25 % Strafzoll

Landmaschinenhersteller drängen auf Beilegung des Handelskonflikts mit den USA

Der europäische Landtechnikverband CEMA bedauert zutiefst die Folgen des Handelsstreits zwischen der EU und den USA, in dessen Folge Strafzölle auf Agrarprodukte und Traktoren erhoben werden.

Die europäische Landmaschinenindustrie hat eine schnelle Beilegung der Handelskonflikte zwischen der EU und den Vereinigten Staaten angemahnt. Der Streit um die Subventionen für die Flugzeughersteller Boeing und Airbus sei zu beenden und die Strafzölle im bilateralen Handel abzuschaffen, forderte der Dachverband der EU-Landmaschinenindustrie (CEMA) in Brüssel.

Man bedauere zutiefst, dass die Landwirte und die Hersteller von Landmaschinen wiederholt von beiden Seiten in Geiselhaft genommen würden, sobald die Welthandelsorganisation (WTO) Strafzölle für eine der beiden Seiten wegen unzulässiger Subventionen zulasse.

Dem Urteil der WTO von Mitte Oktober zufolge darf die Europäische Union bis zu rund 3,4 Mrd. € an Strafzöllen auf Einfuhren aus den USA erheben. Seit vergangener Woche werden nun Strafzölle auf US-Waren in Höhe von 25 % erhoben, unter anderem auf Tomatenketchup, Wein, Nüsse, Schokolade und gefrorenen Fisch. Auch Traktoren stehen auf der Brüsseler Sanktionsliste.

Bereits im Oktober 2019 hatte die WTO die USA dazu berechtigt, Sonderabgaben auf EU-Waren im Wert von fast 7 Mrd Euro jährlich zu erheben. Unmittelbar danach erließ Washington Strafzölle unter anderem auf Schweinefleisch, Milchprodukte und Wein aus der Gemeinschaft.

Für unbedingt erforderlich hält der CEMA ein „robustes multilaterales Streitbeilegungssystem, um gleiche Wettbewerbsbedingungen im internationalen Handel zu schaffen. Leider könne man gegenwärtig nicht erkennen, wie man US-amerikanische Kunden dazu bringen wolle, mehr Geld für europäische Agrarprodukte zu zahlen, und europäische Landwirte dazu, einen höheren Preis für in den USA gebaute Traktoren zu entrichten.

Kritik übt die Landmaschinenindustrie aber auch an der WTO, da diese ihre Entscheidungen zu Airbus und Boeing nicht weitgehend zeitgleich bekanntgegeben habe.

Die Redaktion empfiehlt

Mit dem neuen US-Präsidenten Joe Biden könnten die festgefahrenen Gespräche über Freihandelsabkommen wieder in Gang kommen, hofft Peter Altmaier.

Handelsstreit Boeing/Airbus

EU erhebt Strafzölle auf US-Traktoren bis 130 kW

vor von Alfons Deter

Die EU hat Strafzölle auf US-Produkte wie Traktoren bis 177 PS erlassen. Wir fragten bei John Deere, Fendt und Case IH an, was das für europäische Kunden bedeutet.


Diskussionen zum Artikel

von Hans Spießl

Zölle ein Instrument der Politik

siehe Nordstream 2 wo die Amerikaner den Deutschen ihr teueres Fracking Gas verkaufen wollen. Deutschland braucht Antworten und auch Schadenersatz. Sollten die Deutschen in der Frage Nordstream 2 nachgeben was ich befürchte, wenn sogar die ... mehr anzeigen

von Leon Blitgen

Strafzölle

Wo sind die Zölle auf den Autos geblieben???

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen