Nachgefragt

„Es gibt negative Tendenzen am Bodenmarkt!“ Premium

Eine Antwort von BMEL Staatssekretär Aeikens auf das top agrar-Interview mit Prof. Silke Hüttel und Prof. Martin Odening zur Frage, ob steigende Bodenpreise staatliche Eingriffe notwendig machen.

Die Agrarökonomen Martin Odening und Silke Hüttel haben sich im top agrar-Interview skeptisch zu der Frage geäußert, ob landwirtschaftliche Bodenmärkte vor In­vesto­ren geschützt werden müssen. Bei einigen Entwicklungen sieht das BMEL ebenso wie die Autoren negative Tendenzen auf den Bodenmarkt: Dazu gehört der Abfluss von Faktorentloh­nung bei überregionalen Investoren, die Fehlleitung von Ag­rarsubventionen an Finan­zinvesto­ren und die Gefahr marktbeherrschender Stellungen auf regionalen Boden­märkten.

Fehlende Berücksichtigung des Rechtsrahmens

Leider vernachlässigen die Autoren wesentliche gesellschaftli­che Ziele auf dem Bo­denmarkt. Am Beispiel des wirtschaftspolitischen Auftrags, Preismiss­brauch bei wichtigen Gütern und Ressourcen zu verhindern, wird deutlich, dass Politik­empfeh­lungen nur Sinn machen, wenn diese die gesellschaftlichen Ziele berücksichti­gen. Dass der Staat Marktmissbrauch und exzessive Spekulation verhindern soll, ist in ver­schiedenen Gesetzen der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union verankert. Auf dem Bodenmarkt soll Preismiss­brauch mit dem Grund­stück­verkehrsge­setzes...

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Außerlandwirtschaftliche Investoren sind nicht unmittelbar für die steigenden Preise am Bodenmarkt verantwortlich, meinen Prof. Dr. Silke Hüttel von der Universität Bonn und Prof. Dr. Martin...

Artikel geschrieben von

Dr. Ludger Schulze Pals

Leitung Landwirtschaftsverlag Münster GmbH

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Diskussionen zum Artikel

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von Dirk-Walter Ritz

Investoren auf dem Bodenmarkt

Die derzeitige Praxis des Verkaufes von Unternehmensteilen bzw. gesamten Unternehmen mit den entsprechenden ldw. Flächen an außerlandwirtschaftliche Investoren am Grundstücksverkehrsgesetz vorbei wird heute von Politikern in den NBL aber auch vom BMEL heftig kritisiert. Die Grundlage für solche Verkäufe wurde Anfang der 90 er Jahre des letzten Jahrhunderts gelegt. Seiner Zeit haben die Landesregierungen in den NBL den ehemaligen Genossenschaftsbauern nicht die hinreichende Unterstützung gewährt, ihre Eigentumsanteile, die ihnen durch das Landwirtschaftsanpassungsgesetz formal zustanden, herauszulösen und man hat ihnen nicht ausreichende Unterstützung bei der Wiedereinrichtung ihrer Familienbetriebe auf ihren Eigentumsflächen gewährt. Diese Flächen wurden ihnen häufig zu Spottpreisen abgekauft und das z. T. mit ihren ihnen vorenthaltenen Eigentumsanteilen. Es entstanden die Großbetriebe die heute zum Verkauf stehen und an denen die außerlandwirtschaftlichen Investoren Interesse haben. Diese Käufergruppe, die nun auch Einzelflächen erwirbt, wäre preistreibend am Bodenmarkt so nicht vorhanden. Man hat heute ein Politikversagen der Nachwendezeit auszubaden. Damals hatte man nicht den Mut, gegen die Übermacht der Nachfolgebetriebe, die auch die Unterstützung des Deutschen Bauernverbandes hatten, die Eigentumsinteressen der kleinen ehemalig zwangskollektivierten Bauern durchzusetzen. Es entstand nicht die Agrarstruktur mit einer Anzahl ausreichender Betriebe, die auch den (heute entleerten) Ortschaften ausreichend Leben hätten einhauchen können. Fritz Schmidt

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