Agrarproduktion ausweiten!

Ernährungskrise: Hilferuf internationaler Organisationen

Der Ukraine-Krieg stürzt die Welt in eine Ernährungskrise. Die Weltbank und weitere multilaterale Hilfsorganisationen fordern steigende Agrarproduktion und offenen Handel.

Die internationale Gemeinschaft muss dringend Nahrungsmittel- und Finanzhilfen auf den Weg bringen, die Agrarproduktion erhöhen und Handelswege offen halten! Das haben die Leiter der internationalen Hilfsorganisationen Weltbank, Internationaler Währungsfonds (IMF), Welternährungsprogramm (WFP) und Welthandelsorganisation (WTO) am Mittwoch gefordert. Ihre gemeinsame Erklärung geht dem Frühjahrstreffen von Weltbank und IMF in der kommenden Woche voraus.

Preisanstieg um 1 % bedeutet 10 Mio. Menschen in Armut

Der Ukraine-Krieg gepaart mit Dauerkrisen wie Corona, dem Klimawandel und wachsenden Konflikten setze das weltweite Ernährungssystem unter Druck, so die Organisationen. „Stark gestiegene Preise für Grundnahrungsmittel und weltweite Versorgungsengpässe treiben Millionen von Menschen in die Armut“, heißt es weiter. Am größten sei die Bedrohung für die ärmsten Länder, deren Verbrauch zu einem großen Teil aus Lebensmittelimporten besteht. Schätzungen der Weltbank zufolge führt jeder Anstieg der Lebensmittelpreise um einen Prozentpunkt dazu, dass weltweit 10 Millionen Menschen in extreme Armut abrutschen.

Schnelles Handeln gefragt

Die Hilfsorganisationen rufen die internationale Gemeinschaft zu schnellem Handeln auf. Konkret fordern sie:

  • Nahrungsmittelsoforthilfen,
  • Finanzhilfen, um Nahrung aber auch Betriebsmittel für Kleinbauern zu kaufen,
  • Steigerung der Agrarproduktion sowie
  • Offenen Handel.

Gleichzeitig verpflichten sich die Organisationen alle ihre Ressourcen einzusetzen, um die Agrarproduktion in den betroffenen Ländern schnellstmöglich zu erhöhen.

Özdemir stockt Hilfen auf

Bundeslandwirtschaftsminister, Cem Özdemir, hat bereits am Dienstag Hilfen in Millionenhöhe zugesagt. "Die Bundesregierung stockt die humanitäre Hilfe von 64 Mio. auf insgesamt 370 Mio. € auf. So können wir unter anderem die Arbeit des World Food Programme massiv ausweiten. Zudem werden wir in Deutschland insgesamt nun 430 Mio. € für die globale Ernährungssicherung bereitstellen”, so Özdemir.

Der Agrarsprecher der CDU/CSU-Fraktion, Albert Stegemann, kritisiert das Vorgehen Özdemirs in Deutschland. Seiner Meinung nach nutzt Russlands Präsident Putin den Hunger als Waffe und der Bundeslandwirtschaftsminister bremse die deutsche Agrarproduktion aus, indem die ökologischen Vorrangflächen nicht freigegeben werden.


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