DBV-Situationsbericht

Einkommenskombination als Strategie

42 % der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland greifen auf mindestens eine landwirtschaftsnahe Einkommensquelle zurück. Im Jahr 2010 lag der entsprechende Anteil noch bei 33 %.

Laut der Landwirtschaftszählung erzielte 2020 die Hälfte aller landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland Einnahmen aus landwirtschaftsnahen Tätigkeiten als Ergänzung zur Primärproduktion. Unter diesen rund 130.800 landwirtschaftlichen Betrieben waren viele mit einer oder mehreren rechtlich ausgelagerten Einkommenskombinationen. Gegenüber 2010 ist der Anteil der Betriebe mit Einkommenskombinationen stark angestiegen, heißt es im neuen DBV-Situationsbericht.

Tabelle

Betriebe mit landwirtschaftsnahen Einkommenskombinationen

Erzeugung von erneuerbaren Energien ein besonders wichtiges Einkommensstandbein

Bei der Landwirtschaftszählung 2020 wurden zwölf zusätzliche Einkommensquellen der landwirtschaftlichen und rechtlich ausgelagerten Betriebe erfasst. Die vorherrschende – neben der eigentlichen landwirtschaftlichen Produktion – zusätzliche Einkommensquelle war die Erzeugung erneuerbarer Energien.

Von den rund 130.800 landwirtschaftlichen Betrieben mit zusätzlichen Einkommensquellen gaben 47 % die Erzeugung erneuerbarer Energien als weiteres betriebliches Standbein an. Darauf folgt die Forstwirtschaft mit 29 %, die in engem Zusammenhang mit der Be- und Verarbeitung von Holz (11 %) steht.

An dritter Stelle mit 25 % wird die Übernahme von Arbeiten wie Feldarbeiten für andere landwirtschaftliche Betriebe genannt. Mit etwas Abstand folgen die Verarbeitung und Direktvermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse (17 %) sowie die Pensions- und Reitpferdehaltung mit 13 %. Ein landwirtschaftlicher Betrieb kann mehrere zusätzliche Einkommensquellen haben.

Tabelle

Betriebe mit Einkommenkombinationen (Bildquelle: DBV-Situationsbericht)

Starker Trend zu zusätzlichen Geschäftsbereichen

In den 130.800 Betrieben mit landwirtschaftsnahen Einkommenskombinationen sind in der Landwirtschaftszählung 2020 erstmalig auch landwirtschaftsnahe Einkommenskombinationen aus rechtlich ausgelagerten Betrieben enthalten.

Ohne Berücksichtigung dieser rechtlich ausgelagerten Betriebe hatten 2020 110.600 landwirtschaftliche Betriebe auf mindestens eine landwirtschaftsnahe Einkommensquelle zurückgegriffen. Das sind 42 % der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland. Im Jahr 2010 lag der entsprechende Anteil noch bei 33 % und damit neun Prozentpunkte niedriger als im Jahr 2020.

Für knapp ein Viertel dieser Betriebe stellen die landwirtschaftsnahen Aktivitäten mehr als 50 % des Erwerbseinkommens. Der Produktionswert derartiger Erwerbsaktivitäten wird für 2020 auf 3,4 Mrd. € geschätzt.


Mehr zu dem Thema

Die Redaktion empfiehlt

Das Wichtigste aus Agrarwirtschaft und -politik montags und donnerstags per Mail!

Mit Eintragung zum Newsletter stimme ich der Nutzung meiner E-Mail-Adresse im Rahmen des gewählten Newsletters und zugehörigen Angeboten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.