Ernährungswirtschaft lehnt abgestufte Mehrwertsteuer für Lebensmittel ab

Forderungen nach einer dreistufigen Mehrwertsteuer für Lebensmittel hat die Ernährungswirtschaft eine klare Absage erteilt. In einer von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) beauftragten Studie der Universität Hamburg sprechen sich die Autoren dafür aus, Obst und Gemüse von der Mehrwertsteuer zu befreien.

Joghurt (Bildquelle: EDEKA)

Forderungen nach einer dreistufigen Mehrwertsteuer für Lebensmittel hat die Ernährungswirtschaft eine klare Absage erteilt. In einer von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) beauftragten Studie der Universität Hamburg sprechen sich die Autoren dafür aus, Obst und Gemüse von der Mehrwertsteuer zu befreien.

Im Gegenzug sollten „Produkte mit viel zugesetztem Zucker, Salz oder Fett“ mit dem vollen Mehrwertsteuersatz von 19 % belastet werden, während für „normale Lebensmittel“ wie Nudeln, Milch oder Fleisch weiterhin der ermäßigte Satz von 7 % gelten sollte.

Für den Hauptgeschäftsführer des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) und der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), Christoph Minhoff, stellt diese „Ampel Plus“ des „Pharmalobbyvereins Deutsche Diabetes Gesellschaft“ eine Bevormundung vor allem sozial benachteiligter Menschen dar. Diesen solle jetzt vorgeschrieben werden, was sie essen dürften und was nicht, weil sie sich schlicht nicht mehr die komplette Lebensmittelvielfalt leisten könnten, monierte Minhoff.

Er wirft den Initiatoren der „Ampel Plus“ bei der Besteuerung von Lebensmitteln vor, Nährstoffe ohne Rechtfertigung oder wissenschaftliche Grundlage in „gesund“ und „ungesund“ zu unterteilen. Zudem werde vernachlässigt, dass die Entwicklung von Übergewicht auf komplexen Zusammenhängen basiere.

Nicht nur eine unausgewogene Ernährung, sondern vor allem auch Bewegungsmangel, soziale Faktoren wie Stress und die Epigenetik spielten hier eine bedeutende Rolle, betonte der BVE/BLL-Hauptgeschäftsführer. Deshalb seien nachhaltige Maßnahmen gefragt wie beispielsweise für jeden verfügbare Bildungs-, Sport- und auch Entspannungsangebote in Kita, Schule und am Arbeitsplatz.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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