"Debatte über mangelnde Kontrollen im Tierschutz versachlichen"

Die Agrarökonomen Oliver Mußhoff und Norbert Hirschauer mahnen Landwirte, Studierende, Wissenschaftler und Journalisten, die emotionale Debatte über die vermeintlich unzureichenden Kontrollen im Tierschutz zu versachlichen.

Die Agrarökonomen Oliver Mußhoff und Norbert Hirschauer mahnen Landwirte, Studierende, Wissenschaftler und Journalisten, die emotionale Debatte über die vermeintlich unzureichenden Kontrollen im Tierschutz zu versachlichen.

In einem Gastbeitrag für top online schreiben Mußhoff, Professor für Landwirtschaftliche Betriebslehre an der Universität Göttingen, und Hirschauer, Professor für Unternehmensführung im Agribusiness an der Universität Halle-Wittenberg, erst wenn man wisse, worüber man uneinig sei, könne man sich sinnvoll streiten. Die aktuelle Diskussion laufe auf einen kontraproduktiven emotionalen Schlagabtausch hinaus.

Zum Hintergrund

In der vergangenen Woche (27. Januar) ist in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) ein Artikel mit dem Titel „Ein Aufklärer, den sie Denunziant nennen“ erschienen. Vorausgegangen war ein ebenfalls in der FAZ erschienener Kommentar („Tierhalter härter kontrollieren!“) der beiden Göttingen Wissenschaftler Prof. Dr. Achim Spiller und Theresa Bernhardt.

Dieser Beitrag hat in der Agrarbranche und bei den Lesern von top agrar online aufgrund seiner zuspitzenden Formulierungen für viel Widerspruch gesorgt. Von den Landwirten wurde er teilweise als pauschalisierende Verurteilung oder gar Kriminalisierung der gesamten Branche verstanden. Dementsprechend kam es zu hochemotionalen Äußerungen von Branchenvertretern und Landwirten in agrarbezogenen Internetforen und auch in den Kommentaren zu entsprechenden Meldungen bei top agrar online.

Vor diesem Hintergrund hat die Fachschaft der Agrarstudierenden der Universität Göttingen am 22.01.2017 einen offenen, sehr kritischen Brief an Prof. Spiller verfasst, der den Vorwurf der pauschalen Verurteilung aufgriff und Belege einforderte (top agrar online berichtete).

Aufgrund des offensichtlichen Diskussionsbedarfs fand am 23.01.2017 an der Universität Göttingen eine öffentliche Veranstaltung statt, in der Prof. Spiller mit Studierenden, Universitätsangehörigen und weiteren Interessierten diskutierte. Diese Veranstaltung wurde von allen Beteiligten als sachlich und diszipliniert angesehen, konnte aber naturgemäß nicht alle Streitpunkte ausräumen (vgl. Meldung auf top agrar online). Der oben genannte Beitrag in der FAZ facht die emotionale Diskussion nun erneut an.

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