EU/AFRIKA/Agrarzusammenarbeit

Europa und Afrika beschließen gemeinsame Agrarstrategie

Afrikanische Union und Europäische Union wollen Landwirte beider Kontinente auf allen Ebenen näher zusammenbringen. Lebensmittelsicherheit und smart Technologien bilden Prioritäten

Die Zusammenarbeit der Europäischen Union (EU) und der Afrikanischen Union (AU) in den Bereichen Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung wird auf eine neue vertragliche Grundlage gestellt. Dies ist das Ergebnis der 3. EU-AU-Agrarministerkonferenz, die am Freitagabend in Rom mit einer politischen Grundsatzerklärung zu Ende ging.

Die künftigen gemeinsamen Aktionsfelder zwischen den Nachbarkontinenten soll die Klimapolitik, die Schaffung nachhaltiger Arbeitsplätze in der Lebensmittelerzeugung, Forschungsvorhaben sowie die länderübergreifende Kooperation von Landwirten auf beiden Kontinenten umfassen. Der Aktionsplan fußt auf die von beiden Seiten gemeinsam von der EU-Kommission erarbeiteten „Task Force für das Ländliche Afrika“.

„Die gefasste Erklärung stellt ein historisches Abkommen für eine gemeinsame umfassende Landwirtschafts-Agenda beider Kontinente dar. Ziel ist es, eine gleichberechtigte Partnerschaft zu organisieren, die Bereiche der Lebensmittelsicherheit, des Klimaschutzes, des nachhaltigen Ressourcenmanagements, der Sicherung von Arbeit in den ländlichen Räumen sowie nachhaltige Investitionen und Faire Trade-Projekte umfasst,“ sagte EU-Agrarkommissar Phil Hogan in Rom. Für die EU und AU verbinde sich mit dieser von allen EU-Staaten unterzeichneten Erklärung ein sehr positiver Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung der ländlichen Räume in Afrika und Europa.

„Die politische Erklärung ist ein starkes Signal für die Wende in den afrikanisch-europäischen Beziehungen hin zu einer Förderpolitik des Dialogs und der Kooperation. Die Entwicklungsziele umfassen dabei alle Ebenen der Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Geschäftspartnern und auf Regierungsebene“, unterstrich die AU-Agrarkommissarin für ländliche Entwicklung, Josefa Sacko in ihrer Rede in Rom.

Für die Bundesrepublik nahm Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner am Sitz der Welternährungsorganisation (FAO) in Rom im Vorfeld der FAO-Generaldirektorenwahl an der feierlichen Unterzeichnung der AU-EU-Erklärung teil.

Im Einzelnen vereinbarten die beiden Nachbarkontinente Afrika und Europa:

- Den Aufbau eines mehrjährigen Kooperationsprogramms von landwirtschaftlichen Selbstverwaltungsorganisationen zur Stärkung gesellschaftlicher Interessen

- Unterstützung Afrikas beim Aufbau von Strukturen der Lebensmittelsicherheit und Pflanzenschutzkontrolle sowie verantwortungsbewußter Regierungsführung

- Die Unterstützung von drei Forschungsprojekten für innovative smarte Technologien in der Agrarwirtschaft, der Tropischen Landwirtschaftsplattform sowie das ”Eine Welt”-Stipendiatenprogramm und Intergration Afrikas in globalen Klimaschutzbemühungen

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Ebenso hat die EU den afrikanischen Partnern angeboten, bei der Durchsetzung von Geographischen Herkunftsbezeichnungen auf dem afrikanischen Kontinent Hilfestellungen zu leisten.

Artikel geschrieben von

Thomas A. Friedrich

Korrespondent Brüssel/Straßburg

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