„Deutschland verweigert Wanderschäfern EU-Gelder“

Während es in 22 EU-Mitgliedsstaaten eine Weideprämie für Wanderschäfer gibt, verweigert die Bundesregierung diese den heimischen Schäfern. Darüber ärgert sich Martin Häusling von den Grünen im EU-Parlament, denn sie sei nötig, um sich gegen Billigfleisch aus Neuseeland und anderen Importländern behaupten zu können.

Während es in 22 anderen EU-Mitgliedsstaaten eine Weideprämie für Wanderschäfer gibt, verweigert die Bundesregierung diese den heimischen Schäfern. Darüber ärgert sich Martin Häusling von den Grünen im EU-Parlament, denn sie sei nötig, um sich gegen Billigfleisch aus Neuseeland und anderen Importländern behaupten zu können.
 
Laut dem Politiker könnte Deutschland eine Weideprämie aus der ersten Säule der Agrarhilfen gewähren. Das sei seit 2013 ausdrücklich erlaubt. Danach darf ein Teil der Gelder aus den Direktzahlungen für bedrohte Bereiche der Landwirtschaft  verwendet werden - und zwar ohne Kofinanzierung durch die Bundesländer.  „Natürlich würde der Gesamtkuchen der Direktzahlungen damit etwas kleiner werden, die Flächenprämie würde sinken. Doch der Rückgang wäre derart gering, wenn man beispielsweise 40 Euro je Mutterschaf an Weideprämie zahlen würden, dass dies in Kauf genommen werden kann“, erklärt Häusling weiter.
 
Der Effekt der Umverteilung dürfte den Nachteil aber deutlich übertreffen. Denn die Arbeit der Wanderschäfer, die häufig auf besonders artenreichem Terrain stattfindet, gehört laut den Grünen-Politiker ganz klar zu den gesellschaftlich gewünschten Leistungen, da sie zum Beispiel für den Erhalt der Biodiversität von unschätzbarem Wert ist.
 
„Im Zuge der Verhandlungen für die kommende Reform der Agrarpolitik (GAP) sollte aus meiner Sicht deshalb die Unterstützung der Wanderschäferei einen eigenen Passus erhalten, damit sich Länder wie Deutschland, die ihre agroindustriellen Exportphantasien ausleben wollen, nicht aus der Förderung einer naturgemäßen Landwirtschaft verabschieden können“, sagte Häusling am Donnerstag.
 
Verweigere Deutschland weiterhin die Zahlungen, droht die Wanderschäferei seiner Meinung anch hierzulande Geschichte zu werden. 2016 gab es in Deutschland noch 989 Schäfereien mit jeweils mehr als 320 Mutterschafen. Das waren 13 Prozent weniger als 2010.


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