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Corona-Pandemie lässt Exportklima der Ernährungsindustrie einbrechen

Nach Einschätzung der Nahrungsmittelhersteller wird die Pandemie auch in den nächsten sechs Monaten das Exportgeschäft beeinflussen.

Lesezeit: 3 Minuten

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben zu einem deutlichen Einbruch der Stimmung der exportierenden Ernährungsindustrie geführt. Das ergab eine neue Umfrage der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) durchgeführt durch die AFC Management Consulting.

Sowohl eine Eintrübung der Aussichten hinsichtlich Geschäftslage als auch Geschäftserwartungen im Lebensmittelexport führten mit einem Minus von 41 Prozentpunkten im Vorjahresvergleich zu dem stärksten Rückgang seit Beginn der Erhebungen.

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Die Corona-Pandemie hat damit den Abwärtstrend des Stimmungsbarometers aus dem Vorjahr erheblich verstärkt. Nach Einschätzung der Unternehmen wird die Pandemie auch in den nächsten sechs Monaten das Exportgeschäft beeinflussen. Gut 36 % der Exporteure erwarten in Zukunft rückläufige und nur 20 % steigende Absätze.

Für die Ernährungsindustrie ist das Exportgeschäft ein wichtiges Standbein, um neben dem Geschäft auf den Binnenmärkten zusätzliches Wachstum zu generieren. Daher hat die Erschließung neuer Absatzmärkte im Ausland eine besondere Bedeutung für die Branche. 2020 konnte jedoch die Mehrzahl der Unternehmen (56 %) keine neuen Märkte erschließen, bei 13 % nahm die Anzahl der Absatzmärkte im Ausland sogar ab. Nur 31 % konnten ihre Exportmärkte weiter diversifizieren.

Auch der Blick in die Zukunft ist wenig optimistisch. Die Mehrzahl der Unternehmen (54 %) plant auf Basis der heutigen Weltwirtschaftslage in den nächsten 12 Monaten keine neuen Märkte zu erschließen. Neben Unsicherheiten als Folge der Pandemie sind die Gründe hierfür auch in Handelshemmnissen durch politische und wirtschaftliche Krisen sowie bürokratische Hürden zu suchen. Gleichzeitig ist eine steigende Tendenz, insbesondere in Drittländern, bei Zeit und Kosten einer Markterschließung zu beobachten, so die BVE.

"Damit die Ernährungsindustrie nach der Corona-Pandemie zurück auf den Wachstumspfad gelangt, muss auch der internationale Handel wiederbelebt und der Abschluss von Handelsabkommen mit strategisch wichtigen Märkten wie beispielsweise dem Vereinigten Königreich rasch vorangebracht werden", so Stefanie Sabet, Geschäftsführerin der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie.

In den bestehenden Handelsstreitigkeiten zwischen der EU und den USA braucht es ihrer Meinung nach eine Deeskalation für den Lebensmittelaußenhandel und eine Kompensation betroffener Unternehmen. Die WTO müsse erfolgreich reformiert und faire Wettbewerbsbedingungen für den Weltagrarhandel geschaffen werden, fordert Sabet.

Und Prof. Dr. Otto A. Strecker, Managing Partner bei AFC, ergänzt: "Neben den Auswirkungen der Corona-Pandemie steht die Branche weiterhin vor Belastungen wie den US-Strafzöllen, einem möglichen Scheitern der Vertragsverhandlungen zwischen Europäischer Union und Vereinigtem Königreich, Handelsstreitigkeiten zwischen China und den USA aber auch der hohe Preisdruck im internationalen Wettbewerb sowie der harte Wettbewerb im nationalen Markt."

Gefragt wurde in der aktuellen Umfrage auch nach den wichtigsten Absatzmärkten der Branche. Diese liegen 2020 weiterhin im Europäischen Binnenmarkt. Während die Befragten für Frankreich und Italien sinkende Absatzerwartungen angaben, verspricht sich die Branche insbesondere vom Export nach Polen und in die Niederlande Wachstum. Die Erwartungen an die Drittlandsmärkte sind überwiegend positiv. China und Ukraine liegen an der Spitze gefolgt von Vietnam und der Schweiz. Rückläufige Erwartungen wurden für die USA und das Vereinigte Königreich angegeben.

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