Der internationale Fleischmarkt wächst weiter

Der weltweite Fleischkonsum wird in den kommenden Jahren aufgrund der wachsenden Weltbevölkerung und der wirtschaftlichen Entwicklung weiter kontinuierlich ansteigen, prognostizieren OECD und FAO. Konkret soll die Weltfleischproduktion von 297 Mio. t in 2011 auf 350 Mio.

Der weltweite Fleischkonsum wird in den kommenden Jahren aufgrund der wachsenden Weltbevölkerung und der wirtschaftlichen Entwicklung weiter kontinuierlich ansteigen, prognostizieren OECD und FAO.

Konkret soll die Weltfleischproduktion von 297 Mio. t in 2011 auf 350 Mio. t bis zum Jahr 2021 ansteigen, wobei die Zuwächse bei Geflügelfleisch mit 2,2 % pro Jahr deutlicher ausfallen sollen als bei Rindfleisch (+ 1,8 %) und Schweinefleisch (+ 1,4 %).  Der Anteil von Geflügelfleisch an der Weltfleischproduktion steigt damit auf 37 %. Auf Schweinefleisch sollen dann ebenfalls 37 % Marktanteil entfallen, heißt es im aktuellen Situationsbericht des DBV.

Bereits 2012 hat die globale Fleischproduktion die Schwelle von 300 Millionen Tonnen überschritten. Die 200 Millionen-Tonnen-Marke war erst Mitte der 90er Jahre genommen worden. In den vergangenen 50 Jahren hat sich die globale Fleischerzeugung vervierfacht.

Weltfleischerzeugung 2012 mit verhaltener Zunahme

Für 2012 rechnet die FAO auf Grund gestiegener Futterkosten mit einem Anstieg der globalen Fleischproduktion auf 301,8 Mio. t (plus 1,6 % zum Vorjahr). Große Wachstumsmärkte sind die Geflügel- (+ 2,2 %) und Schweineerzeugung (+ 1,9 %). Deutlich niedriger fallen die Wachstumsraten in der Erzeugung von Schafen/Ziegen (+ 0,9 %) und Rindern aus (+ 0,4 %).

Globale Fleischnachfrage wird weiter wachsen

Die Nachfrage nach Getreide und anderen traditionellen Grundnahrungsmitteln wird sich weiter hin zu tierischen Nahrungsmitteln wie Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten verschieben, schreibt der DBV weiter in seinem Situationsbericht. Die Industriestaaten haben 2012 einen geschätzten Fleischverbrauch von unverändert 79,0 kg pro Kopf der Bevölkerung und Jahr. Deutlich niedriger, aber mit stetigem Aufwärtstrend, ist der Verbrauch in den Entwicklungsländern mit derzeit 32,7 kg pro Kopf und Jahr.

Europäische Union: Weltweit zweitgrößter Fleischproduzent

Die Europäische Union (EU) ist mit rund 45 Mio. t nach China (2011: 80 Mio. t) der weltweit zweitgrößte Fleischproduzent. Differenziert nach Fleischarten entfielen im Jahr 2011 bei Schweinefleisch rund 21 %, Rind- und Geflügelfleisch jeweils 12 % sowie Schaf- und Ziegenfleisch rund 7 % der Weltproduktion auf die EU. Deutschland, Frankreich und Spanien sind die bedeutendsten Fleischproduzenten in der EU. Der Selbstversorgungsgrad der EU für Fleisch lag 2011 insgesamt bei 111 %.

AMI-Grafik

Weltfleischerzeugung, AMI-Grafik

Wachstum in der EU-Fleischerzeugung nur noch gering

Die EU-Fleischerzeugung wird in 2012 (- 0,6 %) und auch voraussichtlich in 2013 (- 1,4 %) schrumpfen. Während die Rindfleischerzeugung besonders deutlich zurückgehen wird, legt die Erzeugung von Geflügelfleisch weiter um fast 2 % pro Jahr zu. Die Erzeugung von Schweinefleisch dürfte 2012 das Vorjahres-niveau knapp unterschreiten und in 2013 als Folge der neuen EU-Haltungsbestimmungen für Sauen um mehr als 3 % zurückgehen. Die Schaf- und Ziegenfleischerzeugung steuert nach einem Rückgang in 2012 auf eine stabile Entwicklung in 2013 zu.

Deutsche Fleischwirtschaft hat expandiert

Das dynamische Wachstum der Fleischproduktion in Deutschland führte in 2011 zu einer Fleischerzeugung von 8,44 Mio. t, das entspricht einem Zuwachs von 4,7 % gegenüber 2010. Für 2012 wird dagegen ein Rückgang der Fleischerzeugung von fast 2 % erwartet. Rückläufig ist besonders die Erzeugung von Schweine- und Rindfleisch. Die Geflügelfleischerzeugung steigt hingegen leicht an.

AMI-Grafik

Weltfleischerzeugung, AMI-Grafik

Entwicklung zum Nettoexporteur

Die Erzeugung von Schweinefleisch nahm im zurückliegenden Jahrzehnt um ca. 30 %, die Erzeugung von Geflügelfleisch sogar um 70 % zu. Dieser Boom war in erster Linie auf das Wachstum der nationalen Geflügel- und Schweinebestände gestützt, der durch den Anstieg der Lebendviehimporte noch verstärkt wurde. Dieses Wachstum wirkte sich auch auf die Entwicklung des Außenhandels aus. Deutschland hat sich gegen den EU-Trend entwickelt und wurde während des letzten Jahrzehnts zu einem Netto-Exporteur von Fleisch.

Globale Fleischpreise auf relativ hohem Niveau

Der FAO-Preisindex für Fleisch entwickelte sich von Januar bis Oktober 2012 stabil und konnte das relativ hohe Vorjahresniveau halten. Leichte Preisabstriche gab es bei Schaf- und Geflügelfleisch. OECD und FAO gehen davon aus, dass die globalen Fleischpreise weiterhin hoch bleiben werden, heißt es im Bericht. (ad)

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