Verlust

Deutschlands Agrarfläche schrumpft weiter

Innerhalb der vergangenen vier Jahre hat sich der Umfang der Agrarfläche in Deutschland um 170.290 ha oder 0,9 % verringert.

Auch im vergangenen Jahr haben Deutschlands Landwirte wieder Flächenverluste hinnehmen müssen. Wie aus Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) in Wiesbaden hervorgeht, belief sich das für die Landwirtschaft genutzte Areal zum Stichtag am 31. Dezember 2020 auf 18,093 Mio ha; das waren 34.550 ha oder 0,2 % weniger als 2019.

Innerhalb der vergangenen vier Jahre hat sich der Umfang der Agrarfläche um 170.290 ha oder 0,9 % verringert. Der für landwirtschaftliche Zwecke genutzte Boden hatte 2020 einen Anteil von 50,6 % an der bundesdeutschen Gesamtfläche.

Wald

Zweitwichtigste Bodennutzungsart war den Statistikern aus Wiesbaden zufolge der Wald mit 10,666 Mio. ha, was im Vorjahresvergleich einen leichten Zuwachs von 7.820 ha oder 0,1 % bedeutete. Im Vergleich mit 2016 ist das Forstareal um 49.590 ha oder 0,5 % gewachsen.

Die Inanspruchnahme von Flächen für Siedlungszwecke belief sich laut Destatis 2020 auf insgesamt 3,362 Mio. ha; das waren 16.500 ha oder 0,6 % mehr als 2019.

Innerhalb der vergangenen vier Jahre wuchs die Siedlungsfläche - zu der auch der Wohnungsbau sowie Industrie und Gewerbe gehören - um 84.630 ha oder 2,6 % in absoluten Zahlen so stark wie keine andere Nutzungsform. Besonders deutlich wurden - relativ gesehen - seit 2016 die Flächen für Sport,- Freizeit - und Erholung um 8,2 % auf 526.780 ha sowie für Grünanlagen um 18,0 % auf 315.640 ha ausgeweitet.

Die Verkehrsflächen wuchsen im gleichen Zeitraum um 0,3 % auf 1,808 Mio. ha. Bei den ökologisch wertvollen Moorflächen war in den vergangenen vier Jahren hingegen eine Abnahme um 1,6 % auf 79.870 ha zu verzeichnen; die Heidefläche wuchs jedoch um 17,3 % auf 71.450 ha.


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