„Das Ferkeldebakel darf sich beim Tierwohllabel nicht wiederholen“ Premium

In einem neuen Gutachten stärken Wissenschaftler von der Universität Göttingen dem Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) für das staatliche Tierwohllabel den Rücken. Denn sie befürworten darin die geplante Freiwilligkeit. Mehr Mut verlangen sie hingegen bei den Kriterien.

In einem neuen Gutachten stärken Wissenschaftler von der Universität Göttingen dem Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) für das staatliche Tierwohllabel den Rücken. Denn sie befürworten darin die geplante Freiwilligkeit. Mehr Mut verlangen sie hingegen bei den Kriterien.

Im Auftrag der Umweltorganisation Greenpeace haben die Göttinger Agrarökonomen Dr. Achim Spiller und Dr. Anke Zühlsdorf ein neues wissenschaftliches Gutachten zur Tierwohlkennzeichnung erstellt, das top agrar vorliegt. Darin widersprechen sie der Forderung der Umweltorganisation nach einer verpflichtenden Haltungskennzeichnung und stärken zunächst den Ansatz des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) für ein freiwilliges Tierwohllabel. „Ich bin froh, dass wir das so unabhängig machen konnten“, sagte Spiller gegenüber top agrar. Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) kritisieren die Wissenschaftler aber in seinem bisherigen Handeln für das Tierwohllabel als weiterhin viel zu halbherzig.

Spiller und Zühlsdorf sprechen sich für ein dreistufiges (Einstieg, Premium, Bio), staatliches und freiwilliges Label aus. Mehr Ehrgeiz fordern sie bei der Ausgestaltung der Haltungskriterien. Niedrige Einstiegskriterien seien zu Beginn wichtig, damit das Label eine breite Marktdurchdringung bekomme. Alle Label-Stufen müssten aber von Anfang an dynamisch angelegt sein und mit der Zeit höhere Ansprüche an die Haltung verlangen, fordern sie. „Die Landwirte brauchen einen klaren Fahrplan, an dem sie sich orientieren können“, sagte Spiller.

Diskussion um Ferkelkastration ist GAU für das Tierwohllabel

Die Agrarökonomen warnten vor einem Verspielen von Verbrauchererwartungen. „Die Diskussion über die betäubungslose Ferkelkastration derzeit ist der größte anzunehmende Unfall der Branche mit Blick auf das Label“, sagte Spiller. Sie...


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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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Diskussionen zum Artikel

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von Michael Koch

Die NGO,s

verfolgen schon immer den Ansatz die Menschen durch Gesetze und Verordnungen zu lenken . Auf die gleiche Art läuft es bei den Grünen , immer schön vorschreiben . Ich halte mehr von überzeugen und ein wenig mehr Freiheit und Verantwortung für den Einzelnen .

von Jörg Meyer

Es geht ums Tier als Mitgeschöpf?

Dann muss immer vom Tier her gedacht werden und z.B. kein Bonus je kg sondern je Tier bezahlt werden und es muss am Schlachthof ein Monotoring geben nur intakte und gesunde Tiere dürfen in ein Tierwohlsystem hoch eingestuft werden! Tiere mit Verletzung am intakten Ringelschwanz oder verwurmte oder deutlich zu erkennende nicht behandelte Vorerkarnkungen etc. dürfen auf keinem Fall zu einer guten Einstufung führen! Es muss vom Tier und nicht vom kg oder am Ende vom System her gedacht werden, das ist nicht im Sinne der Tiere und am Ende wenn es denn nur ums System geht Verbrauchertäuschung!

von Christian Bothe

Sehr schön diese wissenschaftlichen Vorschläge.Wir haben das ITW und dieses kann man weiter zu einem staatlichen Tierwohllabel entwickeln.Man sollte nun im BMEL endlich mal handeln und nicht ständig neue Meinungen einholen.Den Verbraucher interessiert das ehe nicht so ,Hauptsache Fleisch ist billig. Alles andere zum Verbraucherverhalten(es gibt Ausnahmen)ist an den „Haaren“ herbeigezogen und realitätsfremd,meine ich.

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