CSU schlägt Rentenbonus als Alternative zur Hofabgabeklausel vor Premium

Der Abschied von der Hofabgabeklausel konkretisiert sich. Nun lassen CDU und CSU auch offiziell von der Hofabgabe als Voraussetzung für den Rentenbezug ab. Die CSU will stattdessen die Betriebsübergabe mit höheren Rentenzahlungen belohnen.

Die agrarpolitische Sprecherin der CSU im Bundestag, Marlene Mortler, will die Hofabgabeklausel nicht ersatzlos streichen, sondern in einen Generationenvertrag überführen. (Bildquelle: CDU/CSU)

Der Abschied von der Hofabgabeklausel konkretisiert sich. Nun lassen CDU und CSU auch offiziell von der Hofabgabe als Voraussetzung für den Rentenbezug ab. Die CSU will stattdessen die Betriebsübergabe mit höheren Rentenzahlungen belohnen. „Für die Hofabgabeklausel sieht die CSU keine Zukunft“, teilen die agrarpolitische Sprecherin der CSU im Bundestag, Marlene Mortler und der CSU Bundestagsabgeordnete Artur Auernhammer am Montagabend mit. Dahinter stehe die gesamte CSU-Landesgruppe in Berlin, heißt es gegenüber top agrar. Die bisherigen gesetzlichen Regelungen will die CSU durch einen „Generationenvertrag“ ersetzen. „Wenn wir die Hofabgabeklausel verfassungskonform ausgestalten wollen, müssen wir aufgrund weiterer Härtefallregelungen mit einem großen Verwaltungsaufwand und hohen Kosten rechnen. Aus unserer Sicht ist die Hofabgabeklausel so nicht mehr anwendbar“, so Mortler und Auernhammer zur Begründung. Bundesregierung arbeitet an Übergangslösung Damit springt die CSU der CDU, die bereits vergangene Woche offiziell Abstand von der Hofabgabeklausel genommen hatte, bei. SPD, Grüne und Linke fordern seit langem die Abschaffung der Klausel, ...

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Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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Diskussionen zum Artikel

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von Joachim Löber

CSU - Partei der Entrückten!

Nur mal so am Rande bemerkt. Die Hofabgabeklausel wird im Normalfall schon immer umgangen, indem man Betriebe an Familienangehörige verpachtet. Nun soll nach CSU Vorschlag, da sie an der Abgabe festhält diese Praxis mit einem Rentenzuschlag belohnt werden. Weg mit der Hofabgabeklausel, es geht hier um ein Grundrecht auf Rente, das kann man nicht mit einem gewollten Agrarstrukturwandel verknüpfen!

von Karlheinz Gruber

Das Rentensystem für die Bauern

liest sich wie eines für Leibeigene. Erst wenn der Betriebsleiter seinen Besitz aufgegeben hat, erhält er Rente. Wo ist hier die Grundlage gegeben, jemanden Zwangsmäßig von seinem Eigentum zu jagen. Es wird in der Familie selber bestimmt, wer wann wie abgibt.// Die jetztigen Bonis für alle, woher kommt denn dann das Geld. Warum darf es nicht so sein wie bei allen anderen Berufsnehmern. Erreichen der Altergrenze= Möglichkeit der Aufnahme von Rente. // man kann ja die Jungen auch anstellen auf dem Betrieb, da erhalten Sie auch die Möglichkeit der Beitragszahlung. und den Rest macht die Familie innerhalb aus. Da drinnen hat der Staat nichts zu suchen.

von Alfons Hümmer

Wer bekommt den Rentenbonus?

