Kommentar

Die Lehren aus dem Volksbegehren Artenvielfalt in Bayern Premium

Über 1,7 Millionen Wähler, 18,4 % der Wahlberechtigten, haben sich in Bayern für ein strengeres Naturschutzgesetz stark gemacht – obwohl sich die Landesregierung, der Bauernverband und andere Organisationen mit guten Gründen dagegen positioniert haben. Ein Kommentar von top agrar-Chefredakteur Dr. Ludger Schulze Pals.

Die hohe Teilnehmerzahl bei der Volksabstimmung zum Artenschutz in Bayern ist kein Betriebsunfall. 1,7 Millionen Wähler, 18,4 % der Wahlberechtigten, haben sich für ein strengeres Naturschutzgesetz stark gemacht. In Nordrhein-Westfalen prüft der Naturschutzbund bereits eine ähnliche Aktion. Und auch beim Tierschutz übernehmen die Gerichte immer stärker die inhaltliche Ausgestaltung.

Dafür steht das Magdeburger Kastenstandurteil und möglicherweise bald auch die Normenkontrollklage des Landes Berlin beim Bundesverfassungsgericht. Es droht ein weiteres problematisches Urteil: Berlin will von den Karlsruher Richtern wissen, ob die geltenden Vorgaben der Tierschutznutztierhaltungsverordnung für die Haltung von Schweinen das Verfassungsziel Tierschutz hinreichend berücksichtigen. Hinzu kommt, dass der mächtige Lebensmittelhandel längst bestimmt, nach welchen Standards die Lebensmittel produziert werden.

Die verantwortlichen Agrarpolitiker in Europa, im Bund und in den Ländern laufen der Entwicklung hechelnd hinterher. Das zeigen die fast schon verzweifelten Bemühungen faire Handelsbedingungen in der Wertschöpfungskette zu verordnen oder die langanhaltenden Geburtswehen des Staatlichen Tierwohllabels.

Agrarpolitik vor der Zeitenwende?

Die Anzeichen verdichten sich immer mehr, dass die bisherigen Taktgeber und Entscheidungsträger, die Bauernverbände und Agrarpolitiker, es immer weniger schaffen, die Zukunft der Landwirtschaft zu gestalten – zumindest nicht allein. Vieles spricht dafür, dass wir gegenwärtig in der Agrarpolitik eine Zeitenwende erleben. Geschichte könnte sich wiederholen. Ende der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts hat die Politik dem Umweltschutz zu wenig Bedeutung...

Verpassen Sie nichts mehr!

Erhalten Sie Zugriff auf diesen und alle weiteren relevanten Beiträge sowie auf unsere exklusiven Newsletter. Testen Sie jetzt ganz unverbindlich.

Jetzt 30 Tage gratis testen
Mehr erfahren

Die Redaktion empfiehlt

1.745.383 Wahlberechtigte in Bayern haben sich beim Volksbegehren Artenvielfalt eingetragen. Das vorläufige Ergebnis entspricht einer Beteiligung von 18,4 Prozent. Damit ist der Weg frei für einen...


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Martin Schmid

Vieles ist richtig

Vieles der Vorkommentatoren kann ich mit einem Daumen hoch bestätigen. Allerdings bleiben die große Anzahl von Verweigern des Dialoges mit den landwirtschaftkritischen Organisationen die Antwort schuldig auf die Frage von Herrn Dr. Schulze Pals : Welches Rezept sie für die Zukunft der Landwirtschaft in Deutschland haben? Lediglich zwei haben hierauf Hinweise gegeben: Sie wollen aufhören Bauer zu sein! Ich denke auch, dass es diese zwei Möglichkeiten gibt, die sich aus den Kommentaren herausgeschält haben: Aufhören oder Reden!

von Martin Hofmann

Das funktioniert nicht

Entgegen den Aussagen der NGOs gibt es kein schwarz-weiß in der Landwirtschaft. Das eine ist richtig, das andere ist falsch? Selbst so genannte Umweltschützer sind sich nicht einig, soll man die bestehende Landschaft erhalten oder soll man sich die Natur selbst überlassen. Zusätzlich müssen noch andere Vorschriften wie Hygienevorschriften, Emissionsschutzgesetze, Arzneimittelgesetze, Sicherheitsvorschriften etc. eingehalten werden, die teileweise im Widerspruch zu den Anschauungen der Umweltverbände stehen. Nebenbei soll dann auch noch ein bisschen Geld übrigbleiben. Vordergründig werden die kleinbäuerlichen Strukturen unterstützt, durch die zusätzlichen Auflagen werden aber gerade diese vernichtet. Die NGOs werden immer gegen irgendetwas "Schlimmes" sein, weil sie nur so Spendengelder bekommen. Ansonsten könnten sie auch selber aktiv sein und z. B. Blumenwiesen anlegen.

von Walter Bauer

Keine Zukunft für die Landwirtschaft

Was wir erleben, sind die Auswüchse unserer satten Wohlstandsgesellschaft. Zu glauben, die NGO`s würden ihre Forderungen bei einer Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft auf einen realistisches Mass reduzieren, halte ich für naiv. Es tummeln sich viel zu viele Ahnungslose in diesem Bereich. Die Unterschrift erinnert an den Ablasshandel. Mit dem SUV in den Bio-Laden und dreimal im Jahr Flugurlaub. Dann unterschreibt man zur Gewissensberuhigung ein Volksbegehren. Deutschland schafft sich ab, nicht nur im Bereich der Landwirtschaft.

von Susanne Werner

Pakt für Landwirtschaft in SH

Der Bauernverband SH hat dem Minister einen Pakt für Landwirtschaft, Klima und Umwelt vorgeschlagen. Dieser hat den Vorschlag aufgenommen, das zweite Treffen mit vielen gesellschaftlichen Gruppen findet demnächst statt. Es geht, am besten aber selbstbestimmt!

