Europas heile Welt ohne Gentechnik

Die EU-Kommission wird bis zum Ende ihrer Amtszeit im Jahr 2014 wohl keine neuen Genehmigungen für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen erteilen, die derzeit ohnehin nur noch in Spanien und Portugal in nennenswerten Mengen wachsen.

Die EU-Kommission wird bis zum Ende ihrer Amtszeit im Jahr 2014 wohl keine neuen Genehmigungen für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen erteilen, die derzeit ohnehin nur noch in Spanien und Portugal in nennenswerten Mengen wachsen. Europas Umweltaktivisten sehen sich daher bereits als Sieger, die Einführung der Grünen Gentechnik in die Landwirtschaft ist aus ihrer Sicht in Europa auf breiter Fläche gescheitert. Zuletzt hatte die BASF die Nase voll und wegen wiederholter Feldzerstörungen und dem ewigen Hin und Her in der Politik seine Zulassungen für die Gen-Kartoffeln zurückgezogen.

Wie die Rheinische Post aber dazu anmerkt, rollt die weltweite Maschinerie aber weiter, nur durch Europas Brille seien die neuen Pflanzen auf dem Rückzug. International habe das Thema die Welt längst dauerhaft gespalten: In 16 Ländern hätten die Pflanzen seit Jahren festen Boden gefunden.

Drei Viertel der weltweiten Baumwollproduktion stammte 2011 von gentechnisch veränderten Pflanzen, beim Soja, das überwiegend als Viehfutter verwendet wird, sei der Anteil genauso groß. Bei Mais (Tierfutter) und Raps (Öl) enthält laut der Zeitung jede dritte Pflanze zusätzliche Gene. Auch die EU hat längst den Import von zahlreichen GV-Pflanzen und ihre Verwendung als Futter und selbst für Lebensmittel genehmigt. Die meisten Europäer haben zumindest indirekt mehr Kontakt mit den eigentlich unbeliebten Pflanzen, als ihnen bewusst ist.

Durch die intensive Verarbeitung der Rohstoffe in der Produktion und der mangelnden Möglichkeit, gentechnisch veränderte Futtermittel in Fleisch überhaupt nachzuweisen, würden die Überprüfungen der Überwachungsämter zumeist positiv ausfallen, so die Rheinische Post weiter. Offiziell seien in Deutschland vertriebene Lebensmittel deshalb gentechnikfrei. Nahrungsmittel, in denen direkt Soja oder Mais verarbeitet werden, zeigten jedoch Spuren der sich weltweit verändernden Anbaupraxis. Im Jahr 2011 sei jede vierte Probe eines Soja-Lebensmittels GVO-positiv gewesen. Die Werte lagen meist knapp über der Grenze, bei der ein Nachweis überhaupt möglich ist, heißt es. (ad)

vgl.:
BASF beendet GVO-Kartoffelzüchtung in Europa (30.1.2013)


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