Der Güllepegel steigt! Die Kosten und Auflagen auch...

Mehr Vieh, mehr Gärreste, mehr Vorschriften - der Gülledruck in den Veredelungsregionen nimmt zu. Nicht nur zahlreiche neue Kuh-, Geflügel- und Schweineställe haben dafür gesorgt, dass Gülle in veredelungsintensiven Kreisen zum kostenträchtigen Problem wird. Verschärfend wirkt der Biogasboom vor drei Jahren.

Mehr Vieh, mehr Gärreste, mehr Vorschriften - der Gülledruck in den Veredelungsregionen nimmt zu. Im Gleichschritt steigen die Kosten.

Nicht nur zahlreiche neue Kuh-, Geflügel- und Schweineställe haben dafür gesorgt, dass Gülle in veredelungsintensiven Kreisen zum kostenträchtigen Problem wird. Verschärfend wirkt der Biogasboom vor drei Jahren, berichtet das Wochenblatt Westfalen-Lippe. Zudem verlagern die Holländer ihr Gülleproblem in die grenznahen Regionen von NRW und Niedersachsen, so dass hiesige Ware im Rheinland nur schwer Fuß fassen kann.
 
Einen echten Schub beim Wirtschaftsdüngerangebot hat die Verbringungs-Verordnung im Jahr 2011 gebracht. Seitdem müssen gewerbliche Schweinehalter, die überwiegend ohne Flächengrundlage wirtschaften, ihre Nährstoffabgabe dokumentieren und melden

Biogas: Tausende Hektar für Gärrest-Ausbringung vorhalten?

Und weitere Verschärfungen kündigen sich an. Es ist zu erwarten, dass mit der Novelle der Dünge-VO Gärreste aus Biogasanlagen wie Wirtschaftsdünger aus Tierproduktion behandelt werden. Damit würde auch für Gärreste eine Obergrenze von 170 kg N/ha gelten. Dadurch benötigen Biogasanlagen nach Berechnungen der Landwirtschaftskammer NRW allein im Kreis Borken zusätzlich 16.000 ha für die Ausbringung der Gärreste. Im Kreis Steinfurt geht es um 10.000 ha. In Coesfeld und Kleve sind es 6.000 ha.

Rinderhaltern droht Drosselung der Stickstoffmenge

Dann würde die gängige Praxis von Milchviehbetrieben keinen Sinn mehr machen, Gülle gegen Gärreste zu tauschen. Bislang halbiert sich durch den Tausch die Menge an Stickstoff tierischer Herkunft für den Kuhbetrieb. Das wird hinfällig, wenn Gärreste vollständig dem Wirtschaftsdünger tierischer Herkunft zugeschlagen werden. Da bei Rindviehbetrieben meistens Stickstoff der Leitnährstoff ist, an dem sich die Abgabemenge orientiert, erhöht sich dadurch der Gülleüberschuss.
 
Zusätzlich droht Milchviehbetrieben Ende des Jahres die Drosselung der maximalen Stickstoffmenge aus Wirtschaftsdünger. Bislang dürfen sie bei intensiv genutztem Grünland oder Ackergras bis zu 230 kg N/ha aus Wirtschaftsdünger ausbringen. Fällt diese so genannte Derogationsregelung, sinkt die zulässige Menge um fast ein Viertel auf 170 kg N/ha.
 
Tendenziell flächenverknappend wird sich die Begrenzung der Phosphordüngung auswirken. Geerell ist ab dem Jahr 2013 im sechsjährigen Mittel höchstens ein Überschuss von 20 kg P2O5/ha im Vergleich zum Entzug erlaubt. Das trifft insbesondere Schweine haltende Betriebe.

So sparen Sie Kosten bei der Gülleabgabe

Der Gülledruck in den Veredelungsregionen steigt. Dadurch steigt die Transportentfernung, so dass sich die Kostenspirale weiterdreht. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl gewerblicher Güllevermittler, die dem Abgeber das Finden freier Flächen, Transport und Ausbringung sowie die dazugehörige Bürokratie abnehmen, Die Kosten richten sich nach dem Gülledruck im Umfeld, der Transportentfernung, der Jahreszeit und der Qualität des Wirtschaftsdüngers. Geschicktes Management hilft, die Kosten zu senken:


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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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