Lebensmittel

Ernährungsreport: Regionale Lebensmittel weiter hoch im Kurs

Weniger Fleisch, mehr Tierwohl und gesund und regional sollen Lebensmittel sein. Das sind die Kernergebnisse des am Mittwoch veröffentlichten Ernährungsreports 2021.

In Corona-Zeiten haben viele Deutsche regionale Produkte und das Kochen lieben gelernt. Der Appetit auf Fleisch ließ dagegen nach. Das zeigt der Ernährungsreport 2021, den Bundesagrarministerin Julia Klöckner am heutigen Mittwoch vorgestellt hat. Jährlich beleuchtet die repräsentative Umfrage des Bundesministeriums die Ess- und Einkaufsgewohnheiten der Deutschen. Die Ergebnisse würden zeigen, dass Verbraucher immer mehr Wert auf artgerechte Haltung legen und der tägliche Fleisch-Konsum zurück geht. Das passe auch zu Klöckners klaren Haltung:

Lieber etwas weniger und hochwertigeres Fleisch als häufig billiges" – Klöckner

Wie auch in den vergangenen Jahren ist den Befragten am wichtigsten, dass das Essen gut schmeckt. Besonders hervorzuheben sei zudem, dass 83 % der Befragten in die Sicherheit der Lebensmittel in Deutschland vertrauen: ein Anstieg von neun Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.

Die Kernergebnisse des Ernährungsreports 2021

Gesunde Ernährung im Fokus

  • Für 91 % der Befragten muss Essen gesund sein.
  • Bei 45 % derjenigen, die den Nutri-Score schon einmal auf der Verpackung wahrgenommen haben, beeinflusste die Bewertung ihre Entscheidung zum Einkauf – und das, obwohl das Kennzeichen erst zwei Monate vor der Befragung in Deutschland eingeführt wurde.
  • Auch auf den Zusatz von Zucker in verarbeiteten Lebensmitteln und Fertigprodukten wird vermehrt geachtet: 83 % befürworten es, dass Fertigprodukten weniger Zucker zugesetzt wird, auch wenn die Produkte dann nicht mehr so süß schmecken.

Regionale Lebensmittel sind gefragt

  • Regionale Herkunft spielt mit 82 % weiter eine wichtige Rolle bei der Auswahl der Lebensmittel.
  • Die Regionalität von Produkten ist den Befragten mit jeweils 86 % besonders bei frischem Obst, Gemüse und Eiern wichtig. Bei Brot und Backwaren sind es 83 %, bei Fleisch und Wurstwaren 78 % und bei Milchprodukten 71 %.
  • 68 % achtet beim Einkauf auf die vom Ministerium eingeführte Kennzeichnung „Regionalfenster“.

Regional

Regionalität liegt weiter im Ttrend. (Bildquelle: Ernährungsreport 2021/BMEL/Forsa )

Weniger Fleisch, mehr Tierwohl

  • 86 % der Befragten wäre ein staatliches, unabhängiges Tierwohlkennzeichen wichtig oder sehr wichtig.
  • Für mehr Tierwohl wären Verbraucher weiter bereit, mehr zu zahlen.
  • Der Verzehr von Fleisch und Wurst nimmt beim täglichen Konsum mit 26 % ab (2015: 34 Prozent).
  • 10 % bezeichnen sich als Vegetarier, 2 Prozent als Veganer. 88 %der Befragten verzichten also nicht auf Fleisch.
  • Insgesamt hat die Akzeptanz von vegetarischen oder veganen Alternativen laut BMEL sehr stark altersabhängig. Jüngere greifen öfter zu. 74 % der Verbraucher über 60 Jahre geben dagegen an, noch nie solche Produkte eingekauft zu haben.

Zu Corona wird mehr gekocht

  • Deutlich mehr Menschen kochen jeden Tag selbst: Mehr als die Hälfte kocht täglich (2020: 39 %).
  • Zwei von drei Verbrauchern holen sich dabei ihre Rezeptideen am liebsten aus dem Internet – aus Kochbüchern rund die Hälfte. Ein Viertel greift auf Apps zurück.
  • Vor allem Jüngeren stehen täglich fast doppelt so häufig in der Küche: Bei den 14-18-Jährigen gaben 2018 noch 22 % an täglich zu kochen, nun sind es 39 %.
  • Mit 56 % kaufen zudem mehr als die Hälfte der Verbraucher Lebensmittel auf Vorrat ein.

Hier finden sie den ganzen Ernährungsreport 2021

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