von Gerhard Steinhauer

Volksbegehren in Bayern

Jahrzehnte lang haben unsere Bauernvertreter dafür gesorgt, dass wir Landwirte unsere Produktion steigern. Wachse oder weiche, Massentierhaltung, Monokulturen, Umstellung auf Gülle, sind einige dieser Maßnahmen. Das Tierwohl blieb oft auf der Strecke, wie z. B. völlig unchristliche Kückenschreddern. Einst lebte der Landwirt mit seinen Tieren in einer Gemeinschaft, heute haben diese Geschöpfe oft nur noch eine Nummer, möglichst schnell zur verkaufsfähigen Ware zu werden. Gebracht hat das für uns Landwirte nicht viel, die Preise sind seit zig Jahren im Keller, decken sehr oft die Produktionskosten nicht mehr. Ohne staatliche Zuschüsse ist kaum noch ein Überleben möglich. Der eigentliche Nutznießer ist der Verbraucher, hochwertige Lebensmittel und vor allem, billig muss es sein. Das ist so, als würde heute noch ein Passat so viel kosten wie vor 40 Jahren ein VW Käfer. Oder der Verbraucher müsste heute für den gleichen oder sogar weniger Lohn, mehr arbeiten wie früher. Das was im Gewerbe, der Industrie oder Verwaltung nicht denkbar wäre, soll in der Landwirtschaft funktionieren. Das Angebot an Lebensmitteln übersteigt die Nachfrage, sonst könnten bei uns fast 30 % der Lebensmittel nicht vernichtet oder anderweitig entsorgt werden. Die Verbraucher sind kritischer in der Bewertung geworden, was sie essen und woher ihre Nahrungsmittel kommen. Sie sehen in den Tieren nicht nur einen Produktionsfaktor, sondern ein Leben. Und hier muss ein Dialog einsetzen, zwischen Landwirten und Verbrauchern. Wenn wir diesen Dialog nur den Ideologen überlassen, wird es im überspitzten Sinn bald keine Landwirte mehr geben. Immer wieder neue Naturschutzflächen, Landschaftsschutzgebiete, Ausgleichsflächen auszuweisen, kann nicht das Maß der Dinge sein. Stattdessen sollten wir zu einer Flächenbezogenen Landwirtschaft kommen, Je Hektar dürfen nur X Vieheinheiten gehalten werden, damit unsere Böden nicht überdüngt werden. Es sollten keine neuen flächenlose Betriebe mehr zugelassen werden. Weniger chemische Dünge- und Pflanzenschutzmittel und besseres Tierwohl sollten die oberste Priorität in den Beratungen erhalten. Umstellung auf Extensivierung oder Ökolandbau, um nur einige Schlagworte zu nennen. Dies alles kostet sehr viel Geld. Und hier nehme ich die Politik und Bauernverbände in die Pflicht. Erklärt das den Verbrauchern, dass wir bereit sind hier etwas zu tun und zu ändern. Aber bitteschön, dann erwarten wir auch, das wir auf den Kosten nicht sitzen bleiben. Dass die Neu- und Umbauten zu 100% aus Steuermitteln finanziert werden. Das der laufende Mehraufwand an Unterhaltungskosten durch höhere Verkaufserlöse abgedeckt wird. ( Das wird voraussichtlich nie geschehen, da wir uns immer mehr weltweiten Märkten, Argentinien, USA usw. für zollfreie Importe öffnen). Fordern kann man viel, solange man das selbst nicht zu zahlen braucht. Uns Landwirten immer mehr aufzubürden und uns alleine lassen, dann wird es bald keine Familienbetriebe mehr geben, sondern nur noch Agrarfabriken. Vielleicht solche, welch von Headfonds und mächtigen Agrarunternehmen gesteuert werden. Wollen wir das hier bei uns? Selbstverständlich muss die Landwirtschaft im Dialog mit allen bleiben, sonst wird uns das Konzept ganz aus der Hand genommen. Aber und das muss immer wieder gesagt werden, wie kann das alles finanziert werden? Zum Schluss möchte ich noch eins sagen: die Erde braucht uns Menschen nicht, wir aber die Erde..., denkt mal darüber nach. Gerhard Steinhauer, Windeck

von Werner Robin

Sollte das die Lösung sein?

Auf die NGO`s zugehen, mit ihren überzogene Forderungen (vielleicht nicht alle Forderungen). Das kann man machen, aber man muss nicht erwarten das diese irgentwann mal zufrieden sind. Sie verlören ihre Daseinsberechtigung, ihren Zuspruch, ihre Spenden und vor allen verlöre eine best. Partei den Großteil ihrer Wählerschaft.Das wird es nicht geben, darum wird immer irgentwo irgentwie etwas auskratzt (soll jetzt auch nicht heissen das alles perfekt ist). Und das mit dem Willen der Bürger, ist das immer richtig, (siehe Brexit oder Trumpwähler) naja.

von Peter Held

Runter von den Bäumen und rein in die Zivilgesellschaft

Ja, es muss geredet werden mit allen gesellschaftlichen Gruppen, auch wenn es manchmal schwer fällt. Die Landwirt sollten intensiv nach Ansprechpartnern suchen, überall - einige Kollegen haben ja schon Beispiele in den Kommentaren geliefert. Der Konfrontationskurs und die Opferhaltung bringt gar nichts. Auch die Landwirt untereinander sollten miteinander reden, der Bauernverand ist doch seit Jahrzehnten in einer Vertrauenskrise, zwischenzeitlich gibt es andere und auch alternative Gruppierungen: die Milcherzeuger, die Biobauern (von Bioland bis Demeter), etc.. Außerdem überprüft mal eure Feindbilder! Die Wahlstatistikern weisen unter den Landwirten einen erstaunlichen Anteil von "Grünen-Wählern" (Bayern, BW, SH!) und was wollen uns die Kollegen eigentlich sagen, die sich mit der mittelalterlichen Bezeichnung "Stand" identifizieren? Reden kann man überall, z.B. im Imkerverein über die Schädlichkeit von Neonics - aber sachlich, inhaltlich mit ausführlicher Begründung der biochemischen schädlichen Wirkung dieser Wirkstoffgruppe und darüber, dass wir die ersten sind, die für den umfassenden Bienenschutz eintreten! Umgekehrt vertrete ich mit gleicher fachlicher Intensität das geringe Risiko des Glyphosateinsatzes!