Mir stellt sich die Frage, ob nur die Landwirte in den Genuss des Rentenbonuses kommen, die ihren Betrieb erst nach Eintritt des Rentenbezugsrechtes ihren Betrieb abgeben, oder ob auch Betriebsleiter diesen Bonus erhalten, die bereits im Alter von 55 Jahren den Betrieb an einen Nachfolger übergeben. Was passiert, wenn der Hofnachfolger schon vor Beginn des Rentenanspruchs des Übergebers den Betrieb bspw. durch Umwandlung in Bau- und Industriegebiet aufgibt? Und wie sehen Gewerbebetriebe diese Sonderregelung für Landwirte? Da wird wieder vieles zur Diskussion gebracht, das nicht einmal ansatzweise durchdacht wurde.

von Gerald Hertel

und warum nicht gleiches recht für alle

von Klaus Fiederling

"Hofabgabeklausel light - leicht gemacht"

Was soll nun diese scheinheilige Diskussion um ein vollkommen abstruses Pöstchengeschachere innerhalb eines weltweit tatsächlich einmaligen Diskriminierungssystems? Man forciert damit allenfalls die Ausbeutung der Landwirtschaft, inszeniert aberwitzige Begründungen wie die obigen und verleitet dabei zu vollkommenen Fehleinschätzungen in der gesamten Thematik. // Jüngst erst wurde publiziert, dass inzwischen MONATLICH 1,3 Milliarden Euro an Kosten für die Rente ab 63 auflaufen. In dieses allgemeine Rentensystem entrichten im Rahmen eines bereits als solchen bestehenden Generationenvertrages auch viele Bauernkinder ihre Beiträge. Es will wohl niemand in Reihen unserer Unionsparteien glaubhaft bestreiten, dass auf unseren Bauernhöfen Kinder großgezogen wurden, die außerhalb der Landwirtschaft nunmehr ihren Lebensunterhalt bestreiten, mithin einer beitragspflichtigen Tätigkeit nachgehen und damit auch deren Zahlbeträge in die allgemeine Rentenkasse fließen. // Warum also stigmatisiert ihr weiterhin die Altbauern, deklassiert diese öffentlich zu allenfalls Almosenempfängern!? - Jeder andere Rentner wird als solcher gesellschaftlich akzeptiert und geschätzt für seine Lebensarbeitsleistung. - Wir Bauern hingegen mussten über mehrere Generationen hinweg eine nunmehr seitens des BVerG endlich enttarnte Alters- und Frauendiskriminierung willenlos tolerieren, selbiges Tun und Treiben war schlichtweg für uns das gesetzlich äußerst fragwürdig legitimierte Bauernprogramm. Stellt es nicht ohnedies ein erbärmliches Armutszeugnis dar, wie lange selbst unser oberstes Gericht brauchte, um jetzt endlich festzustellen, dass ein solches steinzeitliches Instrumentarium keineswegs auf den Säulen unserer deutschen Verfassung ruht!? // Man innervierte dabei eine Industrialisierung der Landbewirtschaftung, die in der heutigen Gesellschaft als solche weitgehend nicht mehr akzeptiert wird. Den ökologischen Wahnsinn, der dabei betrieben wurde, will man stoisch auch heute noch immer nicht wahrhaben. In genau diesen Dialog mit der kritischen Verbraucherschar sollen jetzt gerade jene (die Bauern!) nachhaltig eintreten, die mittlerweile mehrheitlich im Prekariat angekommen sind. Sind das keine erheblich verqueren Welten. Wertschöpfung findet allenfalls noch in den Reihen derer statt, die AN der LW verdienen; und das herausragend gut. // Insofern muss man sich schon wundern, sollten die gestrigen Analysen hier bei TA der Realität entsprechen, dass die CSU in Bayern seitens der Bauern mit nur 1% Stimmverlusten abgestraft wurde. Beugt man sich tatsächlich derart lemminghaft dieser Bauernversklavung in der Neuzeit? // Folgt nun wirklich auf der agrarpolitischen Tagesordnung „Hofabgabe light - leicht gemacht“? - Mit Bertolt Brecht‘schen Worten kommentiert: „Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber.“

von Alois Riedl

Vernünftige, Kostendeckende Preise...

...ohne Dumping von immer irgendwo auf der Welt und es gibt viele Nachfolger!

von Gerd Uken

Mir ist immer noch nicht klar

Wo die Mehrkosten liegen sollen ohne Hofabgabenregelung. Sind das die Beiträge derer die ihren Hof noch weiter machen oder die dann zusätzlichen Renten??

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