Strategie gesucht

Donau Soja fordert „Eiweißwende“

Der Verein Donau Soja wünscht sich Änderungen in der Tierfütterung, um verstärkt eigenes Soja einzusetzen. Zudem brauche Europa eine Eiweißstrategie.

Der Verein für gentechnikfreien Sojaanbau in Europa, Donau Soja, hat seine Forderung nach einer umfassenden europäischen Eiweißstrategie bekräftigt. Die EU-Mitgliedstaaten müssten im Green Deal und in ihren nationalen Plänen und Strategien zur Umsetzung der künftigen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) eigene Protein-Schwerpunkte setzen, um gezielt eine widerstandsfähige Proteinversorgung zu fördern, erklärte der Verein in Wien.

Donau Soja fordert mehr Vielfalt im Kulturpflanzensektor durch eine Steigerung des Anbaus von Sojabohnen und anderen proteinreichen Leguminosen sowie die Förderung einer verstärkten Nutzung von pflanzlichen Eiweißquellen in der menschlichen Ernährung und eines nachhaltigen Fleischkonsums. Notwendig seien zudem Änderungen der Fütterungspraktiken in der Nutztierhaltung, um die Eiweißverwertungseffizienz und die lokale Beschaffung von Protein zu verbessern.

Laut dem Obmann des Vereins, Matthias Krön, hat die Corona-Krise die Dringlichkeit in diesem Bereich demonstriert. Die Abhängigkeit der EU von Sojaimporten mache die Gemeinschaft anfällig für die „Launen der Weltmärkte“. Die Proteinversorgung müsse dringend auf eine breite Basis gestellt werden; unbedingt notwendig sei der Aufbau einer zweiten Lieferkette „aus Europa für Europa“.

Nach Ansicht des Vereins könnte das beispielsweise in Mittel-, Ost- und Südosteuropa geschehen. „Eine erfolgreiche Ost-West-Integration kann beitragen, die starke Abhängigkeit der EU von transatlantischen Importen zu verringern“, so Krön.