DVT sieht Nährstoffüberschüsse als vorrangiges Problem

Wenn der Deutsche Verband Tiernahrung (DVT) über eine sichere Proteinversorgung spricht, ist die Verringerung von Nährstoffüberschüssen neuerdings immer ein direkt damit verbundenes Thema.

In den Debatten um die Proteinversorgung und den Klimaschutz in Deutschland und der Europäischen Union hat für den Deutschen Verband Tiernahrung (DVT) die Verringerung von Nährstoffüberschüssen Priorität. „Für uns liegen die vorrangigen Ziele jetzt erstmal darin, akut die Stickstoffemissionen zu vermindern und überhaupt die Nährstoffüberschüsse zu reduzieren“, erklärte DVT-Geschäftsführer Dr. Hermann-Josef Baaken.

Die Frage der Versorgung mit Proteinen werde auch daran gemessen werden müssen, inwieweit sie zur Lösung dieses Problems beitrage. Durch den Einsatz von Raps statt Soja in Futtermitteln werde beispielsweise der Phosphoranteil deutlich erhöht und somit ein noch stärkerer Überschuss erzeugt, so der DVT-Geschäftsführer. Dies zeige, dass die Debatte etwas komplexer sei, als sie üblicherweise dargestellt werde.

Der DVT unterstütze fraglos die Forderung, sich mit Alternativen zu befassen, betonte Baaken. Diese müssten aber auch den Anforderungen aus Klimaschutz und Umweltfragen gerecht werden. Der Geschäftsführer hob hervor, dass die Futtermittelwirtschaft das Thema Nachhaltigkeit „selbst aktiv auf die Tagesordnung gesetzt hat“. Die Branche sei bereit, ihre Verantwortung bei der Sojabeschaffung wahrzunehmen. Es sei unzweifelhaft, dass mit den intensiven Anbauregionen wie Brasilien auch kritische Diskussionen über Aspekte wie Monokultur, Abholzung und Ausbeutung von Arbeitnehmern verbunden seien. Die Leitlinien und Zertifizierungen zu diesen Themen gäben aber „klare Antworten“ auf diese Herausforderungen.

Laut Baaken genießen die Leitlinien des DVT für die nachhaltige Sojabeschaffung bereits heute eine „hohe Akzeptanz“. Eine Umfrage unter den Mitgliedern des Verbandes habe ergeben, dass 60 % des Sojas in Deutschland nachhaltig zertifiziert seien. Auch beim Palmöl stammten mittlerweile 26 % aus zertifizierten Quellen; allerdings belaufe sich der Anteil der Palmfette an den gesamten Futtermitteln nur auf 0,6 %.

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