Landvolk

Direktzahlungen stärker unter Druck als zugegeben

Der Bauernverband aus Niedersachsen hat erfahren, dass den Bauern bei den Direktzahlungen größere Kürzungen bevorstehen, als die Politiker zugeben wollen.

Der Bauernverband aus Niedersachsen kritisiert, dass Haushalts- und Agrarpolitiker weitaus kräftiger an den Direktzahlungen für die Landwirte sparen wollen, als sie dies bislang zugeben.

Hintergrund sind laut Landvolk die Übergangsbestimmungen für den EU-Haushalt, die zudem nicht parallel zum Kalenderjahr verlaufen, sowie bereits beschlossene Umschichtungen bei den Direktzahlungen von der sogenannten 1. in die 2. Säule. Hier habe sich beispielsweise das Agrarministerium die Zustimmung des Umweltressorts zum Agrarpaket mit einem höheren Umschichtungssatz „erkauft“.

Agrarpolitiker sprechen aktuell von einem Betrag in Höhe von 4,50 Euro je Hektar, den die Landwirte dadurch einbüßen würden. Damit würden sie das tatsächliche Ausmaß der Kürzung verschweigen, heißt es. Tatsächlich nämlich werde das Minus nach Berechnungen des Landvolkes Niedersachsen mit mindestens 16 Euro je Hektar mehr als dreimal so hoch ausfallen. Für einen Durchschnittsbetrieb mit einer Flächenausstattung von 80 ha kämen dann bereits fast 1.300 Euro im Jahr zusammen.

Für die Landwirte wirkt sich die finanzielle Lücke auf ihre betriebswirtschaftlichen Kalkulationen aus und behaftet diese mit einem erheblichen Unsicherheitsfaktor. Gerade in den vergangenen beiden Trockenjahren seien die Direktzahlungen für die meisten Betriebe eine wichtige Stütze der stark unter Druck geratenen Einkommen gewesen, heißt es.


Diskussionen zum Artikel

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von Karlheinz Gruber

Herr Jensen

Selten so einen Schmarrn gelesen. Einfach keinen Mehrfachantrag abgeben und Sie erhalten keine Ausgleichszahlungen mehr. Einfach keine Programme mehr machen, und es gibt kein Geld mehr. Soe einfach gehen Ihre Forderungen. Gehen sie mit gutem Beispiel einfach voran. Eingepreist ist dies über all? Ok, wenn Sie es sagen. Nur Runtergehen wird keiner mehr. Warum auch. Keiner will weniger. Die Auflagen bleiben usw. DAS ist der IRRGLAUBE dem Sie voll unterliegen. Und wenn Sie schon schreiben alle oder keiner. Ich will nicht, daß die wegkommen. Also für mich ist die Diskussion soweit beendet. Wer will kann es freiwillig jetzt mit allen Nachteilen machen. Oder einfach still sein. Danke

von Wolfgang GERTHNER

War mir klar!

Dass die Ausgleichszahlungen gekürzt werden war mir schon lange klar als Ausgleich gibt es ja die Bauernmilliarden.Wolfgang Gerthner 66871 Oberalben

von Klaus Jensen

@ Herr Gruber

Entweder alle, oder keiner. Als einzelner kann man nicht darauf verzichten, da die Prämien eingepreist sind. Aber wenn sie (die Prämien) wegfallen würden, würde sich das auch einpreisen: bei den Pachten, bei PSM, bei Mineraldünger, bei Landmaschinen...

von Karlheinz Gruber

Da hier ja sehr viele für die Abschaffung der

Direktzahlungen sind, gehe ich auch davon aus, daß Sie diese jetzt schon auch nicht abrufen. Denn wer gegen so was ist, wird doch auch nicht die Zahlungen einfordern. Abrufen ist ja keine Pflicht. Das wäre ja Schizophren, so ein Verhalten. Oder kassieren Sie und sind dagegen, daß wäre dann scheinheilig. Wie ist es dann wenn die Zahlungen vorbei sind mit den Auflagen? Glaubt ihr denn alle wirklich, die sind dann weg? Puff vorbei? Die Auflagen lösen sich mit der Einstellung in Luft auf? Werdet mal wieder alle geerdet. Die Auflagen bleiben, und die Zahlungen kann man getrost als Ausgleich sehen. Wer diese nicht habe will, solls halt bleiben lassen. aber nicht für andere fordern, die sie mitnehmen wollen oder brauchen. Verzichtet freiwillig und gut ist es. Ich nehme sie mit, als Ersatz für die erforderliche Arbeitszeit. Und punkt. Aber wehe ich kriege mal mit, daß ihr die Gelder trotzdem eingestrichen habt. ….. Dann prangere ich diese Scheinheiligkeit an. Auf geht's.... Macht den Vorreiter, beweist es, daß Ihr keinen Mehrfachantrag oder andere Programme macht! Oder seid einfach mal still.

von Heinz Göttke

Direktzahlungen

Jede Kürzung wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Endziel kann nur die komplette Abschaffung der Direktzahlungen sein. Diese Kürzungen wären nicht der Untergang. Hauptsache es gibt nicht weitere Auflagen. Bei der Größenordnung der Kürzungen werde ich wohl kaum noch die Abschaffung erleben. Bei 4,50 Euro jährlich wäre ich dann wohl mit Abstand der älteste Deutsche. Frohes Schaffen

von Matthias Zahn

Gut!

