EU-Kommission: Sinkende Futterpreise kurbeln Fleischproduktion an

Die Europäische Kommission blickt relativ optimistisch auf die Zukunft der Nutzierhaltung in der EU bis 2025. „Ein stetiger Anstieg der Weltmarktnachfrage vor dem Hintergrund erschwinglicher Futtermittelpreise sollte die tierische Produktion befördern“, erklärte die Generaldirektion Landwirtschaft in Brüssel.

Die Europäische Kommission blickt relativ optimistisch auf die Zukunft der Nutzierhaltung in der EU bis 2025. „Ein stetiger Anstieg der Weltmarktnachfrage vor dem Hintergrund erschwinglicher Futtermittelpreise sollte die tierische Produktion befördern“, erklärte die Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung vergangene Woche in Brüssel.

Trotz der aktuellen Marktschwierigkeiten böten sich für Milcherzeuger Chancen für weitere Produktionsausweitungen, die auch von einem Zuwachs der Binnennachfrage getrieben würden. Nachdem sich die Fleischnachfrage in der EU 2014 und 2015 deutlich erholt hat, erwartet die Kommission über die kommenden Jahre einen leichten Rückgang des Pro-Kopf-Verbrauchs, wobei Geflügel anderen Fleischarten in geringem Umfang Marktanteile streitig machen dürfte. Bei Schweinefleisch dürfen moderate Produktionszuwächse nach Einschätzung der Kommission ausschließlich vom Export bestimmt werden, während die Rindfleischerzeugung voraussichtlich abnehmen wird.

Der Anstieg der weltweiten Fleischnachfrage wird zwischen 2015 und 2025 auf 1,4 % jährlich veranschlagt, während der Verbrauch innerhalb der EU annähernd stagnieren dürfte - ein marginaler Zugewinn von 0,1 % pro Jahr wäre ausschließlich einem leichten Bevölkerungswachstum geschuldet.

Milchnachfrage bleibt erhöht

Im Milchbereich gehen die Agrarier der Kommission weiter davon aus, dass die aktuellen Marktprobleme nur vorübergehend seien. Der Importbedarf mehrerer Weltregionen werde aufgrund von Bevölkerungswachstum und einer vermehrten Wertschätzung von Milchprodukten bis Mitte des nächsten Jahrzehnts stetig steigen.

Auch Chinas Einfuhren würden mit einem Anziehen des Wirtschaftswachstums wieder zunehmen. Gemeinsam mit einer Ausweitung der EU-Nachfrage dürfte diese Entwicklung dazu beitragen, eine jährliche Ausweitung der EU-Milchmenge um 1 % auf 164 Mio t im Jahr 2025 aufzufangen. Rund die Hälfte dieses Zuwachses soll in Milchpulver hauptsächlich für den Export, weitere 30 % in Käse überwiegend für den Binnenmarkt fließen.

Natürliche Produktionsbeschränkungen in Neuseeland könnten nach Einschätzung der Kommission dafür sorgen, dass die EU auch ihren Anteil am Weltmarkt ausbaut. Der durchschnittliche Erzeugermilchpreis wird zumindest für die Jahre 2021 bis 2025 bei 36 Cent/kg gesehen. Gleichzeitig weisen die Analysten darauf hin, dass das Risiko kurzfristiger Marktschwankungen hoch bleibe.

Futtermittelimporte steigen

Die jährliche Getreideerzeugung in der Europäischen Union könnte der Generaldirektion zufolge bis 2025 auf 320 Mio t steigen - angetrieben von der Nachfrage nach Futtermitteln und guten Exportaussichten vor allem für Weizen und Gerste. Allerdings beschränkten die Bodenknappheit und die im Vergleich mit anderen Weltregionen schwächeren Ertragszuwächse das Produktionspotential. Der Ölsaatenmarkt dürfte weiter von der Futtermittelnachfrage bestimmt werden.

Auch wenn die heimische Eiweißpflanzenproduktion im Berichtszeitraum um 40 % nach oben schnellen könnte, wären dies nur Zugewinne auf äußerst geringem Niveau. Die Kommission erwartet stattdessen noch mehr Sojaimporte aus Übersee, während sich die heimische Ölraps- und Sonnenblumensaaterzeugung bis 2025 bei 28 Mio t jährlich einpendeln soll.

Die EU-Zuckererzeugung wiederum dürfte mit dem Auslaufen der Produktionsquoten 2017 mehr und mehr von den Weltmarktbedingungen bestimmt werden und demzufolge mit Preisrückgängen konfrontiert werden. Dennoch rechnet die Kommission bis 2025 mit einer Ausweitung der Weißzuckererzeugung um etwa 5 % auf fast 18 Mio t, was die EU zum Nettoexporteur machen würde. Isoglukose auf Stärkebasis dürfte verstärkt in Wettbewerb mit Rübenzucker treten. Der Anteil von Biokraftstoffen am Verbrauch flüssiger Transportenergie wird nach Einschätzung der Ökonomen 6,5 % bis 2020 nicht übersteigen.




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