Die größten Prämienempfänger 2014

Mit der Veröffentlichung der Empfänger von Agrar-Subventionen im Internet stürzen sich Kritiker und Medien - wie schon in der Vergangenheit – auf die größten Profiteure. So hat sich auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung die Mühe gemacht, erwähnenswerte Empfänger herauszusuchen.

Mit der Veröffentlichung der Empfänger von Agrar-Subventionen im Internet stürzen sich Kritiker und Medien - wie schon in der Vergangenheit – auf die größten Profiteure. So hat sich auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung die Mühe gemacht, erwähnenswerte Empfänger herauszusuchen.
 
Die größten Summen gingen demnach an landwirtschaftliche Betriebe in der ehemaligen DDR. Zahlreiche Unternehmen dort würden über 1 Mio. Euro jährlich an Direktzahlungen bekommen; aus Steuermitteln, wie die FAZ betont.
 
Insgesamt würden 222 Empfänger in Deutschland aufgelistet, die 2014 mehr als 1 Mio. Euro aus den EU-Agrarfonds erhielten. Ein Beispiel unter vielen sei die Colmnitzer Agrargenossenschaft aus Klingenberg, die 1,05 Mio. Euro erhielt. Die Agrarunternehmen Osterland LW GmbH oder die Agrar-Produkte eG Spornitz erhielten 1,2 und 2,2 Mio. Euro. Der Großteil seien Direktzahlungen, die sich nach der bewirtschafteten Fläche bemessen. Der Durchschnitt liegt bei 344 Euro je Hektar, für große Betriebe etwas weniger.
 
Laut der FAZ erhielten große Unternehmen relativ weniger als in den Vorjahren. Erstmals behielt die EU einen Abschlag von 4 % ein. Ab 5.000 Euro wird die Summe stufenweise gekürzt.

Weitere prominente Empfänger

Die vom thüringischen Bauernpräsidenten Helmut Gumpert geführte ehemalige LPG Agrofarm Knau erhielt 775.188 Euro vom Staat. Sachsens Bauernpräsident Wolfgang Vogel steht indirekt mit rund 116.000 Euro auf der Liste als Geschäftsführer der Bauernland GmbH. DBV-Präsident Joachim Rukwied erhielt für seinen Familienbetrieb mit Rüben und Weinbau gut 83.000 Euro, der Vizepräsident Werner Schwarz aus Schleswig-Holstein 128.000 Euro.
 
Eine überraschende Erkenntnis sei, dass zu den größten Empfängern von Agrarsubventionen der Staat selbst zählt: Kommunale und Landesbehörden, die Deiche bewirtschaften, führen die Liste der Förderempfänger mit zweistelligen Millionenbeträgen an, denn auch der Küstenschutz zählt zu den Agrarfördermaßnahmen. Darunter sind auch Naturschutzvereine wie die Grüne Liga Hirschstein. Der Verein erhielt mehr als 2 Mio. Euro für die Landschaftspflege.
 
Am meisten von allen erhielt laut der Zeitung der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Magdeburg: 20 Mio. Euro für den Küstenschutz. Unter den zehn größten deutschen Subventionsempfängern findet sich allerdings nur ein landwirtschaftlicher Betrieb: „Pfalzmarkt für Obst und Gemüse“, der mehr als 4,5 Mio. Euro erhielt.
 
Konzerne, die in früheren Jahren die größten Summen einkassiert hatten, tauchen in der Liste nicht auf. Das liegt vor allem daran, dass die EU ihre Exportsubventionen für Lebensmittel nahezu auf null heruntergefahren hat. Nur in der langjährigen Liste der Förderempfänger stehen daher noch Unternehmen wie der Fleischkonzern Vion, Nordmilch, Südzucker, BayWa, Edeka oder die Raiffeisen-Hauptgenossenschaft Nord. In der aktuellen Liste taucht etwa noch die börsennotierte KTG Energie AG auf, die Äcker für Biogasanlagen bewirtschaften lässt. Sie erhielt rund 95.000 Euro Direktzahlungen. Eine Biogas Projekt GmbH aus Brandenburg bekam 317.465 Euro Direktzahlungen.

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