Dann bekommt der Markt wieder mehr Gewicht! Wollen doch alle das der Markt es regelt. Wenn dann die Preise mal wieder unten sind, werden halt soviele Landwirte vom Markt weggeregelt bis es wieder passt....... Ist ja nicht so, als ob diese Geldner NUR Vorteile hätten.

von Stefan Lehr

Nichts Neues

Diese Tendenzen sind absolut nichts Neues und waren schon seit ca. 16 Jahren zu erwarten. Mit dem Ausbau der EU gen Osten und der grossen Differenz der Hektarpraemien war bereits damals absehbar, dass im Westen Praemien sinken und im Osten ansteigen. Ich, und auch etliche Kollegen, habe schon von Anfang an fuer die Abschaffung der Subventionslandwirtschaft gestimmt. Dann waeren in den vergangenen Jahrzehnten viele Betriebsentscheidungen nach rein oekonomischen Kriterien getroffen worden. Dies betrifft sowohl Anbaustruktur, wie auch Pachtzahlungen und Investitionen. ABER: Wer ist heute noch in der Lage betrieblich aus diesem Hamsterrad lebend rauszukommen? Es ist fuer viele Betriebe schon fast unmoeglich. Landwirtschaft ohne direkte Subventionen ist machbar. Aber nur mit den entsprechenden Strategien und ohne den finanziellen Zwang durch Gesellschaft und Banken aus der Vergangenheit. Ich wuerde auf jeden Fall schon heute mit 25 Euro/ha weniger kalkulieren.

von Thorsten Burmeister

Oh ha! Ja 16 € weniger pro ha ist schon eine "brutale" Kürzung !! Das überlebt kein Betrieb! Absolut lächerlich darüber zu streiten/diskutieren.

von Klaus Fiederling

Die Scheinheiligkeit der Debatte

In Nürnberg startet dieser Tage die größte Weltleitmesse BIOFACH. Schon im Vorfeld wird kommuniziert, dass die Molkereien KEINE weiteren umstellungswilligen Betriebe anzunehmen bereit sind. Ein Öko-Milchmarkt ist bereits mehr als gesättigt, die „Umsteller-Milch“ am Markt kaum mehr platzierbar. Daher der unmissverständliche Fingerzeig in Richtung Ökoindustrie, das nicht forthin zu forcieren; und eine solche scheinheilige agrarpolitische Umtriebigkeit, wo in Bayern die angepeilte Öko-Zielmarkte -qua Volksbegehren „Pro Biene“ gesellschaftlich verordnet- erst mit anteilig einem Drittel umgesetzt ist!? - DAS Paradebeispiel schlechthin also! // Wieso ist unsere Politik so unehrlich, eine Deckelung pro Betrieb auf 50.000 Euro nicht endlich ernsthaft zu thematisieren, sehr zügig sogar das vollkommen unzeitgemäße komplette Prämiensystem abzuschaffen für ALLE BETRIEBE, für die konventionelle LW sowie auch für den BIO-Landbau gleichermaßen. Jeder Bauer, jede Bauernfamilie, sollte von dem leben können, was von der eigenen Hände Arbeit erschaffen wird. Auch eine perspektivreiche Fortentwicklung der Bauernhöfe muss damit gewährleistet sein. Der Weltmarkt muss den Wert unserer Bauernerzeugnisse endlich widerspiegeln; wenn ein INPUT das OUTPUT bei weitem übersteigt, muss die Produktion schlichtweg eingestellt werden. So wie aktuell die neuen Strukturen angedacht sind, münden selbige sukzessive in einer 2-Klassen-Landwirtschaft, die jedoch keinesfalls ein Massensterben deutscher/europäischer Höfe, ein Bauernsterben weltweit, aufzuhalten vermag. Ja, weit eher wird genau das Gegenteil eintreten: Man zögert solche Sterbeprozesse hinaus und erhöht damit fatalerweise allenfalls den psychischen Leidensdruck der Menschen auf unseren Höfen.

von Heinrich Esser

Gute Nachrichten

Ich hoffe, dass die Direktzahlungen mittelfristig auslaufen. Dies wird in den kommenden Förderperiode noch nicht der Fall sein, aber gegen Ende des Jahrzehnts ist es vielleicht möglich. Wissenschaftler und Experten empfehlen den Ausstieg schon lange. Dies würde zur Folge haben, dass die Betriebe sich anfangs spezialisieren müssten, um die Einkommenslücke zu schließen, was für einen Unternehmer (was die Landwirte ja eigentlich sind) kein Problem darstellen sollte.

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