von Heinrich Vinnemann

Lies nach bei Brecht

Wir stecken als Landwirte in einer Falle und Sackgasse aus der ich keinen Ausweg mehr sehe, da die Gegner der konventionellen Landwirtschaft keinerlei Interesse an einer wirtschaftlichen Landwirtschaft haben. Sie sitzen auf einem hohen moralischen Ross und Blicken auf uns erbärmlichen Bauern ( Colonen hiess das bis ins 20. Jahrhundert- das Stammwort für Clown ) herab. Die Erkenntnis: "Erst kommt das Fressen , dann kommt die Moral" bei Brecht wird hierbei soweit gedehnt, dass aller wirtschaftlicher Umgang mit Tieren unmoralisch ist. Wer so denkt muss logischerweise alles unternehmen ,um dem Treiben der Landwirte eine Ende zu machen und das geschieht nun mal gerade. Adieu deutsche Landwirtschaft

von Thomas Folger

Keine Zuversicht mehr

Seit gut 30 Jahren mache ich das nun schon bewusst mit: es werden neue Forderungen auftgestellt, jedes mal heißt es: wir müssen auf die Kritiker zugehen. Die nutzen das nur schamlos für eigene Interessen aus. Und was heute vorgeschrieben wird, ist morgen Standard und wird übermorgen verschärft - das kann man schon beinahe ein Naturgesetz nennen. So läuft es schon seit Jahrzehnten. Im Volksbegehren wurde festgeschrieben dass 13 % der LANDESFLÄCHE Bayerns zum Biotop werden müssen, diese Fläche muss auf dem Offenland ausgewiesen werden, dass sind ca. 20 bis 25 % % der landwirtschaftlichen Nutzfläche! Wenn die Zahlen stimmen, dass in Bayern schon 9 % des Offenlandes Biotopfläche sind, sind nochmals 10 bis 15 % fällig - einfach so! Und das ist nur ein Punkt aus dem Gesetztentwurf des Volksbegehrens... Wenn man solchen Leuten den kleinen Finger gibt, nehmen sie die ganze Hand. Sorry, aber ich habe die Hoffnung aufgegeben...

von Thomas Folger

Keine Zuversicht mehr

Seit gut 30 Jahren mache ich das nun schon bewusst mit: es werden neue Forderungen auftgestellt, jedes mal heißt es: wir müssen auf die Kritiker zugehen. Die nutzen das nur schamlos für eigene Interessen aus. Und was heute vorgeschrieben wird, ist morgen Standard und wird übermorgen verschärft - das kann man schon beinahe ein Naturgesetz nennen. So läuft es schon seit Jahrzehnten. Im Volksbegehren wurde festgeschrieben dass 13 % der LANDESFLÄCHE Bayerns zum Biotop werden müssen, diese Fläche muss auf dem Offenland ausgewiesen werden, dass sind ca. 20 bis 25 % % der landwirtschaftlichen Nutzfläche! Wenn die Zahlen stimmen, dass in Bayern schon 9 % des Offenlandes Biotopfläche sind, sind nochmals 10 bis 15 % fällig - einfach so! Und das ist nur ein Punkt aus dem Gesetztentwurf des Volksbegehrens... Wenn man solchen Leuten den kleinen Finger gibt, nehmen sie die ganze Hand. Sorry, aber ich habe die Hoffnung aufgegeben...

von Michael Lechner

Auf die regionale Ebene runterbrechen

Liebe Leute, wir müssen aufhören den billigen Mallorcaflug gegen Ammoniakemmisionen aus den Ställen Gegenzug rechnen. Natürlich fehlt in der Debatte in weiten Teilen der Bevölkerung der Sachverstand aber wir haben auch Nachholbedarf. Ich habe einige interessante Gespräch auf Gemeindeebene geführt und Lösungsmöglichkeiten auf lokaler Ebene vorgeschlagen. Da sprach ich nicht mit einem Verband sondern mit Menschen. Diese kann ich über unsere Sachzwänge aufklären und sie fragen ob eine weitere Verlagerung der Produktion ins Ausland ein vernünftiger Weg zu mehr Artenschutz sein kann. Dann hab ich denen unsere eigene Gemeinde vor Augen geführt, Flächenverbrauch Bevölkerungsentwicklung Freizeitdruck auf die Natur usw.. Dazu findet man belastbare Zahlen im Internet bei den Statistikämtern. Dann haben wir gemeinsam den Anteil der Bauern zusammen gerechnet die in den letzten Jahren das Handtuch geschmissen haben. nachdenkliches Schweigen Dann noch ein paar Zahlen zum Inflationsausgleich durch Lebensmittel und ihrer tatsächlichen Bereitschaft dafür mehr zu zahlen. Betretenes Schweigen. Jetzt hab ich sie soweit. Ich schlage vor gegen einen kleinen Beitrag aller Artenschutzbefürworter hier in der Gemeinde, werde ich das Bachufer nur noch extensiv nutzen (mach ich schon seit Jahren ist ja Vorschrift) Dann kommen die Gegenvorschläge: Was würde es denn kosten wenn man das gar nicht mehr nutzen würde? ich hab Ihnen erklärt das ich die Fläche eigentlich nur wegen der 170 Kg Regelung brauche, und sie ja nicht wollen daß in der Dorfstraße auch noch die Gülletanker im Stau stehen die meine Rindergülle in irgend ein Ackerbaugebiet verfrachten, während der LKW mit dem Mineraldünger das aus der anderen Richtung wieder her fährt. Jetzt hab ich sie am Wickel. Ich glaub bei den Gesprächen hab ich mehr Verständnis in unserer Gemeinde erfahren als mit der Schimpferei der letzten Jahre. Außerdem wird einer der gut informiert ist, nicht jeder Honigtopf-Kampagne hinterherlaufen.

