Bayern

Düngeverordnung: Freie Wähler-Fraktion für Erprobung alternativer Verfahren

Weil alternative Verfahren in der Düngeverordnung immer noch zu wenig anerkannt werden, fordern die Landtagsabgeordneten Herz und Pohl die Durchführung zugesagter Feldversuche zur Gülleausbringung.

Die Verschärfung der Düngeverordnung hat für Bayerns Landwirte zahlreiche Veränderungen gebracht. Die darin fehlende Anerkennung alternativer Düngeverfahren steht weiterhin in der Kritik. Der Feuchtwanger Landwirt Jens-Martin Keim hatte deshalb eine Petition in den Bayerischen Landtag eingebracht und die „Interessengemeinschaft (IG) Gesunde Gülle“ gegründet. Die Freie Wähler-Landtagsabgeordneten Dr. Leopold Herz und Bernhard Pohl haben sich einer Mitteilung zufolge mit ihm auf seinem Hof in Feuchtwangen zu einem Meinungsaustausch getroffen.

Herz will ergebnisoffene Versuche zur Gülleausbringung

Während des Termins wurden die weiter offenen Fragen einer Umsetzung der Düngeverordnung in Bezug auf innovative Ausbringformen nach Angaben der FW-Landtagsfraktion ausführlich diskutiert. Die IG Gesunde Gülle setzt sich unter anderem für die Beibehaltung der Breitverteilung von Gülle ein, wenn durch alternative Methoden wie Fütterung und Haltung von vornherein weniger Ammoniak produziert wird. Im Zuge des Gesprächs erklärte Leopold Herz, dass er sich weiterhin für die vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) zugesagten Feldversuche zur Gülleausbringung einsetzen wird: „Diese Versuche müssen von vornherein ergebnisoffen und unter Bezugnahme aller Ausbringtechniken durchgeführt werden. Dabei dürfen auch die Praktiker nicht außen vor bleiben. Die Anregungen der IG Gesunde Gülle sind für uns sehr wertvoll und fließen in unsere politische Bewertung mit ein.“

Faire Chance für Alternativen

Bernhard Pohl erklärte: „Wir werden uns die Situation noch einmal ganz genau ansehen und darauf drängen, dass bei der Umsetzung der Düngeverordnung die im Gesetz vorgesehenen Alternativen eine faire Chance bekommen.“ Die Kosten für neue, in der Regel größere Technik zur Gülleausbringung führe seiner Ansicht nach zum Sterben vieler kleiner Betriebe, was es zu verhindern gelte. Pohl möchte zudem eine nachvollziehbare Erklärung dafür, wie bei der Umsetzung der NEC-Richtlinie die Ausgangsdaten und die Reduzierung des Ammoniakausstoßes auf wissenschaftlich gesicherter Grundlage ermittelt werden.

Zum Abschluss erklärte Gastgeber Jens-Martin Keim: „Wir brauchen kein Geld, wir brauchen unbürokratische Vereinfachungen und praktikable Lösungen, die einen Mehrwert für die Gesellschaft haben.“