Experten schlagen Alarm: Ernährungssicherung 2050 nicht gegeben!

Kann die Landwirtschaft im Jahr 2050 neun Milliarden Menschen ernähren oder führen Klimawandel und Landknappheit bald schon zu ernsten Engpässen? Mit dieser Frage haben sich in den vergangenen Tagen hunderte Experten auf zwei Konferenzen in Dublin beschäftigt.

Kann die Landwirtschaft im Jahr 2050 neun Milliarden Menschen ernähren oder führen Klimawandel und Landknappheit bald schon zu ernsten Engpässen? Mit dieser Frage haben sich in den vergangenen Tagen hunderte Experten auf zwei Konferenzen in Dublin beschäftigt.

Wie Spiegel-Online berichtet, geht die UNO davon aus, dass das Bevölkerungswachstum fast ausschließlich in den Entwicklungsländern stattfinden wird. Allein in Afrika soll sich die Zahl der Einwohner auf etwa 3,6 Mrd. Menschen verdreifachen. Aus diesem Grund sei die Stimmung in Dublin auch angespannt gewesen, viel Zeit bleibe nicht mehr, um echte Lösungen für die Ernährungsfrage zu finden, heißt es. Millionen Menschen in Afrika und Asien drohen zu verarmen, weil sich die Preise für Grundnahrungsmittel bis 2050 verdoppeln würden.

60 % mehr produzieren, um heutigen Stand zu halten!

Als einen Hauptverantwortlichen für die bedrohliche Entwicklung machen die Forscher den Klimawandel aus. Die Erderwärmung werde mittelfristig zu extremen Temperaturen, Fluten und Dürrekatastrophen führen - und damit zu einer massiven Beeinträchtigung der Nahrungsmittelproduktion. Folge seien noch mehr Hungerkatastrophen.

Ein Fachmann erklärte auf der Konferenz, die Nahrungsmittelproduktion müsse in den nächsten 35 Jahren um 60 % steigen, nur um den Stand von heute halten zu können, so die düstere Aussicht. Zwar steige auch weltweit die Produktion, doch der Klimawandel könnte diesen Fortschritt womöglich verschlingen.

Laut dem Spiegel machte 2011 bereits eine US-Studie deutlich, wie sehr dieser Effekt schon zu spüren ist. Obwohl die Erträge von Weizen, Mais, Reis und Soja zwischen 1980 und 2008 massiv nach oben gingen, ließ der Klimawandel den Ertragsanstieg zum Teil geringer ausfallen, als es ohne die globale Erderwärmung der Fall gewesen wäre. Andy Jarvis von der CGIAR warnte schon damals: "Wenn die Temperaturveränderungen zwei Grad erreichen, dann könnte das katastrophal für die globale Landwirtschaft werden und massiven Einfluss darauf haben, ob sich die Gesellschaft mit Nahrung versorgen kann." Dass die Erde vor einer Erwärmung um mehr als zwei Grad kaum noch zu retten ist, halten Experten für ausgemacht.

USA müssen mit drastischen Ernteeinbußen rechnen

Auch in den Industrienationen müssen sich Landwirte auf Wetterextreme und Erntedesaster vorbereiten, schreibt der Spiegel weiter und erinnert an ein US-Gutachten eines 60-köpfigen Expertengremiums. Danach müssen die USA, die derzeit noch etwa 40 % der weltweiten Mais- und Sojaproduktion stemmen, innerhalb der nächsten 30 Jahre mit massiven Ernteeinbußen rechnen - ausgelöst durch Hitzewellen, Wirbelstürme und andere Wetterextreme. Erst im vorigen Jahr sorgte eine historische Dürre in den USA für eine weltweite Nahrungskrise. Neben den USA hatten in der vergangenen Zeit auch Landwirte in Russland, der Ukraine, Kanada und Australien mit derartigen dramatischen Ernteausfällen zu kämpfen.

Die FAO ist allerdings zuversichtlich, dass sich mit den heute genutzten Technologien rund 10 Mrd. Menschen ernähren lassen. Allerdings setze die Menschheit nur höchstens 20 % davon ein, wie etwa besseres Saatgut. Würde man alle Möglichkeiten ausschöpfen, könnten in Zukunft sogar bis zu 13 Mrd. Menschen ernährt werden. Dafür aber müsse man erst noch umweltfreundliche Methoden entwickeln und die enorme Verschwendung reduzieren. (ad)

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