von Hans Hinrich Hatje

Kein vorauseilender Gehorsam

Ich halte nichts davon, quasi im vorauseilenden Gehorsam den auf wenig Sachverstand begründeten Naturschutzforderungen (Volksbegehren zum Artenschutz in Bayern u.a.) nachzugeben. Konventionelle Landwirtschaft wird sonst endgültig ins Abseits gedrängt, wo sie nicht hingehört. Ich weiß, wovon ich spreche. Seit 35 Jahren bin ich aktiver Landwirt, zunächst konventionell, dann 20 Jahre ökologisch wirtschaftend und dann seit sieben Jahren wieder konventionell. In dieser Zeit hat die konventionelle Landwirtschaft einen Quantensprung vollzogen, was z.B. Spritztechnik im Pflanzenschutz und dosierte Düngemaßnahmen anbelangt. Wenn ich das in Diskussionen anbringe, wird man heutzutage sozusagen für verrückt erklärt. "Gift bleibt Gift!", die konventionelle Landwirtschaft sei verantwortlich für das Bienensterben, das massenhafte Ausbringen von Glyphosat (mache ich gar nicht, setze vorrangig auf mechanische Stoppelbearbeitung etc.) usw.. Wie erklärt sich das Bienensterben? Wieweit ist überhaupt die konventionelle Landwirtschaft daran beteiligt? Frau Schulze als Bundesumweltministerin, ganz in der Tradition ihrer Vorgängerin Hendricks, will jetzt mal wieder reglementieren und ein Gesetz herausbringen, für mehr Artenschutz und weniger Pestizide. Was machen denn die anderen europäischen Länder? Hat sie da mal nachgefragt? Hat sie überhaupt einen Über- und Durchblick, die eine solche mögliche Gesetzgebung rechtfertigt? Macron rudert in Frankreich in Sachen Glyphosat gerade zurück. Die Menschen nehmen ja mehr eine geringfügige Belastung mit Glyphosat im Bier als gesundheitsschädlich wahr als den eigentlichen Alkoholgehalt, der die Gesundheit schnell ruinieren kann. Wollen wir als konventionelle Landwirte klein beigeben und uns einem "Mainstream" unterordnen, der keinen Sach- und Fachverstand mehr zulässt? Das kann es wohl doch nicht sein. Wozu lernen und studieren wir Agrarwissenschaften? Weshalb gilt die FH Kiel in Rendsburg als höchst anerkannt in Europa? Wird aber von vielen ideologisch geprägten Grünen geflissentlich ignoriert. Okay, die Öffentlichkeitsarbeit der vergangenen Jahre war oft zu schwach und nicht ausreichend, um die Verbraucher besser aufzuklären, dass Pflanzenschutz usw. mit Sachverstand unabdingbar ist. Aber seitdem viele Grüne auf "Wolke sieben" schweben und viele Anhänger haben, obwohl wenig Wissen, glaubt man denen fast alles. Aber, wo bleiben die Proteste der Grünen und der pseudogrünen Öko-Schickeria der (Vor-)Städte, die Bio einkauft, aber mehrere Male in den Urlaub fliegt und an Bord vegetarisch ökologisch speist, zum Beispiel bei dem aktuellen Fall Airbus, die jetzt mit ihrem Super Airbus eine "Bauchlandung" per exellance hingelegt haben, Arbeitsplätze aufs Spiel setzen (was vor 15 Jahren als undenkbar galt), dafür aber die Natur und die Einzigartigkeit des von Menschenhand ersonnenen Deichtums im Alten Land mit dem Obstanbau in einem besonderen Klima rigoros opferten bzw. gefährdet haben? Null... die Grünen stehen ja mit in der Regierungsverantwortung in Hamburg. Statt die Bauern ständig in Misskredit zu bringen, bedarf es hier doch einer ausgleichender Gerechtigkeit. Neue Verbündete der konventionellen Landwirtschaft kann man nur durch mehr Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit erreichen, ohne dass man zum Opportunisten wird. Von einem ausgewogenen Miteinander zwischen ökologischer und konventioneller Landwirtschaft sind wir zur Zeit wieder meilenweit entfernt - dank vieler Hetzkampagnen gegen konventionelle Landwirte und die sie hauptsächlich vertretenden Politiker. Das kommt schon einer Ausgrenzung gleich, die wir in Deutschland schon zu ganz anderen Zeiten erlebt haben. Als Kommunalpolitiker und Gemeindevertreter in Ostholstein denk ich darüber nach, für höhere Parlamente zu kandidieren. Das wird aber schwer, weil selbst eine CDU wie die in Schleswig-Holstein sich ganz gravierend von christlichdemokratischen Grundsätzen entfernt hat und zum Teil eine nicht mehr zu ertragende ökologisch eingefärbte, anpasserische Sichtweise angenommen hat, die die Partei noch profilloser macht als in den vergangenen Jahren. Quo vadis, Landwirtschaft?

von Benedikt Haerlin

Zeitenwende, aber richtig

Ein bemerkenswerter Kommentar! Wenn Bauern auf NGOs zugehen, dann sollte es erst mal um die Frage gehen wo die Gemeinsamkeiten liegen: Bei der Perspektive im Naturschutz, der Kulturlandschaft, der Rolle der Landwirte in der Landwirtschaft 4.0, dem ländlichen Raum, der für unsere Kinder und Enkel attraktiv genug ist, um ihn gemeinsam zu gestalten etc. D a n a c h kommt die Finanzierung und die darf nicht nur fragen wer zahlt an wen, sondern muss schon fragen wie rechnet sich welches Geschäftsmodell kurz- und langfristig. Wenn d a n n Kompromisse gefunden werden müssen, darf man erwarten, dass dazu alle bereit sein werden, als Einzelhandelskunden, die auf Lidl, Aldi, Edeka und Rewe durchaus Einfluss nehmen können, der über Schnäppchenverhalten hinausgeht und auch als Steuerzahlerinnen. Wäre das eine gangbare Vorgehensweise?

von Klaus Oltmann

Frage der Sichtweise

Seht es doch mal positiv. Über 80 % der Bevölkerung ist gegen diesen Wahnsinn. Die ganzen Organisationen haben nur ein Ziel: Spendengelder zu generieren. Wir sollten öfters mal nein sagen: Nein zu Tierschutzlabel, nein zu Genfrei, und viele andere schwachsinnige Dinge. Wir sollten vielmehr Aufklärung betreiben. Es wird immer über die Zukunft der Landwirtschaft diskutiert, obwohl die Verbraucher nicht einmal wissen, wie die Gegenwart aussieht. Wir brauchen keine Berufsvertretung auf der Grüne Woche in Berlin, die mit Landwirtschaft überhauptnichts mehr zutun hat, wir brauchen Fachkräfte in unserer Berufsvertretung, (wie zb.ein Udo Pollmer )die sachlich und fachlich mit den Politikern und Medien diskutieren, und unsere Leistung für den Verbraucher, Natur und Umwelt in den Vordergrund stellen. Wir haben über 80 %, da träumt jeder Politiker von, die wir aufklären müssen, die anderen 18% müssen wir ignorieren, denn die werden wir niemals überzeugen können, selbst wenn wir nochsoviel faule Kompromisse eingehen. Dann sollen sie sich ihre Lebensmittel im Ausland kaufen, denn da ist es eh alles besser.

