Streitpunkt

„Die GAP-Reform ist eine Enttäuschung"

Die Details der GAP-Reform stehen fest. Für Professor Lakner der Uni Rostock fehlt darin eine gemeinsame Vison für aller Akteure des Agrarsektors. Einfacher werde es durch die neue Reform für die Betriebe nicht.

Ende Juni haben sich Ministerrat, EU-Parlament und EU-Kommission nun auf die Details der GAP-Reform für die Jahre 2023–2027 geeinigt. Angesichts klarer Positionen im Oktober 2020 verwundert es, wie lange diese Einigung gebraucht hat. Es zeigt aber, wie uneinig sich die EU-Mitgliedsstaaten und die Parlamentarier sind über die zukünftige Rolle der Landwirtschaft in der EU und über die Ziele der europäischen Agrarpolitik. Eine gemeinsame Vision, die für alle Akteure des Agrarsektors eine Brücke baut und existierende Probleme angeht, fehlt. Stattdessen schieben Rat und Parlament die Verantwortung von Brüssel in die Hauptstädte, die Mitgliedsstaaten müssen aus dieser laschen Reform etwas machen.

„Einfacher wird es nicht"

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