„Es geht nicht um die Ausrottung des Wolfes“ Premium

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hält die rechtlichen Möglichkeiten zur Kontrolle von Wölfen in Deutschland für nicht ausgereizt. Sie will erreichen, dass Wölfe auch vorbeugend zur Verhinderung von Nutztierrissen geschossen werden können, um Rudel zu vergrämen. Im Interview mit top agrar erläutert sie, wie sie dabei vorgehen will.

top agrar: Die Wolfsbestände in Deutschland wachsen. Welche eine Regulierung des Wolfes favorisieren Sie?

Klöckner: Die Debatte um den Wolf wird emotional geführt. Mir ist es wichtig, wieder zu mehr Sachlichkeit zu kommen. Dass der Wolf zurück nach Deutschland gefunden hat, ist ein Erfolg des Artenschutzes. Gleichzeitig darf das nicht dazu führen, dass die Weidetierhaltung in bestimmten Regionen eingestellt werden muss oder Deichpflege durch Schafe nicht mehr möglich ist. Alle drei bis vier Jahre verdoppelt sich der Wolfsbestand. Die Menschen in den ländlichen Räumen fühlen sich dadurch verunsichert. Weidetiere werden – trotz bestmöglicher Herdenschutzmaßnahmen – zunehmend von Wölfen gerissen, ebenso Rinder und Pferde. Inzwischen können entstandene Schäden zu 100 Prozent und vollständig ausgeglichen werden - dafür hatten wir uns eingesetzt. Das kann aber nicht die einzige Lösung sein. Damit Weidetierhaltung auch in Zukunft weiterhin ...

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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Diskussionen zum Artikel

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von Heinrich Roettger

Natürlich muss es eine feste Obergrenze geben !

Warum wollen wir etwas Neues probieren?? Feste Obergrenze von 500 Tieren in Deutschland , Aufnahme ins Jagdrecht und den Zuwachs in den gefährdeten Gebieten zum Schutz der Weidehaltung und der Spaziergänger im Wald zum Abschuss freigeben.Funktioniert doch auch bei u seren EU Nachbarn in Skandinavien.

von Andreas Thiel

Schwarzwild lässt grüssen...

...in ein paar wenigen Jahrzehnten werden wir vom Wolf überrannt wenn das so weitergeht

von Gerd Uken

Und wieder ein vermeintlicher Übergriff

https://m.oz-online.de/-news/artikel/584625/Verdacht-auf-Wolfsriss-im-Brookmerland

von Willy Toft

Gute Vorschläge, ob die reichen, wird sich noch herausstellen!

Die beste Wolfsregulierung wäre die scharfe Bejagung. Es treibt schon seltsame Blüten, wie die Wolfspopulation über Hybriden und Einfuhr dieser Tiere noch verschärft wird. Es ist ein Spiel mit dem Feuer, wie sich einige Zeitgenossen und Wolfsliebhaber ins Zeug legen, um die Einbürgerung des Wolfes stärker zu forcieren, und alles im Schutzstatus des Wolfes! Eine kranke Entwicklung, und der Weidetierhalter muss es ausbaden.

von Renke Renken

Man bekommt das Kotzen

wenn man darüber nachdenkt, wieviel Potential an Schaffenskraft vergeudet wird in unserem Staat alleine mit diesem Thema Wolf, und wenn man dann noch in vielen Kreisen glaubt, den Wolf sich ungehindert ausbreiten lassen zu können - dulden bis zu einer bestimmten Populationsgröße meinetwegen noch gerade, und danach bejagen. Punkt .Aus. Fertig. Der olle scheiß Wolf wird hier in D ja hochstilisiert wie die heilige Kuh in Indien, nicht zum aushalten.

von Wilhelm Grimm

Ihren Job kann keiner : Sie wird gejagt

von der CDU, von der SPD, von den Grünen, den Umweltverbänden, von allen Bauernverbänden mit unterschiedlicher Geisteshaltung, von der NABU-gesteuerten Presse , von Funk und Fernsehen. Da sind mir Wolf und Biber allemal lieber.

von Gerd Uken

Bislang lieg das ja zu 100% unter

der Billigkeitsregelung und die war gedeckelt bei 30.000€/ Jahr u.5000€/ Tier. Geht es hier jetzt nur um Schutzzäune und Hütehunde als Präventivmaßnahmen?? Etwas deutlicher wäre schön....

von Wilhelm Grimm

Die Mittel aus dem GAK

werden nun auch noch gegen die Landwirtschaft verbraten.

von Stefan Lehr

Guter Vorschlag

Der Ansatz ist vernuenftig und logisch. Allerdings glaube ich nicht, dass sich dieses Grundkonzept umsetzen lassen wird. Zu viele NGOs und "Spendenorganisationen" sind derart ideologisch behaftet, das sie einer solchen Schutzregelung auch nur anssatzweise zustimmen wuerden. In den meisten Koepfen grassiert leider der Gedanke, dass die vorsorgliche Entnahme einzelner!! Tiere einer Ausrottung gleichkommt. Aber ich will optimistisch bleiben und das Beste hoffen.

von Gerd Uken

Aus welchem Topf wurden die Präventivmaßnahmen

Bislang denn bezahlt? Anscheinend reicht das ja wohl nicht mehr.

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