von Klaus Oltmann

Frage der Sichtweise

Seht es doch mal positiv. Über 80 % der Bevölkerung ist gegen diesen Wahnsinn. Die ganzen Organisationen haben nur ein Ziel: Spendengelder zu generieren. Wir sollten öfters mal nein sagen: Nein zu Tierschutzlabel, nein zu Genfrei, und viele andere schwachsinnige Dinge. Wir sollten vielmehr Aufklärung betreiben. Es wird immer über die Zukunft der Landwirtschaft diskutiert, obwohl die Verbraucher nicht einmal wissen, wie die Gegenwart aussieht. Wir brauchen keine Berufsvertretung auf der Grüne Woche in Berlin, die mit Landwirtschaft überhauptnichts mehr zutun hat, wir brauchen Fachkräfte in unserer Berufsvertretung, (wie zb.ein Udo Pollmer )die sachlich und fachlich mit den Politikern und Medien diskutieren, und unsere Leistung für den Verbraucher, Natur und Umwelt in den Vordergrund stellen. Wir haben über 80 %, da träumt jeder Politiker von, die wir aufklären müssen, die anderen 18% müssen wir ignorieren, denn die werden wir niemals überzeugen können, selbst wenn wir nochsoviel faule Kompromisse eingehen. Dann sollen sie sich ihre Lebensmittel im Ausland kaufen, denn da ist es eh alles besser.

von Wolfgang Schuchard

Woher nehmen Sie diese Zuversicht?

In vielen Punkten muss ich dem Kommentar von Herrn Dr. Schulz Pals zustimmen. Sie schreibne aber: "Wenn die Bauern auf die NGO zugehen und Kompromisse anbieten, dann dürfen, dann müssen sie gleiches auch von den Umwelt- und Tierschutzverbänden erwarten." Woher nehmen Sie diese Zuversicht? Deren Geschäftsmodell besteht doch daraus, Skandale aufzubauschen. Kompromisse würden denen doch die Geschäftsgrundlage entziehen. Deren "Hauptamt" geht es doch auch um den Arbeitsplatz.

von Kirsten Wosnitza

Realistischer Kommentar

Man kann nur hoffen, dass es denen gelingt die Bauern wieder von den Bäumen zu holen, die sie zuvor ganz bewusst zwecks Aufbau von Feindbildern hinaufgetrieben haben. Das gilt nicht nur für Verbände und Politiker, sondern auch für die landwirtschaftliche Presse. Sonst wird es noch mehr Verlierer geben.

von Thomas Bröcker

Richtiges und Falsches

Richtig ist, dass die nicht demokratisch gewählten Kräfte der Politik in vielen Dingen das Heft des Handelns aus der Hand genommen haben. Richtig ist auch, dass in Verbindung mit der Macht der Medien, viele der jetzigen Forderungen relativ ungeprüft bezüglich ihrer Sinnhaftigkeit in Gesetz und Ordnungsrecht umgesetzt werden werden. Und es ist auch richtig, dass die derzeitigen (teils geschmähten) Interessenvertreter der Bauern, zu denen ich ausdrücklich den DBV zähle, medial ins Abseits gedrängt wurden und jetzt sozusagen der Schwanz (NGO´s) mit dem Hund (Politik ) wedelt. Die Reputation des Berufsstandes kann nur von unten wieder hergestellt werden und wir werden die Zusammenarbeit (vor allem vor Ort) suchen müssen. Falsch ist, dass von diesen Forderungen die kleinen und mittleren Höfe profitieren. Das ganze Paket an Forderungen und daraus folgenden Maßnahmen wird den Untergang (resp. die Hofaufgabe) der kleinen Betriebe extrem beschleunigen. Die großen Betriebe haben weniger Probleme 10 % oder mehr ÖVF umzusetzen.

von Eckehard Niemann

Dank und Hochachtung für diesen Kommentar!!

Einen Freund (auch der Bauern) erkennt man nicht daran, dass er einem nach dem Munde redet - sondern gerade in Krisen daran, dass er einem auch unbequeme Wahrheiten sagt. Das hat der TOP-AGRAR-Chefredakteur getan - dafür Dank und Hochachtung!!

von Heinrich Albo

Herr Dr. Schulze Pals

hat den allgemeinen Mainstream sehr gut beschrieben....nachdenklich macht mich jedoch das auch ein Chefredakteur von Top Agrar diesen anschließt und auch davon aus geht das die Landwirtschaft alles falsch macht! Dem ist nicht so ! Fast alle aktiven Landwirte analysieren die politische Lage ständig.Sie sehen aber auch wie ihre Arbeit auf dem Betrieb mit dem Umwelt/Tierschutz der Wissenschaft und der Ökonomie zusammen hängen. Sie arbeiten täglich daran wie man diese Faktoren zum Wohlergehen aller kombiniert und sie haben dabei ein allerbestes Gewissen. So lange dies der Fall ist wäre es längst überfällig das der Berufsstand gewisse Auflagen boykottiert.bzw. wirksamere Methoden anwendet.

von Wilhelm Grimm

Herr Albert Maier,

So muss es gemacht werden !

von Phillip Brändle

Respekt...

... für diesen offenen und erlichen Kommentar der in meinen Augen die Situation in vielen Punkten sauber anslysiert und viele richtige Empfehlungen gibt!

von Albert Maier

Zeit für einen radialen Kurswandel?

