Landtourismus

Coronakrise: Lockdown-Frust statt Urlaubs-Lust

Für viele Höfe ist der Landtourismus zu einem wichtigen Standbein geworden. Der Corona-Lockdown trifft die Ferienhöfe nun besonders heftig. Und die staatlichen Hilfen kommen nur schleppend an.

Auch der Landtourismus bleibt vom Beherbergungsverbot nicht verschont. Die Bundesregierung hat den vom Lockdown betroffenen Branchen zwar umfangreiche Finanzhilfen versprochen. Doch vor allem Betreiber von Ferienbauernhöfen profitieren kaum von den Hilfen:

Zum einen ist das Hilfspaket nicht auf landwirtschaftliche Betriebe zugeschnitten, zum anderen muss der Gesamtbetrieb einen bestimmten Umsatzrückgang im Vergleich zu dem Vorjahr nachweisen.

Pro Betrieb fehlen 33.000 €

Der Ferienbetrieb ist für viele aber nur ein Zuerwerb. Die Umsätze sind gemessen an den Einnahmen aus der herkömmlichen Landwirtschaft vergleichsweise gering. Daher scheitern viele Landwirte an dieser Grenze.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft für Urlaub auf dem Bauernhof und Landtourismus (BAG) schätzt die Einbußen der Branche seit Beginn der Pandemie auf knapp 330 Mio. €, 140.000 Betten stehen leer. Durchschnittlich fehlen seit Pandemiebeginn pro Betrieb gut 33.000 € Umsatz, wobei die Spannbreite sehr weit ist.

Grundsätzlich blicken die Gastgeber auf dem Land jedoch positiv in die Zukunft und das Reisejahr 2021. Laut der BAG glauben 72 % der Ferienhöfe, dass sich der Landtourismus zügig von der Coronapandemie erholen kann. Mehr noch, die Anbieter im Landtourismus verzeichnen eine steigende Nachfrage und großes Interesse am Urlaub auf dem Land, auch durch die Coronapandemie. Was fehlt ist die Öffnungsperspektive.

Um diese Sorge der Landwirtsfamilien weiß auch Julia Schmalstieg vom Urlaubsportal LandReise.de: „Vor allem die Perspektivlosigkeit, wann der Lockdown vorbei sein könnte, belastet die Betreiber von Ferienhöfen enorm.“

Die Saisonumfrage der BAG unter 868 Betreibern von Ferienhöfen zeigt: Fast alle Betriebe geben an, dass die Corona-Saison schlecht war (95 %). Zwei Drittel der Ferienhöfe wollen daher Investitionen in die Beherbergung zunächst zurückstellen und knapp die Hälfte plant ihre Ausgaben, zum Beispiel für Marketingmaßnahmen, zu reduzieren.

Vergessene Branche?

Die Probleme auf den Urlaubshöfen sind keine Einzelfälle, sondern symptomatisch für den Landtourismus. Die meisten Betriebe haben in der Vergangenheit viel Geld in Ferienwohnungen und Gästezimmer investiert, um sich ein zusätzliches Standbein aufzubauen und die sinkenden Erlöse aus der Landwirtschaft abzufedern. Die hohen Fixkosten und die fehlenden Einnahmen werden so zum Schlag ins Kontor für den gesamten Betrieb.

„Ähnlich geht es Metzgereien, die einen Catering-Service anbieten und...

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Obwohl die Ferienhöfe in den letzten Monaten in umfangreiche Hygienekonzepte investiert haben und diese umsetzen, leiden sie weiter unter den Coronaverboten. Notwendig sei eine Strategie.

Die Corona-Novemberhilfen, also 75 % des Umsatzes aus dem Vorjahresmonat können lediglich Gewerbebetriebe beantragen. Ferienhofbetreiber verlangen dringend eine Vereinfachung der Anträge.


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