischen Bauernverbände und Genossenschaftsbetriebe (Copa-Cogeca), Christiane Lambert, hat den EU-Agrarministerrat aufgefordert, die europäischen Agrarmärkte zu stabilisieren. Durch die Corona-Pandemie, den Brexit und die Afrikanische Schweinepest (ASP) seien Landwirte einem sehr unsicheren Marktumfeld ausgesetzt, so die Bauernpräsidentin. Gegenüber den EU-Agrarministern sagte Lambert: „Landwirte benötigen Planungssicherheit und Unterstützung, um für mehr Nachhaltigkeit zu arbeiten.“

Agrarmärkte unter Druck

Im Rahmen der Sitzung des EU-Agrarrates berichteten die Agrarminister über die Marktsituation in den jeweiligen Mitgliedstaaten. Eine Reihe von Faktoren setze die europäischen Agrarmärkte unter Druck, so die Agrarminister. Vor allem die Ausbreitung der ASP beunruhige die EU-Mitgliedstaaten. Cogeca-Präsident, Ramon Armengol sicherte die Unterstützung der europäischen Landwirte und Genossenschaften zu, bei allen Maßnahmen zu helfen, die die Auswirkungen der ASP verringern können. Gleichzeitig rief er die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten dazu auf, die Wildschweinpopulationen noch stärker einzudämmen.

Die EU-Agrarminister erkennen im Nachfragerückgang der Gastronomie durch die Corona-Pandemie einen weiteren Schock, vor allem für den Wein- und den Fleischsektor. Hinzukommt die Angst vor einem ungeregelten Brexit, der für weitere Verwerfungen auf den Agrarmärkten sorgen würde. Im Hinblick auf diese Entwicklungen, forderte Lambert zusätzliche Maßnahmen der EU-Kommission zur Marktstabilisierung. Diese seien ausdrücklich nicht aus Mitteln der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) zu finanzieren, so Lambert.

Lagerhilfen für Schweinefleisch im Gespräch

EU-Agrarkommissar Wojciechowski hat bereits die Einführung von Beihilfen zur Privaten Lagerung von Schweinefleisch erwogen. Es bestehe unter anderem die Möglichkeit von Beihilfen zur Privaten Lagerhaltung (PLH), sagte Wojciechowski nach dem Agrarrat am Montagabend vor der Presse. Die Afrikanische Schweinepest (ASP) und die damit einhergehenden Exportbeschränkungen stellten ein besonderes Problem dar. Außerdem leide der Fleischabsatz unter der Corona-Krise und den Unsicherheiten rund um den Brexit.

Zügiger GAP-Trilog

Mit Blick auf den kürzlich gestarteten GAP-Trilog verlangte Lambert, dass dieser in einer offenen und gemeinschaftlichen Weise zu führen sei. Demokratische Prozesse seien zu respektieren, so die Bauernpräsidentin. Dies kann als Aufforderung an die EU-Kommission verstanden werden, den Trilog nicht zu verlangsamen. Kommissionsvize Frans Timmermanns, hatte für Irritationen gesorgt, als er zu Beginn des Triloges in Betracht zog, den Gesetzesvorschlag der Kommission zurückzuziehen. Er fordert vom EU-Agrarrat und dem Europaparlament mehr Umweltambition zu zeigen und eine Verankerung der Ziele des Europäischen Green Deal in der neuen GAP. EU-Verbraucherkommissarin Stella Kyriakides schloss gegenüber den EU-Agrarministern am Montag jedoch aus, dass die EU-Kommission die GAP-Reform gänzlich neu aufrollen werde.

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