EU-Agrarverhandlungen

DBV zum Agrarbudget: "Überraschend stabil in unsicheren Zeiten" Plus

Der Deutsche Bauernverband (DBV) stellt sich auf einen „Winter der Entscheidungen“ bei der EU-Agrarpolitik ein. Ein Gastkommentar von Udo Hemmerling, Stellvertretender Generalsekretär des DBV:

"Jetzt steht der EU-Agrarhaushalt, in dem die Direktzahlungen zwei Prozent geringer ausfallen als 2020. Die Mittel für die ländliche Entwicklung wachsen um drei Prozent und auch die Mittel für Marktmaßnahmen wachsen an. Unter dem Strich wächst das Budget für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) um ein Prozent. Das ist ein Erfolg. Die Landwirtschaft wurde in den Verhandlungen Mittel Juli eben nicht zum finanziellen Steinbruch im Mehrjährigen Finanzrahmen 2021 bis 2027.

Breiter politischer Rückhalt für die GAP

Es gibt ihn also, den breiten politischen Rückhalt für die GAP. Die europäischen Bauernverbände haben unter Führung von Joachim Rukwied als COPA-Präsident und Pekka Pesonen als COPA-Generalsekretär intensiv daran gearbeitet, diesen Rückhalt zu verbreitern und zu stabilisieren. Es gibt auch kein schrittweises Abschmelzen der ersten Säule in der Zeit bis 2027. Dies wäre angesichts der vielen zusätzlichen Erwartungen an die Umweltleistungen der Landwirtschaft - Stichwort Green Deal - den Landwirten auch nicht vermittelbar gewesen.

Erste-Hektare-Förderung stärken statt Kappung und Degression

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Wie wäre es mit einer

Umfrage bei Betrieben, die dieses Jahr aufgeben werden und die letzten 2 Jahre die Hoftore dicht gemacht haben.Was waren die Gründe für die Aufgabe und wie zufrieden sind sie jetzt mit ihrem Entschluss.

von Steffen Hinrichs

Weiterhin bekommen also 20 % der Betriebe 80% der Subventionen

Der DBV steht ja sowieso nicht für eine große Anzahl bäuerliche Beriebe

von Wilhelm Grimm

Überraschend stabil ja, aber das dicke Ende kommentiert Udo Hemmerling mit "hoffentlich".

Das verheißt nichts Gutes, wie wir leider in den letzten Tagen gesehen haben. Die Richtung wird in Deutschland von NABU und BUND und von den in den in keiner Weise demokratisch legitimierten und lächerlichen Volksbefragungen bestimmt, die wiederum von NABU UND BUND gesteuert werden. Der ... mehr anzeigen

von Rudolf Rößle

Weitere

wesentlich wichtigere Faktoren sind die zunehmenden globalen Handelsströme mit den dazugehörenden Weltmarktpreisen. Russland will den Markt weiter abschotten, während China gezielt Einfuhrkontingente vergibt und selbst auf industrieller Einkaufstour ist. Pacht und Kaufpreise gehen in ... mehr anzeigen

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