Gespräche mit dem Handel

Die schwierige Mission der Koordinationszentrale Handel-Landwirtschaft

Am Mittwoch gründet sich die Koordinationszentrale Handel-Landwirtschaft. In einer aufgebrachten Stimmung will sie zu einer besseren Verständigung in der Lebensmittelkette kommen.

Ein neues Kapitel in den Beziehungen zwischen Lebensmitteleinzelhandel (LEH) und Landwirtschaft will die Koordinationszentrale Handel-Landwirtschaft aufschlagen. Am Mittwoch den 8. September laden die drei Initiatoren der Deutsche Bauernverband (DBV), der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) und der Handelsverband Deutschland (HDE) zur Gründungsversammlung des Vereins Zentrale Koordination Handel-Landwirtschaft e.V. ein. Für die ersten zwei Jahre statten die drei Verbände den Verein mit jeweils 150.000 € als Anschubfinanzierung aus.

8 Gründungsmitglieder aus Landwirtschaft und Handel

Zu den Gründungsmitgliedern gehören außerdem der Bundesverband des Lebensmittelhandels (BVLH), die Handelsvereinigung für Marktwirtschaft (HfM), die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse (BVEO), das Wirtschaftswissenschaftliche Institut der Agrarwirtschaft (WWA) und der Verein information.medien.agrar (i.m.a.). Organisatorisch nimmt sich der Verein vor, seine Aktivitäten über einen Vorstand, einen Steuerungskreis und die Mitgliederversammlung zu lenken. Designierter Geschäftsführer der Koordinationszentrale ist der langjährige QS-Geschäftsführer Hermann-Josef Nienhoff.

Mitglieder vom Agrardialog werden eingeladen

Wie im Namen des Vereins schon angelegt, versucht der Verein eine zentrale Gesprächsplattform zu werden. Seit Wochen wird darüber debattiert, ob die Mitglieder des Agrardialogs, die sich seit mehreren Monaten unter Moderation der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) mit Vertretern des Lebensmittelhandels austauschen, sich an der Koordinationszentrale beteiligen. „Wir wollen die Anschlussfähigkeit des Agrardialogs“, bekräftigte...


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