Ja! Der DBV muss endlich die Kompetenzführerschaft in agrarischen Themen zurückerlangen. Dazu muss das Hauptamt strategisch neu aufgestellt werden. Anstatt dieses mit dem altbackenen Situationsbericht des DBV mit anschließendem Einkommenskatzengejammer zu beschäftigen, muss das Hauptamt die Landwirschaft bei aktuellen Themen wie Artensterben, Nitrat, Feinstaub, Tierschutz etc. argumentativ nach vorne bringen. Vielleicht schauen sie sich mal die excellente Arbeit eines Georg Keckl an. Komplett daneben sind Anbiederungsversuche a la DLG!!!!

von Thomas Blöthner

Ein Pakt mit dem Teufel

Genau dafür würde ich das ganze halten. Mit diesen Leuten kann man weder diskutieren noch gemeinsam Kompromisse finden. Sie verlieren ihr Endziel nicht aus den Augen, nämlich Deutschland an die Wand zu fahren ! Das erleben wir im Moment in allen gesellschaftlichen Bereichen, die Landwirtschaft steht dabei ganz besonders im Fokus. Sie haben dabei die besten Verbündeten die man sich vorstellen kann - die Medien! Diese lassen nichts aus um das ganze noch zu befeuern. lg

von Heinrich Roettger

Der Vergleich hinkt gewaltig!

Nirgens in Europa sind die Nahrungsmittel für den Verbraucher so günstig , wie in Deutschland.Das wird auch bald für die Label Produkte bei Aldi und Lidel gelten. In anderen Ländern , wie den Niederlanden sind die Natur und Tierschützer Realos und keine Fundis , wie in Deutschland.

von Klaus Müller

Die Meinungshoheit erringen !

Die A R D hat sich eine Gebrauchsanweisung schreiben lassen. Ein " Framing-Manual " Darin wird genau beschrieben welche Worte oder Formulierungen man benutzen sollte, um die Meinung zu beeinflussen. Sozusagen ein Propaganda Handbuch. Einfach mal eine Suchmaschine fragen

von Heinrich Albo

Die Finanzierung ist doch ganz einfach...

Der Staat erhebt eine "Art EEG Umlage "auf ALLE Lebensmittel und garantiert allen Landwirten die ihren Schweinestall für "Tierwohl" Stufe 1umbauen einen festen Aufpreis für 20 Jahre um 20 Cent beispielsweise pro kg Schlachtgewicht und fertig.... Dann schauen wir mal wie lange der Verbraucher das alles mitmacht! Wenn die Umlage zu hoch wird sind die Ökos die Ngo's und die Medien schuld und nicht der kleine Familienbetrieb. Der Bauernverband sollte das doch mal vorschlagen....Wenn die Rot grünen das nicht mitmachen wollen sind diese Schuld und das muss dann auch ganz deutlich kommuniziert werden.

von Johann Schneider

Alte Männer

Die alten Männer vom Bauernverband kommen in der Öffentlichkeit nicht gut rüber.lieber mit jungen intelligenten Frauen probieren

von Lars Henken

Wird nicht passieren....

Für mich liest sich ihr Vorschlag so, dass wir Bauern von den NGOs zu Kreuze kriechen und uns deren Gnade ausliefern sollen. Es geht der Masse dieser NGOs doch gar nicht darum die Landwirtschaft zu verändern. Es geht darum Spenden zu generieren und dafür braucht man Skandale. Diese generiert man mit landwirtschaftlichen Themen, denn Ernährung geht jeden an. Glaubt wirklich jemand, das Bauern-Bashing würde enden, wenn wir auf Partnerschaft machen? Jede neue Auflage beschleunigt den Strukturwandel, 90% der Kunden kaufen nur über den Preis und am Ende kommen die Lebensmittel aus dem Ausland und werden dort irgendwie produziert. Hauptsache billig!

von Gregor Grosse-Kock

Steh auf Bauernverband

Der oder Unser Interessenvertreter sollte mal Mitarbeiter beschäftigen, die nicht nur plappern und reagieren, sondern auch mitteilen und kommunizieren. Dazu gehören jüngere und keine alten Sesselrücker.

von Wilhelm Grimm

"Offensive Nachhaltigkeit", das Lieblingskind der Westfalen, auch von topagrar,

ist ein Flop. Das Geschäftsmodell der Spendenmaximierung der grünen Seilschaften braucht den Streit ebenso wie die alternativen Bauernverbände auch. Unsere Öffentlichkeitsarbeit ist schlecht. Aber die Sonne scheint, ich muss arbeiten.

von Jürgen Middelhoff

Zugehen auf die NGOs

Wir sollten uns schon überlegen mit wem wir uns zum Dialog an einen Tisch setzen, wie soll ein Kompromiss mit PETA oder anderen Tierrechtsorganisationen aussehen deren erklärtes Ziel ist die Tierhaltung,auch die Hobby-und Freizeithaltung, komplett abzuschaffen? Auch mit anderen Organisationen bleiben wir immer in der Bringschuld, es wird nie genug sein. Mehr Patz, mehr Beschäftigung, keine Kastration, keine Kastenstandhaltung, kein Schwänzekupieren, mehr Wühlmaterial etc pp. In NRW beginnt jetzt das Schwip Programm, was den Einstieg in den Ausstieg des Schwänzekupierens bedeutet. Als Schweinehalter im geschlossenen System hat man zuerst eine 22 Seiten starke Risikoanalyse auszufüllen, anschließend soll man mit 1% des Bestandes die Schwänze nicht kupieren und den Verlauf natürlich dokumentieren. Auf Kreisebene sind zusätzliche Tierärztinnen zur unangemeldeten Kontrolle rekrutiert worden. Wir brauchen mehr Werbung für uns, ich vermisse hier auch von der Politik mal klare Aussagen zur Nachhaltigkeit unserer intensiven Landwirtschaft im globalen Vergleich, es muss doch der ökologische Fußabdruck pro Liter Milch, kg Fleisch oder to. Getreide ermittelt werden. Jeder Wirtschaftsminister lobt die Erfolge des Maschinenbaus oder der Autoindustrie als unverzichtbar, und das in diesen Bereichen immer alles zum Besten gestellt ist darf ja wohl angezweifelt werden.

von Martin Reinecke

Völlig an der Praxis vorbei...

