Brüssel

EP-Umweltausschuss fordert besseren Schutz der Wildbestäuber

Die Wildbienen-Schutz-Initiative der EU-Kommission fruchtet nicht wie gewünscht. Einige Europaabgeordnete fordern daher bei der kommenden GAP-Reform eine Spritzmittelreduktion und Blühstreifenpflicht.

Die Zahl der Wildbienen, Schwebfliegen, Käfer, Motten und Schmetterlinge nimmt ab. Zum Schutz dieser wild lebenden Bestäuber hat die Europäische Union im Vorjahr eine Initiative eingeleitet. Diese sei aber nicht weitreichend genug, um die Hauptursachen für den Rückgang dieser Bestäuber in Europa zu beseitigen, hieß es laut aiz.info am Dienstag im Umweltausschuss des EU-Parlaments, dessen Abgeordnete deshalb einen durchgreifenden Schutz fordern.

So sollen die Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes in der Landwirtschaft und die Einrichtung von Blühstreifen in der anstehenden GAP-Reform zu zentralen Elementen werden, heißt es in der Erklärung. Die EU-Kommission wird aufgefordert, nationale Ausnahmen für den Einsatz von Neonicotinoiden rasch zu beenden. Schließlich soll der Bienenleitfaden bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln ergänzt werden.

Die Langzeiteffekte von Wirkstoffen sollen bei der Zulassung berücksichtigt werden und dabei nicht nur auf Honig-, sondern auch auf Wildbienen. Es seien auch mehr Mittel notwendig, um die Ursachen des Bienensterbens zu erforschen sowie Indikatoren für die Vitalität der Kolonien zu entwickeln, um zu messen, ob die durchgeführten Maßnahmen erfolgreich waren. Erst mit diesen zusätzlichen Maßnahmen werde die bestehende EU-Initiative für Bestäuber wirksam, meinen die Abgeordneten im Umweltausschuss. Sie wollen ihre Erklärung im Januar im Plenum des EP abstimmen lassen, hat aiz.info erfahren.


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