Erste Zahlen zur Nutzung der Dürrehilfe liegen vor

Die Agrarministerien in Thüringen und Schleswig-Holstein ziehen eine erste Zwischenbilanz zur staatlichen Dürrehilfe. Dort haben zwischen 150 und 200 Landwirte Anträge eingereicht. Für eine Gesamtbilanz ist es noch zu früh, weil in vielen Bundesländern die Fristen noch laufen.

Von deutschlandweit rund 10.000 Betrieben, die von der Dürre 2018 in ihrer Existenz betroffen sind, hatte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner bei ihrer Bekanntgabe des staatlichen Hilfsprogramms von Bund und Ländern Ende August gesprochen. Laut einer ersten Zwischenbilanz gibt es bisher in Thüringen 183 und in Schleswig-Holstein 150 Anträge von existenzgefährdeten Landwirten auf die staatliche Dürrehilfe. In vielen Bundesländern läuft die Antragsfrist noch oder ist, wie in Nordrhein-Westfalen, eben erst gestartet. Die Ergebnisse aus Thüringen und Schleswig-Holstein können daher nur ein erster Einblick sein.

Thüringen will bis Ende 2018 zahlen

Bis zum Ende des Antragsverfahrens am 2. November 2018 lagen dem Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft 183 Anträge von Agrarbetrieben auf Dürrebeihilfe vor. Die gemeldeten Schäden liegen zwischen 5.000 € und 1,1 Mio. € und ergeben in der Summe einen Schaden von 30,38 Mio.€, teilt das Ministerium in Erfurt mit. Die Ergebnisse des Antragsverfahrens zeige, dass es eine erhebliche Betroffenheit Thüringer Landwirtschaftsbetriebe durch die Dürre gibt. Es verdeutliche aber auch, dass das Ministerium mit seinen Informationsveranstaltungen im September und einer guten Beratung durch die zuständige Thüringer Aufbaubank viele Betriebe bestärken konnte, einen Antrag zu stellen, obwohl die vom Bund vorgegebenen bürokratischen Hürden zur Antragstellung relativ hoch waren, so das Ministerium.

Nun werden bis Anfang Dezember die Anträge auf Vollständigkeit und Gültigkeit geprüft. Sind Angaben fehlerhaft oder nicht plausibel, wird sich die Thüringer Aufbaubank mit den Betrieben in Verbindung setzten, um die Sachverhalte abzuklären. Bis Ende Dezember diesen Jahres sollen dann ein Großteil der Dürrebeihilfen ausgezahlt werden, so das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft. Für Entschädigungszahlungen stehen 13,34 Mio. € bereit, die zu gleichen Teilen von Bund und Land finanziert werden.

Schleswig-Holstein erwartet noch Anträge

Auch das schleswig-holsteinische Landwirtschaftsministerium hat zum 2. November eine erste Zwischenbilanz gezogen. Dort konnten diejenigen Landwirte Anträge auf Dürrehilfe stellen, die noch in diesem Jahr eine Abschlagszahlung in Anspruch nehmen wollen. 150 Betriebe haben diese Möglichkeit genutzt und einen entsprechenden Antrag gestellt, heißt es in Kiel.

Es sei gut, dass man die Soforthilfen in Form von relevanten Abschlagszahlungen noch in diesem Jahr an existenzgefährdete Betriebe auszahlen könne, so Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht. Viele Daten für die Prüfung und Auszahlung der Hilfen könnten einfach aus der Buchführung beziehungsweise dem Steuerbescheid übernommen werden. Betriebe, die nicht auf die akute Zahlung eines Abschlages angewiesen sind, trotzdem aber noch Hilfe in Anspruch nehmen möchten, können ihren Antrag auf Dürrehilfe noch bis zum 30. November 2018 stellen. Für eine Gesamtbilanz sei es daher noch zu früh: „Erst in der ersten Dezemberhälfte werden wir einen Überblick über alle Anträge haben“, so Landwirtschaftsminister Albrecht. Das Antragsformular für Landwirte, die die Hilfen noch in Anspruch nehmen möchten, gibt es beim Serviceportal der Landesregierung im Internet.

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