Habt Ihr Euch dieses Volksbegehren mal durchgelesen?? Einige Forderungen sind schlichtweg nicht zu erfüllen. Keine Grünlandpflege nach dem 15.03. Keine Mahd vor dem 15.06. Hallo? Entscheidend ist das Wetter... So ein Nonsens darf nicht in dieses Gesetz. Was sagte die bayrische Landwirtschaftsministers zu dem Thema, Zitat „das ist ein Eingriff in die unternehmerische Freiheit und ein Eingriff ins Eigentumsrecht“ Zitatende Recht hat sie... Es muss endlich auch vernünftige Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung gemacht werden, was wir tun, und warum.

von Rudolf Rößle

Ein

Kommentar beim LEH aufgrund der geforderten höheren Umweltleistungen erhöhen wir unsere Nahrungsmittelpreise bei der Hälfte der Produkte um 30% . Diese sind klar gekennzeichnet und mit dem Zukunftslabel deklariert. Beweisen Sie durch ihren Einkauf, dass sie die Lebengrundlage von Natur und der Bauernschaft angemessen unterstützen und honorieren. Das sollte die Antwort des LEH sein mit der Unterschrift von Bauern und Umweltvereinen.

von Christian Bothe

Kommentar

Ich sehe da vieles anders wie Dr. Schulze Pals in seinem Kommentar. Unsere LW braucht sich aufgrund ihrer nachhaltigen Entwicklung (Investitionen,Tierwohl,GVO,DvO etc.) in den letzten Jahren überhaupt nicht und vor niemanden zu verstecken,und es besteht überhaupt kein Grund die Grünen und deren Ableger NGOs etc. zu hofieren. Im Gegenteil man sollte die Arbeit unserer Bauern egal ob konventionell oder ökologisch wirtschaftend gegenüber der Bevölkerung sachlich und richtig darstellen. Dazu sollten sich insbesondere die Medien mal an der Nase rümpfen und sich fragen,was ihr Beitrag dazu war und ist. Ja, ich meine auch die Fachorgane. Eine sachliche und fachliche Diskussion mit NGOs und deren Anhänger kann man versuchen,bringt aber nichts und man sollte und braucht die ganzen "Anstrengungen" dieser Organisationen nicht überbewerten auch wenn es manchmal "gerichtlich" anders wirken sollte. Ich denke Bauernverbände gemeinsam sollten sich noch mehr im Sinne ihrer Mitglieder engagieren und man sollte wirklich noch einmal über eine neue CMA nachdenken,meine ich. Ob man die Zahl der Teilnehmer in Bayern als Betriebsunfall bezeichnet,ist eine gute Frage. Mich beschäftigt vielmehr das tatsächliche Ansinnen der Leute(Städter), die im Fernsehen bei Stimmabgabe zu sehen waren. Wieviele haben da schon mal eine Biene oder Insekten in freier Natur beobachtet und wissen überhaupt worum es geht? Vielleicht ist es einfach schick gegen die LW zu sein... Die ganze gegenwärtige Diskussion gegen jegliche Form der Tierhaltung und Pflanzenproduktion ist momentan modern und man vergißt das die Arbeit unserer Bauern 365 Tage im Jahr die Basis für eine qualitätsgerechte und ausreichende Ernährung der Bevölkerung darstellt. Nichtsdestotrotz muß und wird sich unsere LW weiterentwickeln und das auf der Grundlage des entsprechenden Know how.

von Jörg Meyer

Weg mit den Subventionen

dann wird das mit den NGOs und anderen die an die Geldquellen wollen weniger! Ferner wird ein Stück Druck von der Fläche genommen, weil Mitnahmeeffekte und versteckte Arbeitslosigkeit verschwinden. Es werden Flächen Brachfallen ohne das dafür bezahlt werden muss! Hin zu Auschreibungsverfahren für Umweltleistungen zu Marktpreisen, dann wird jeder transparent sehen können was solche angeblich gewünschten Leistungen über das gesetzliche hinaus kosten! Und mit weniger Subventionen im System wird natürlich auch die Anzahl der Profiteurre im Vor-, Nach- und Nebengelagerten Bereich der Landwirtschaft weniger! Viele dieser Beschäftigungsfelder mit mehr Life-Work-Balance als in den meisten Landwirtschaftlichen Betrieben wird wegfallen, nur wer wirklich messbar Vorteile für uns aktiven Landwirte bringt kann dann seine Position halten, weil einfach so mal rumreden keinem etwas bringt!

von Hans-Gottfr. Gresshöner

Neue Verbündete??

Herr Dr.Schulze Pals,wenn die neuen Verbündeten merken,dass das "Bienenretten" Geld kosten und vor allem die persönliche Bequemlichkeit einschränken kann,werden sie wohl genauso schnell wieder "abkühlen" wie sie sich vor dem Volksbegehren echauffiert hatten.

von Werner Kriegl

Atomkraft

Wir sind die neue Atomindustrie für die Grünen und NGO´s! Die werden solange "Kompromisse" mit uns Konventionellen schließen bis zur "Endabschaltung"...

von Andreas Gerner

Rekord

Ist der Rekordwert von 18,4% ein Zeichen dafür, wie viel Zustimmung der Gesetzesvorschlag fand? Wohl eher Beleg dafür, dass es besser als je zuvor gelungen ist, den Wähler zu betrügen. Skandalös, dass ausgerechnet der griffige Slogan "rettet die Bienen" gewählt wurde, obwohl das Wort "Biene" in der Ausformulierung des Gesetzesvorschlags kein einziges mal vorkommt. Auch dass Ziele genannt werden, die der Artenvielfalt inklusive Bestäuberinsekten eher schaden als nützen (mehr Bio heißt weniger Nahrung für Bestäuber wegen weniger Raps, heißt mehr totgestriegelte Bodenbrüter...), lässt darauf schließen, dass sich so viele Wähler zu einer Unterschrift für ein Paket haben hinreißen lassen, welches sie eigentlich gar nicht wollen, als je zuvor in Bayern. Herzlichen Glückwunsch, liebe Initiatoren, Helfer und Unterstützer. Sie haben mit Ihren fragwürdigen(nett ausgedrückt) Methoden erfolgreich angestoßen, dass ausgerechnet die Minderheit niedergemacht wird, die mit weitem Abstand den größten Beitrag für Natur, Artenvielfalt, Umwelt, Klimaschutz, Landschaftsschutz, sichere Lebensmittel usw. leistet.

von Gerhard Steffek

Angriff ist die beste Verteidigung!

