Freihandel

EU-Agrarpolitiker fühlen sich bei Mercosur-Abkommen außen vor

Europapolitiker haben sich beschwert, dass sie bei den Mercosur-Verhandlungen nicht beteiligt würden.

Die Abgeordneten im Landwirtschaftsausschuss des Europaparlaments haben der EU-Kommission vorgeworfen, sie bei den Verhandlungen zum Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten außen vor gelassen zu haben.

Der Direktor für internationale Beziehungen in der Generaldirektion Landwirtschaft der EU-Kommission (DG AGRI), John Clarke, war daraufhin bemüht, die Ausschussmitglieder von den Vorteilen der Übereinkunft zu überzeugen. Er bezeichnete es als Erfolg, dass es gelungen sei, bei empfindlichen Produkten der EU-Landwirtschaft wie Zucker, Ethanol sowie Geflügel- und Rindfleisch eine Vollliberalisierung zu vermeiden und stattdessen feste Quoten durchzusetzen.

Außerdem verwies Clarke auf die bereits von EU-Agrarkommissar Phil Hogan angesprochenen Schutzmechanismen, über die eine saisonale Überschwemmung von Märkten durch die kurzfristige Verhängung von Zöllen unterbinden werden könnte. Auch die Tatsache, dass es der Kommission gelungen sei, die Anerkennung von 350 Herkunftsangaben durchzusetzen, sei ein bisher unerreichter Erfolg, betonte der Brite.

Der Agrarsprecher der Europäischen Volkspartei (EVP), Herbert Dorfmann, monierte indes die mangelnde Einbeziehung des Parlaments in die Verhandlungen. Zudem sei klar, dass das Abkommen aus Sicht der Landwirtschaft trotz all der schönen Worte seitens der EU-Kommission „extrem schwierig“ sei. So gebe es beispielsweise aktuell auf dem Zuckermarkt bei einem Preis von unter 300 Euro/t eine deutliche Überversorgung. Auch Rindfleisch sei konstant zu viel im EU-Markt vorhanden, beklagte der Italiener.

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Diskussionen zum Artikel

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von Willy Toft

Nicht nur die EU Agrarpolitiker, die Landwirte werden nicht mehr gehört!

Das ist fatal, was hier an der Stelle passiert, und was sonst gerade auf die Landwirtschaft einprasselt! Die Gesellschaft will "Bauernhöfe", es werden anscheinend nur noch Agrar- Fabriken überleben, die eine gute Rechtsberatung haben! Ob EU oder unsere politische Vertretung, alle richten sich nur noch nach dem Mainstream, der nicht gerade zimperlich mit uns umgeht! Der Handel sieht es auch nicht ein, unsere besonderen Anstrengungen in irgend einer Weise zu honorieren. Ja liebe Europa- Politiker, bringt die Zukunft und die Visionen wieder auf die Höfe, damit wir wieder an Euch glauben können! Alles Andere ist Alibi- Verhalten, was nicht für unsere Landwirtschaft Zielführend ist!

von Klaus Fiederling

JA..., Ehrlichkeit ist anstrengend; tut aber zwischenzeitlich mehr als Not!

Obige agrarpolitischen Befindlichkeiten sind durchaus solange berechtigt, als dass man die deutschen/europäischen Bauern in selbigen Politikerreihen alleinig in der Nahrungsmittelerzeugung verhaftet sehen möchte. Wenn indische Kleinstbauern zur Zuckerschwemme beitragen, wie muss man eine solche Signalwirkung bewerten...!? // Systematisch macht gerade die EU-Agrarpolitik die alternativen Biotreibstoffe bislang platt. Wer in dieser Thematik wenig Ahnung hat, dafür jedoch eine extrem starrköpfig feste Meinung, verharrt geistig bereitwillig unter den dafür kontinuierlich missbrauchten Vorzeichen einer bloßen Teller-oder-Tank-Diskussion. Offensichtlich haben diese Protagonisten die Friday-for-Future-Demonstrationen auf mittlerweile vielen Straßen weltweit noch nicht erreicht, schlichtweg einfach nicht zur Kenntnis genommen. // Zur Untermauerung, wie extrem scheinheilig nicht wenige öffentliche Debatten dato verlaufen: Thema „GELBE SÄCKE / Sammel- und Trennwut der Deutschen“. Wo landen diese Hinterlassenschaften derzeit!? Wenn schließlich Südostasien mit seiner Aufnahmebereitschaft -u.a. auch infolge eines rasant ansteigenden Meeresspiegels- ausfällt, stehen wohl in sehr vielen MERCOSUR-Ländern dafür unermessliche Ressourcen zur Verfügung...!?

von Thomas u. Helmut Gahse GbR

Ohne Rücksicht auf Verluste

bei der Landwirtschaft. Hatt ja bei Wahlen fasst keine Auswirkung. Also was solls.

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