EU-Kommission hegt Verdacht auf Preisabsprachen bei Rohöl und Biotreibstoffen

Die Europäische Kommission hat Ölfirmen im Verdacht, unter anderem in den Bereichen Rohöl und Biokraftstoffe Preisabsprachen getroffen zu haben. Es habe bereits unangekündigte Inspektionen auf dem Gelände von Unternehmen in zwei EU-Mitgliedstaaten sowie in einem europäischen Drittland gegeben.

Die Europäische Kommission hat Ölfirmen im Verdacht, unter anderem in den Bereichen Rohöl und Biokraftstoffe Preisabsprachen getroffen zu haben.

Der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia bestätigte, dass vergangener Woche unangekündigte Inspektionen auf dem Gelände von Unternehmen in zwei EU-Mitgliedstaaten sowie in einem europäischen Drittland durchgeführt wurden. Nach Informationen der britischen Tageszeitung Financial Times sind die Konzerne BP, Shell und Statoil sowie die Preisberichtagentur Platts von den Inspektionen betroffen.

Der Kommissionssprecher betonte, es gebe Bedenken, dass die Unternehmen verzerrte Preise an die Berichtstelle übermittelt haben könnten, um die Notierungen für eine Reihe von Öl- und Biotreibstoffprodukten zu manipulieren. Ferner könnten andere Firmen an der Teilnahme der Preisbewertung gehindert worden sein, mit dem Ziel, die veröffentlichen Preise zu verzerren.

Die Veröffentlichungen der Preisberichtstelle dienten als Richtwerte für den Handel sowohl mit Waren als auch mit Finanzderivaten. Bereits kleine Verzerrungen hätten große Auswirkungen auf An- und Verkäufe von Rohöl, Raffinerieerzeugnissen und Biokraftstoffen. Dadurch würden möglicherweise Endverbraucher geschädigt.

Falls sich die Hinweise bestätigten, bedeute dies eine Verletzung des europäischen Wettbewerbsrechts und den Missbrauch einer dominanten Marktposition. Der Sprecher hob hervor, man stehe noch am Anfang der Untersuchungen. Die unangekündigten Inspektionen bedeuteten nicht, dass die betroffenen Unternehmen schuldig seien. (AgE)

Preisabsprachen haben offenbar derzeit Konjunktur:
EU erhebt Kartellvorwürfe gegen Zuckerhersteller (17.5.2013)
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