Internationaler Agrarhandel

EU-Mexiko-Handelsabkommen vor dem Abschluss

Seit 2018 liefern deutsche Produzenten Schweinefleisch nach Mexiko. Nun liegt ein weiteres modernisiertes EU-Mexiko Handelsabkommen vor.

EU und Mexiko haben den Weg freigemacht für die Unterzeichnung und Ratifizierung eines gegenseitigen modernisierten Handelsabkommens. Dies berichtete die EU-Kommission in dieser Woche.

EU-Handelskommissar Phil Hogan und die mexikanische Wirtschaftsministerin Graciela Márquez Colín einigten sich telefonisch über den genauen Umfang der wechselseitigen Öffnung der öffentlichen Beschaffungsmärkte und Warenaustausch.

Deutschland liefert Schweinefleisch seit 2018

Für einzelne landwirtschaftliche Produkte liegen im Handel zwischen Deutschland und Mexiko bereits Gesundheitsprotokolle vor. So importierte Mexiko Mitte 2018 erstmals Schweinefleisch aus Deutschland. Der Vorgang war Teil der mexikanischen Strategie, die Einfuhrquellen für Nahrungsmittel und Getränke zu diversifizieren. Die USA waren in der Vergangenheittraditionell der wichtigste Lieferant. Unter US-Präsident Donald Trump kam es immer wieder zu Handelsstreitigkeiten zwischen beiden Ländern. Die EU profitiert davon.

Insbesondere bei Schweinefleisch ist Mexiko auf Einfuhren angewiesen. 2018 konsumierten die Mexikaner 2,3 Mio.Tonnen. Die landeseigene Produktion betrug nur 1,5 Millionen Tonnen. Der Konsum wuchs mit einem Plus von 5,3 Prozent pro Jahr deutlich.

Mexiko war 1997 das erste Land in Lateinamerika, das ein Globalabkommen mit der EU unterzeichnet hatte. Die EU und Mexiko nahmen im Jahre 2016 Verhandlungen über eine modernisierte Ausgestaltung des Abkommens auf.

„Auch wenn unsere Bemühungen in letzter Zeit hauptsächlich auf die Bewältigung der Coronavirus-Krise ausgerichtet waren, haben wir ebenfalls Anstrengungen unternommen, um unsere Agenda für einen offenen und fairen Handel voranzutreiben", erklärte Hogan in Brüssel.

Dieses Abkommen werde in Zukunft, sowohl der EU als auch Mexiko dabei helfen, ihre jeweilige Wirtschaft zu unterstützen und die Beschäftigung anzukurbeln, gibt sich die EU-Kommission überzeugt.

Im Rahmen des neuen EU-Mexiko-Abkommens werd praktisch der gesamte Warenhandel zwischen der EU und Mexiko zollfrei erfolgen. Darüber hinaus würden in dem Abkommen fortschrittliche Regeln zur nachhaltigen Entwicklung festgelegt, wie die Verpflichtung zur wirksamen Umsetzung des Pariser Klimaschutzübereinkommens, unterstreicht die Brüsseler Behörde. So sei es zum ersten Mal gelungen, dass sich die EU in Fragen des Investitionsschutzes mit einem lateinamerikanischen Land geeinigt habe.

Pariser Klimaabkommen und Korruptionsbekämpfung Bestandteile des Abkommens

Das umfassendere Globalabkommen, dessen Bestandteil das Handelsabkommen ist, decke auch den Schutz der Menschenrechte ab.

"Das Abkommen mit Mexiko wird außerdem das erste von der EU jemals geschlossene Handelsabkommen sein, das Bestimmungen zur Korruptionsbekämpfung enthält und Maßnahmen gegen Bestechung und Geldwäsche vorsieht", unterstrich der EU-Handelskommissar in einer Presseerklärung.

Mexiko ist der wichtigste Handelspartner der EU in Lateinamerika mit einem bilateralen Warenhandel von 66 Mrd. Euro und Dienstleistungen im Wert von 19 Mrd. Euro im Jahre 2018.

Der Wert der Warenausfuhren der EU nach Mexiko beträgt mehr als 39 Mrd. Euro pro Jahr. Der Warenhandel zwischen der EU und Mexiko hat sich seit 2001 mehr als verdreifacht. Das jetzt modernisierte Handelsabkommen trage dazu bei, dieses starke Wachstum weiter anzukurbeln.

Nach der Übersetzung des jetzt ausgehandelten Abkommens in alle EU-Sprachen wird EU-Handelskommissar Phil Hogan das Dokument den EU-Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament zur weiteren Diskussion und Unterzeichnung zuleiten.


Diskussionen zum Artikel

von Günter Schanné

Handelsabkommen

Geld kann man nicht essen. Schweinefleisch muss man nicht essen. Die Produktqualität ist zwar hoch, dafür ist die Prozessqualität miserabel. Tiermisshandlungen sind im Schweinesektor üblich.

von Gerd Uken

Die USA hat doch kürzlich

Bei dem OPEC Abkommen den Anteil der Reduzierung übernommen - das haben die sicherlich nicht um sonst getan. Nun kann man schon mal spekulieren wer da denn die Schweine demnächst hin liefert und was bekommen wir dann?

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

nichts

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