Ich erlaube mir jetzt im Discounter oft genug die Frage ob der/die beim Volksbegehren unterschrieben hat. Bei einem Ja wünsche ich ihm das ihm jeder Bissen im Halse steckenbleiben soll. Denn was sucht der im Discounter dann das billige Schnitzel. Dann soll er doch bitte auch so konsequent sein und Bio einkaufen. Dumme Gesichter gibt es dann kostenlos.

von Klaus Müller

Wenn das Schaf mit dem Wolf an einem Tisch sitzt,

wo findet man dann den Kompromiss? Wer von der Apokalypse lebt, hört der irgendwann mit seinen Forderungen auf? Oder begibt man sich in eine Spirale, aus der es kein Entrinnen gibt, solange die wahre Volksabstimmung, die täglich im Supermarkt stattfindet, ignoriert wird?

von Klaus Müller

Wenn das Schaf mit dem Wolf an einem Tisch sitzt,

wo findet man dann den Kompromiss? Wer von der Apokalypse lebt, hört der irgendwann mit seinen Forderungen auf? Oder begibt man sich in eine Spirale, aus der es kein Entrinnen gibt, solange die wahre Volksabstimmung, die täglich im Supermarkt stattfindet, ignoriert wird?

von Stephan Ruth

Es wird kein Ende geben.

Man sieht bei dem Volksbegehren, wie einfach sich der unwissende Bürger manipulieren und instrumentalisieren lässt. Die Gespräche mit den Grünen und NGO`s wird die Landwirtschaft nicht weiter bringen. Denn diese Gruppen werden nicht aufhören, irgendwelche Forderungen zu stellen, bis die Landwirtschaft in Deutschland an die Wand gefahren ist. Kompromisse sind auch deshalb so schwer einzugehen, weil wir nach jahrelanger Ausbildung wissen, was wir tun. Außerdem kann man mit ein bisschen gesundem Menschenverstand erkennen, wo die Reise hingeht, wenn man z.B. die Forderungen aus dem Volksbegehren betrachtet: - 30% Zwangsökologisierung (Folge Preisverfall) -Bewirtschaftungsverbote (stille Enteignung) usw.

von Thorben Boysen

... wenn Konsumenten spüren, was Konsumieren bedeutet...

.. wird es ihnen selbst zu unbequem. Grundsätzlich ist doch der Ausgang einer solchen Unterschriftenaktion nicht verwunderlich. Wer stellt sich schon dagegen, wenn es oberflächlich heißt für etwas Gutes zu stehen und seinen Namen auch dafür herzugeben. Dass aber eine Unterschrift schneller geschrieben ist als es Zeit benötigt, um sich in die Zusammenhänge hineinzudenken ist auch kein Geheimnis. Für viele ist es doch ausreichend, wenn damit das eigene Gewissen reingewaschen ist. Die Bereitschaft aber selbst etwas zu ändern ist frustrierend gering. Ganz zu schweigen von dem Willen die Dinge tatsächlich zu begreifen! Niemand mag sich den Konsequenzen seines eigenen Handelns bewusst werden.... zumindest insoweit es nicht ganz ganz weit weg der Fall ist. Umweltschäden sind in anderen Ländern sind grundsätzlich nicht zu beanstanden ABER wehe dem es werden Lebensmittel unter kontrollierten Bedingen vor der eigenen Haustür produziert.

von Anton Obermeier

Volksbegehren

und Wahlerfolge der Grünen zeigen doch wie gut das Thema Landwirtschaft funktioniert. Die werden einen Teufel tun und zu Kompromissen bereit sein. So lange es konventionelle Landwirtschaft gibt wird sie von Stimmen- und Spendensammlern an den Pranger gestellt werden, und wenn dann alle Bio sind gehts dort mit den "Unterschieden" los. Wenn man bedenkt wie sich die Landwirtschaft in den letzten 40 Jahren hin zu mehr Umweltbewusstsein entwickelt hat und dann sieht wie von Grünen und NGOs gerade das Gegenteil behauptet wird, weiß man doch wo die Reise hingeht.

von Hans Nagl

Sehr gut .

Auf den Punkt gebracht.

von Willy Toft

Wenn man die Bevölkerung so einfach manipulieren kann, ohne dass sie die Konsequenzen....

richtig abschätzen kann, dann haben wir in der Tat zukünftig bald ganz andere Probleme! Mit einer einfachen Fragestellung, den Hebel der guten Fachlichen Praxis umzulegen oder lahmzulegen, zeugt von der Arroganz der Unwissenden, die eine Bevölkerungsgruppe ins Abseits stellen wollen, nur weil Ihnen einige Dinge stören! Die meisten der Unterzeichner wollten eine intakte Natur, wobei jeder eine andere Vorstellung davon hat. Der einzelnen Person kann man keinen Vorwurf machen, denn eine intakte Natur wollen wir irgendwie alle, eben Jeder nach seinen Vorstellungen. Nun muss die Bayrische Landesregierung an einem neuen Naturschutzgesetz ran, dass hoffentlich noch ordentliche Landwirtschaft zulässt. Wenn in Zukunft alle anderen brisanten Themen so abgearbeitet werden, hat unserer Staat bald nur noch Probleme, es allen Recht zu machen!

von Matthias Zahn

Verantwortung übernehmen

Wir Bauern werden in Zukunft mehr Verantwortung übernehmen müssen. Die reine Einhaltung gesetzlicher Standards wird nicht mehr genügen. Die gesellschaftlichen Veränderungen sind klar erkennbar. Je länger wir uns dagegen wehren umso härter werden sie uns treffen und umso gnadenloser durchgesetzt. Wir müssen mit den Gruppen die eine andere Landwirtschaft fordern an einen Tisch. Reden schafft Vertrauen. Nicht reden schafft Misstrauen. Und der Bauernverband hat mit seiner Stimmungsmache die Fronten zusätzlich verhärtet. Auf beiden Seiten! Damit hat er der Landwirtschaft einen Bärendienst erwiesen. Auch wenn das für viele Bauern balsam für die Selle war und Genugtuung dass eindlich mal einer was sagt. Es braucht trotzdem Offenheit und neue Denkansätze in Zukunft.....

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen