Die Eierlüge: "Exclusiv im Ersten" deckt Probleme bei Hennenhaltung auf

Gerade bei Eiern setzen viele Verbraucher darauf, dass sie aus biologischer oder zumindest aus Freilandhaltung kommen. Immer wieder stoßen Ermittler aber auf Betrügereien in großem Stil beim Geschäft mit Eiern, wie ARD Exclusiv am 31. Juli unter Mitwirkung vom Tierschutzbüro berichtete.

Gerade bei Eiern setzen viele Verbraucher darauf, dass sie aus biologischer oder zumindest aus Freilandhaltung kommen. Immer wieder stoßen Ermittler aber auf Betrügereien in großem Stil beim Geschäft mit Eiern, wie ARD Exclusiv am 31. Juli berichtete.

Laut Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer funktioniert die Eierkennzeichnung sehr gut. Deshalb will er sie auch auf Milch, Fleisch etc. ausbauen. Matthias Wolfschmidt von Foodwatch erklärt dagegen, die Kunden würden „eingelullt“ von diesem 0,1,2,3. „Wir essen ständig Eier von kranken, verhaltensgestörten Hennen und wir können uns nie sicher sein auch nur ein Ei darunter zu finden, dass von einer gesunden Henne stammt“, so der Verbraucherschützer. Die ARD-Reporter machen daraufhin im Supermarkt den Test und finden u.a. häufig niederländische Eier in deutschen Verpackungen, wo von deutschen, regionalen Eiern die Rede ist.

Der umstrittene Tierrechtler Jan Peifer vom Deutschen Tierschutzbüro zeigt den Journalisten anhand illegal erstellter Videos, wie es in einigen niederländischen Ställen ausieht. Zu sehen sind kranke Tiere ohne Federn in vollen Ställen, Elektrodrähte vor den Auslaufklappen von Biobetrieben und Ausläufe, in denen kein Huhn zu sehen ist. Durch dieses Ignorieren von gesetzlichen Vorgaben und Haltungsstandards könnten die Betriebe so günstig Eier produzieren, wie z.B. Bioeier für Aldi, so der Vorwurf. Nur wenn sich Kontrolleure anmeldeten, sei alles in Ordnung.

Mehr dazu in der kompletten Reportage hier in der ARD-Mediathek…


Vier Pfoten fordert schärfere Sanktionen

Elektrodrähte mit Strom vor den Ausläufen (Bildquelle: ARD)

Die Bilder von verletzten und toten Hühnern sind laut der Tierschutzorganisation Vier Pfoten eine Momentaufnahme der Intensivtierhaltung in Deutschland und ein Spiegel dessen, was seit Jahren in der Nutztierpolitik versäumt worden sei, teilt die Orgsanisation in einer Pressemitteilung mit.

Besonders erschreckend sei, dass der bei den Haltungsformen Freiland- und Biohaltung vorgeschriebene Auslauf den Tieren zum Teil systematisch und wissentlich verwehrt wurde. Dass diese Betriebe ohne Beanstandungen durch die Kontrolle gehen konnten, zeige, wie schwach die Umsetzung tierschutzrechtlicher Vorschriften in der landwirtschaftlichen Tierhaltung sind. Vier Pfoten fordert daher schärfere Sanktionen gegen Betriebe, die gegen geltendes Tierschutzrecht verstoßen.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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